Tipps für die erfolgreiche Initiativbewerbung

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Auf die Plätze, fertig – warte mit der Bewerbung nicht auf den Startschuss bzw. die Stellenausschreibung. Wenn Du eine Initiativbewerbung verfasst, kannst Du die Konkurrenz hinter Dir lassen. Dazu muss vor allem das Anschreiben überzeugen. Wie der Frühstart im Rennen um die besten Jobs gelingt.

  • Mit einer Initiativbewerbung kannst Du auf attraktive Stellen stoßen, die noch nicht ausgeschrieben sind
  • Anschreiben für Initiativbewerbungen beinhalten Anderes als solche auf bereits veröffentlichte Stellenanzeigen
  • Recherchieren ist das A und O: Auf welchen Geschäftsfeldern ist Dein Wunscharbeitgeber aktiv, wo braucht er Verstärkung, und warum passt Du dorthin?
  • Vermittle im Anschreiben klar, welche Aufgaben Du übernehmen möchtest und welche Ziele Du erreichen kannst

Wer seinen Traumjob sucht, hat viele Anlaufstellen: Jobportale wie den XING Stellenmarkt zum Beispiel. Aber wusstest Du, dass manche Jobs gar nicht öffentlich ausgeschrieben werden? Und das sind oft sehr attraktive Stellen. Um diese Jobs zu bekommen, brauchst Du entweder gute Kontakte zum Unternehmen oder Du musst eine Initiativbewerbung abschicken. Unter einer Initiativbewerbung versteht man eine Bewerbung bei einem Unternehmen, ohne dass es eine konkrete Stellenausschreibung gibt. Das ist zugegebenermaßen nicht ganz einfach, aber eine große Chance. Dadurch hast Du einen Vorsprung vor Mitbewerbern, die es fast zwangsläufig bei einer Anzeige gibt. Oder anders ausgedrückt: Eine Initiativbewerbung ist in etwa so, als würdest Du bei einem 100-Meter-Lauf zwei Sekunden vor dem Startschuss losrennen. An eine Initiativbewerbung musst Du anders herangehen als an eine normale Bewerbung. Den Lebenslauf kannst Du im Großen und Ganzen so aufbauen, wie bei jeder anderen Bewerbung. Mit unserem kostenfreien Lebenslauf-Editor klappt das sogar in wenigen Klicks – und Du musst Dir keine Sorgen um das Layout machen. Der Knackpunkt bei der Initiativbewerbung ist das Anschreiben.

Detektivarbeit: Diese Informationen brauchst Du für die Initiativbewerbung

Du hast im Zusammenhang mit der Initiativbewerbung vielleicht schon das Wort „Blindbewerbung“ gehört. Dieser Begriff ist etwas trügerisch. Denn Du solltest Dich niemals blind bewerben. Um bei unserem Bild vom 100-Meter-Lauf zu bleiben: Du kannst zwar früher starten als die Konkurrenten, solltest aber schon wissen, in welcher Richtung das Ziel liegt. Dazu brauchst Du – genau wie bei einer konventionellen Bewerbung – Informationen über das Unternehmen, das Du mit Deiner Initiativbewerbung überzeugen möchtest. Folgende Infos solltest Du unbedingt einholen, bevor Du Dich an das Anschreiben für Deiner Initiativbewerbung machst:

  • Alle Jobs, die das Unternehmen aktuell ausgeschrieben hat. Die geben Dir nämlich einen Eindruck davon, in welchem Bereich Dein Wunscharbeitgeber Verstärkung sucht. Selbst wenn Dein konkretes Berufsbild nicht auf der Stellenbörse steht, hat die Initiativbewerbung für einen gefragten Bereich größere Chancen.
  • Die Geschäftsfelder des Unternehmens. Was stellt die Firma her? Welche Dienstleistungen bietet sie an? Sind ihre Kunden Privatleute oder andere Unternehmen? Verkauft das Unternehmen am meisten in Deutschland, Osteuropa oder Asien? Diese Fragen musst Du beantworten können, bevor Du ein Anschreiben für die Initiativbewerbung erstellst. Denn nur dann weißt Du, wie Du dem Unternehmen mit Deinen Fähigkeiten helfen kannst.
  • Wo sich Deine Fähigkeiten und die Bedürfnisse des Unternehmens überschneiden. Auf diese Frage läuft es letzten Endes hinaus: Welche Lücken hat das Unternehmen, die Du füllen kannst? Aber Vorsicht bei der Formulierung: Erkläre der Firma in der Initiativbewerbung nicht, wie Du ihre Geschäfte besser machen kannst. Denn Klugscheißer mag auch bei der Bewerbung niemand.
  • Was die Medien über das Unternehmen berichten. Bei deiner Recherche für die Initiativbewerbung solltest Du nicht nur darauf schauen, was das Unternehmen über sich selbst sagt (zum Beispiel auf deren Homepage), sondern auch was andere zu sagen haben. Manche interessanten Informationen bekommst Du eher aus Zeitungen oder Branchenmagazinen.
  • Einen konkreten Empfänger für Deine Initiativbewerbung. Auch bei einer Initiativbewerbung kommt die Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“ nicht gut an. Rufe vorher am besten beim Unternehmen an. Frage bei der Personalabteilung nach dem Leiter der Fachabteilung, in der Du arbeiten möchtest. Dann hast Du nicht nur einen Namen für das Anschreiben Deiner Initiativbewerbung, sondern bereits einen ersten (hoffentlich guten) Eindruck hinterlassen.

