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Keine Rückmeldung nach dem Bewerbungsgespräch? Daran kann es liegen

Daran kann es liegen, dass Sie noch keine Rückmeldung vom Vorstellungsgespräch erhalten haben.

© EmirMemedovski / Getty Images

Das Vorstellungsgespräch ist nun schon einige Tage oder Wochen her und Sie warten gespannt auf die Rückmeldung – aber diese bleibt aus? Folgende Gründe könnten dafür verantwortlich sein.

Sie hatten nach dem Bewerbungsgespräch ein gutes Bauchgefühl und waren zuversichtlich, den Job zu bekommen – doch je mehr Tage vergehen und die Rückmeldung bleibt aus, desto verunsicherter werden Sie. Erst einmal lautet die Devise: Keine Panik! Längere Wartezeiten sind bei einigen Unternehmen durchaus normal und können ganz verschiedene Gründe haben. Als üblich gelten einige Tage bis etwa zwei Wochen. Sollte es länger dauern, könnten dafür beispielsweise folgende Ursachen infrage kommen:

Ja, Sie sind nur die zweite oder dritte Wahl

Viele Bewerber schlussfolgern aus der ausbleibenden Rückmeldung, dass sie nur zweite oder dritte Wahl – vielleicht sogar ganz aus dem Rennen – sind. Die gute Nachricht lautet: Wären Sie ganz aus dem Rennen, hätten Sie vermutlich schon eine Absage erhalten. Größer ist also die Wahrscheinlichkeit, dass Sie bewusst hingehalten werden. Viele Unternehmen machen das, wenn Sie tatsächlich nur die zweite oder dritte Wahl sind. Zuerst wird also der ersten Wahl zugesagt und abgewartet, ob der Kandidat die Stelle annimmt. Schließlich kommt es immer wieder vor, dass Stellenangebote ausgeschlagen werden und dann wird dem nächsten Bewerber in der Prioritätenliste zugesagt. Solange Sie noch keine Absage haben, genießen Sie also durchaus noch Chancen.

Der Konkurrent hat den Vertrag noch nicht unterschrieben

Allerdings kann es auch sein, dass Ihr Konkurrent die Stelle bereits angenommen hat und sie somit inoffiziell vergeben ist. Den anderen Bewerbern in der engeren Wahl wird nämlich oft erst abgesagt, wenn der Arbeitsvertrag auch offiziell unterschrieben ist. Das kann jedoch unter Umständen dauern. Vielleicht hat der Ausgewählte um Bedenkzeit gebeten. Anschließend gab es noch Vertragsverhandlungen oder der Betriebsrat hat lange gebraucht, um der Entscheidung zuzustimmen. Es kann viele Gründe geben, weshalb sich dieser Prozess um Wochen verzögert. Je länger die Rückmeldung also ausbleibt, umso geringer sind in der Regel Ihre Chancen auf eine Zusage.

Die Fachabteilung ist überlastet

Es kann allerdings durchaus vorkommen, dass die Fachabteilung einfach gnadenlos überlastet ist und die Rückmeldung daher auf die lange Bank geschoben wird. Eventuell sind Sie also tatsächlich die erste Wahl, nur wurde die Entscheidung noch nicht endgültig getroffen oder Sie haben einfach noch keine Zusage erhalten. Wenn bereits die Wartezeit zwischen Bewerbung und Vorstellungsgespräch sehr langwierig war und auch sonstige Rückmeldungen auf Ihre Anrufe oder E-Mails lange dauern, müssen Sie vermutlich auch vom Bewerbungsgespräch bis zur Zu- oder Absage etwas Geduld walten lassen.

Ein – oder der – Entscheider ist abwesend

Es kann natürlich auch passieren, dass der beziehungsweise einer der Entscheider abwesend ist – sei es wegen Krankheit, Urlaub oder einer Dienstreise. Wenn also mindestens eine Person fehlt, welche die Entscheidung treffen oder absegnen muss, kann sich der Prozess schon über mehrere Tage bis Wochen hinziehen.

Feiertage führen zu Verzögerungen

Vor allem in Monaten mit vielen Feiertagen kommt es intern in vielen Unternehmen zu Verzögerungen – auch bei Personalentscheidungen. Denn solche Feiertage führen dazu, dass viele Mitarbeiter diese für verlängerte Wochenenden, Brückentage oder Urlaube nutzen und somit eine Menge Arbeit auf den Schreibtischen liegen bleibt. Beispielsweise über Weihnachten und den Jahreswechsel sollten Sie als Bewerber daher keine schnellen Entscheidungen erwarten.

Es ist die Absage, welche auf sich warten lässt

Zuletzt ist es aber auch möglich, dass Sie bereits ausgeschieden sind. Absagen haben meist geringere Priorität als die Zusage sowie Vertragsverhandlung mit dem ausgewählten Bewerber. Wie bereits erwähnt, ist es meistens kein allzu gutes Zeichen, wenn Sie ungewöhnlich lange warten müssen.

Tipps: Wie gehen Sie also Bewerber „richtig“ mit der Situation um?

Trotzdem gilt es, erst einmal ruhig und optimistisch zu bleiben. Wie Sie sehen, kann es schließlich auch viele andere Gründe geben, weshalb Sie noch keine Rückmeldung bekommen haben. Eventuell haben Sie also durchaus noch gute Chancen und sollten sich diese keinesfalls durch genervte E-Mails oder einen wütenden Telefonanruf verbauen.

Am besten ist es, wenn Sie bereits zum Ende des Bewerbungsgesprächs fragen, wann Sie etwa mit einer Rückmeldung rechnen können. Sollte die genannte Frist um drei oder mehr Tage überschritten sein, haken Sie aktiv nach. Rufen Sie also an und fragen Sie freundlich nach, ob schon eine Entscheidung getroffen wurde oder wann Sie etwa von dem Unternehmen hören werden. Spätestens nach rund zwei Wochen ist so ein Nachfassen üblich. Sollte die Rückmeldung erneut ausbleiben, wiederholen Sie den Prozess – aber konzentrieren Sie sich gleichzeitig auf Ihre weiteren Bewerbungen. Denn je länger, desto unwahrscheinlicher, so lautet die Faustregel.

Und zuletzt haben Sie noch die Möglichkeit, selbst eine Frist zu setzen. Sagen Sie also beispielsweise, Sie hätten eine andere Zusage und wüssten daher gerne, wie Ihre Optionen aussehen. Schlimmstenfalls erhalten Sie daraufhin aber eine Absage und müssen sich dann tatsächlich eine andere Stelle suchen. Dieses Vorgehen ist also stets ein Risiko – zumindest, wenn Sie nicht wirklich ein anderes Jobangebot vorliegen haben. Halten Sie dann also lieber die Füße still und üben Sie sich in Geduld. Vielleicht zahlt sie sich am Ende ja doch noch aus.


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