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Anschreiben vs. Motivationsschreiben – was ist der Unterschied?

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Wenn Personaler über das Anschreiben hinaus ein Motivationsschreiben fordern, kann es schwierig werden: Dann gilt es zwei Seiten schlüssig und sinnvoll zu füllen, statt nur eine.

Die Kunst beim sehr persönlich gehaltenen Motivationsschreiben besteht darin, sich nicht mit Belanglosem zu verzetteln und keine Widersprüche zu fabrizieren.

Das Wichtigste in 15 Sekunden
  • Anschreiben und Motivationsschreiben sind ähnlich strukturiert, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte
  • Das Motivationsschreiben liegt klassischen Stellenbewerbungen nach Anschreiben und Lebenslauf als dritte Seite bei
  • Sie können darin Ihren Leistungswillen, Ihre Motive und persönlichen Ziele ausführlich erläutern
  • Motivationsschreiben bieten Raum für Individualität und die Möglichkeit, sich auf diese Weise positiv zu positionieren

Sie bewerben sich um ein Praktikum, für ein Stipendium, oder um einen Studienplatz? Dann können Sie durchatmen: Für Sie sind Anschreiben und Motivationsschreiben ein und dasselbe. Darin erläutern Sie nicht nur dass, sondern vor allem auch warum Sie in Ihr Wunschunternehmen hineinschnuppern möchten, eine finanzielle Förderung rechtfertigen oder an der von Ihnen bevorzugten Hochschule aufgenommen werden wollen.

Beispielsweise beschreiben Sie als Anwärter auf einen Master-Studienplatz nicht nur die bisherigen Stationen Ihrer Ausbildung, sondern auch was Sie darüber hinaus zu genau diesem Aufbaustudiengang veranlasst und dafür prädestiniert. Dabei kommen Sie auf ausgewählte, in diesem Zusammenhang relevante Fähigkeiten, Interessen und Neigungen zu sprechen – wenn es passt, durchaus auch auf solche privater Natur. Und Sie machen deutlich, dass und wie Sie sich mit den Besonderheiten und Vorzügen Ihrer Wunschhochschule bereits intensiv vertraut gemacht haben.

Neben den Inhalten zählt beim Anschreiben natürlich auch die Form. Nur: Wie sieht die aus? Unsere Vorlagen helfen Ihnen bei der Gestaltung des perfekten Anschreibens:
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Wenn beim Bewerben um einen Arbeitsplatz über die klassischen Bewerbungsunterlagen hinaus – also Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse und Zertifikate – ein Motivationsschreiben gefordert ist, oder wenn Sie eine Initiativbewerbung aus freien Stücken damit ergänzen, liegt die Sache anders. Dann müssen Inhalte sinnvoll aufgeteilt werden: Verkürzen Sie im Hauptteil des Anschreibens den üblichen Abschnitt zur Motivation oder lassen Sie ihn ganz weg. Im Motivationsschreiben lenken Sie dafür die Aufmerksamkeit auf Highlights Ihres Lebenslaufes. Sie erläutern Ihr ganz besonderes Interesse an dieser Stelle in diesem Unternehmen, welche Ziele Sie verfolgen und was Sie für Ihren potenziellen neuen Arbeitgeber bewegen können. Formal unterscheiden sich Anschreiben und Motivationsschreiben kaum voneinander – beide umfassen eine Seite und sind sehr ähnlich gegliedert:

  • Der Betreff: Im Anschreiben formulieren Sie konkret, worum Sie sich bewerben – „Bewerbung als Mechatroniker auf Ihre Anzeige in der Süddeutschen Zeitung vom 20. Mai 2015“ oder „Initiativbewerbung als …“. Für das Motivationsschreiben eignen sich individuelle Überschriften, die Neugier wecken, wie „Meine Stärken im Überblick“, „Meine Motivation“ oder „Warum ich mich bei Ihnen bewerbe“.
  • Die Anrede: Ihr Motivationsschreiben richtet sich an denselben Empfänger wie das Anschreiben – sprechen Sie ihn auch hier namentlich an.
  • Die Einleitung: Wer Sie sind und wofür Sie sich bewerben steht im Anschreiben, nach Möglichkeit haben Sie dabei auch bereits einen Bezug zum Unternehmen hergestellt. Im Motivationsschreiben sollten Sie sich an dieser Stelle nicht wiederholen. Einsteigen können Sie zum Beispiel mit dem ersten persönlichen Pluspunkt: „Ich schätze Ihr Unternehmen als Kunde sehr und weiß, dass Sie für Ihre weitere Expansion Filialleiter suchen. Dazu habe ich mich gerade im Rahmen eines dreimonatigen Lehrgangs qualifiziert. Künftig möchte ich gerne für Sie, den Marktführer, arbeiten“.
  • Der Hauptteil: Im Anschreiben äußern Sie sich zu Ihren fachlichen Qualitäten und untermauern sie durch konkrete Beispiele. Das Motivationsschreiben bietet Platz dafür, Genanntes zu vertiefen und um wichtige persönliche Aspekte zu ergänzen. Warum arbeiten Sie gerne in Ihrem Beruf und in Ihrer Branche? Welche Arbeitsweise zeichnet Sie aus? Welche Erfolge haben Sie damit erzielt und wie nehmen Teamkollegen und Vorgesetzt Sie wahr? Halten Sie sich dabei eng an das Anschreiben und den Lebenslauf, vermeiden Sie alles was keinen Bezug zur Stelle hat und verwickeln Sie sich nicht in Widersprüche.
  • Der Schluss: Jetzt nicht nachlassen: Ihr Anschreiben beenden Sie freundlich, selbstbewusst und zuversichtlich – behalten Sie diese Linie im Motivationsschreiben bei, aber mit anderen Worten. Finden Sie einen prägnanten letzten Satz, der Ihr Interesse am Unternehmen und Ihrem Wunschjob nochmals deutlich unterstreicht.

Wenn Sie alle Punkte beachten, stehen die Chancen gut, dass der Empfänger Ihres Anschreibens mehr über Sie erfahren will – vorausgesetzt der Lebenslauf hält, was Ihr Anschreiben verspricht. Besser Sie werfen noch mal einen Blick auf die Gestaltung und die Inhalte.
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