„Recherchiere immer den konkreten Ansprechpartner der Firma, bei der Du Dich bewirbst. Das macht einen wesentlich besseren Eindruck, als das Anschreiben mit einem unpersönlichen ‚Sehr geehrte Damen und Herren’ zu beginnen.“

SANDRA KOLB, HEAD OF RECRUITING MANAGEMENT, AVANTGARDE EXPERTS

Zehn Tipps für die perfekte Initiativbewerbung

So viel zur Theorie. Kommen wir zum praktischen Teil. Mit diesen handfesten Tipps kannst Du ein überzeugendes Anschreiben für die Initiativbewerbung verfassen:

  1. Schicke auch bei der Initiativbewerbung alle Unterlagen mit, inklusive Deiner Zeugnisse. Manche Ratgeber empfehlen eine Kurzbewerbung, die nur aus Anschreiben und Lebenslauf besteht. Aber wenn Du das Unternehmen schon überzeugen möchtest, solltest Du ihm auch alle nötigen Informationen geben, um ein Urteil zu fällen.
  2. Klopfe vorher beim Wunscharbeitgeber an – am besten telefonisch. So bekommst Du nicht nur mehr Informationen über das Unternehmen, sondern haben auch einen Ansprechpartner, an den Du die Bewerbung richten kannst.
  3. Sei einzigartig. Abschreiben kommt gerade in der Initiativbewerbung besonders blöd. Wenn Du Dich schon ungefragt an den Personaler wendest, solltest Du auch mit Deiner Einzigartigkeit überzeugen.
  4. Nenne offen Deine Motivation. Das Anschreiben einer Initiativbewerbung ist in gewisser Weise auch ein Motivationsschreiben. Du hast Dir schließlich nicht ohne Grund dieses Unternehmen ausgesucht. Zeige, warum Du gerade dorthin willst: Findest Du das Produkt besonders toll oder den Außenauftritt? Fasziniert Dich die Vorstellung, dass Dein Wunscharbeitgeber auf allen Kontinenten vertreten ist?
  5. Sei direkt. Komme im Anschreiben der Initiativbewerbung sofort auf den Punkt. Da er keine Stelle ausgeschrieben hat, weiß der Personaler nicht, was es mit Deiner Bewerbung auf sich hat. Du musst es ihm zu Beginn ohne Umwege sagen, sonst legt er Dein Schreiben schnell zur Seite.
  6. Halte Dich an die gängige Layout-Form. Der Sonderstatus der Initiativbewerbung spricht Dich nicht davon los, ein gut strukturiertes Layout zu liefern. Wir haben dir ein paar Anregungen für ein gutes Layout im Anschreiben zusammengestellt.
  7. Arbeite sorgfältig. Fehler in Grammatik und Rechtschreibung kommen in jeder Bewerbung schlecht an. In der Initiativbewerbung sind sie besonders ärgerlich. Schließlich willst Du das Unternehmen davon überzeugen, dass es Dich braucht – auch wenn es davon bisher noch nichts weiß. Aber wer braucht schon jemanden, der nicht sorgfältig arbeitet?
  8. Sei so genau wie möglich. Da es Deinen Job im Unternehmen momentan vielleicht noch gar nicht gibt, musst Du dem Empfänger Deiner Initiativbewerbung ein besonders deutliches Bild davon zeichnen: Sage ihm deutlich, in welcher Abteilung Du arbeiten möchtest. Beschreibe ihm die Aufgaben und Ziele Deiner Position.
  9. Nenne Deinen Wert. Die Erfolgsaussichten für Deine Initiativbewerbung sind umso höher, je deutlicher Du Deinem Wunscharbeitgeber sagen kannst, was er von Deiner Einstellung hat. Kannst Du seinen Absatz erhöhen oder seine Außenwirkung fördern?
  10. Bleibe bescheiden. Zugegeben: Es ist nicht immer ganz einfach, seine Talente im Anschreiben der Initiativbewerbung anzupreisen und gleichzeitig auf dem Teppich zu bleiben. Doch Du darfst nicht zu dick auftragen. Schließlich kennt Dich das Unternehmen nur von außen. Und wer als Externer behauptet, die Abläufe in einer Firma durchschaut zu haben, der wird nicht ernst genommen. Denn das ist selbst bei bester Vorbereitung kaum möglich.

„Personaler und Manager haben viel zu tun. Damit sie sich Zeit für Deine Initiativbewerbung nehmen, musst Du ihnen etwas Besonderes bieten: Warum versuchst Du es nicht mit einer Video-Bewerbung oder einer eigenen Bewerbungshomepage?“

Anne Martens, Head of Human Resources, Kreditech Holding SSL GmbH

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08.06.2015