Der Lebenslauf – die Nummer Eins der Bewerbungsmappe

Lebenslauf

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Ein guter Lebenslauf ist die Eintrittskarte zum Vorstellungsgespräch. Leider unterschätzen viele Bewerber den Lebenslauf – und bringen sich dadurch um ihre Jobchancen. Damit es Dir nicht genauso geht, solltest Du mit Deinen Vorurteilen aufräumen.

1. Vorurteil: Der Lebenslauf ist nicht so wichtig wie das Anschreiben. Weil sie das denken, verwenden Bewerber oft mehr Mühe auf ihr Anschreiben und vernachlässigen dafür den Lebenslauf. Ein folgenschwerer Fehler. Denn viele Personaler greifen sich zuerst den Lebenslauf. Wenn der nichts taugt, wird die Bewerbung aussortiert.

2. Vorurteil: Für jede Bewerbung kann man denselben Lebenslauf verwenden. Auch das ist falsch. Der Lebenslauf sollte für jede Bewerbung überarbeitet und auf die freie Stelle angepasst werden. Nur so zeigst Du dem Personaler, dass Du der Richtige für den Job sind.

  • Dein Lebenslauf wird meist zuerst gelesen, er ist genauso wichtig wie das Anschreiben
  • Ein guter Lebenslauf passt selten zu mehreren Stellenangeboten. Ihn genau auf eine Bewerbung anzupassen erhöht die Chance auf Erfolg
  • Von Hand geschriebene und als Fließtext verfasste Lebensläufe gibt es nicht mehr
  • Chronolgischer oder funktionaler Aufbau? Beides ist möglich, chronologisch ist üblich

Aber wie schreibe ich einen guten Lebenslauf? Zeige dem Personaler zunächst mal, dass Du weißt, worauf es bei dem Job ankommt – und dass Du die gesuchten Fähigkeiten besitzt. Und das geht so:

Das gehört in jeden Lebenslauf

  • Persönliche Daten: Name, Geburtsdatum und -ort, Adresse, Kontaktinformationen (E-Mail und Handynummer, sofern vorhanden)
  • Berufserfahrung: Jobs und Praktika
  • Ausbildung: Schule, Beruf, Studium
  • Weiterbildungen – sofern sie zum Jobprofil passen
  • Auslandsaufenthalte
  • Fremdsprachenkenntnisse
  • Sonstige Kenntnisse
  • Soziales Engagement
  • Professionelles Bewerbungsfoto

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Worauf achten Personaler im Lebenslauf besonders?

Erfahrene Personaler erkennen sofort, ob ein Lebenslauf extra für diese Bewerbung verfasst wurde – oder ob er noch an zig andere Unternehmen ging. Denn ein guter Lebenslauf passt selten auf zwei Jobangebote. Für Dich als Bewerber heißt das: Erhöhe Deine Jobchancen, indem Du den Lebenslauf für jede Bewerbung anpasst.Wenn Du Deinen Lebenslauf schreibst, musst Du eine Vorauswahl treffen. Das bedeutet, Du darfst den Lebenslauf nicht mit allen Praktika und Nebenjobs vollstopfen, die Du jemals geleistet hast. Wähle stattdessen die Stationen aus, die zur freien Stelle passen. Weise die gesuchten Fähigkeiten nach, indem Du Belege dafür lieferst: Nenne Praktika, Schul-, Berufs- und Studienabschluss oder Weiterbildungen, bei denen Du die Fähigkeiten erlernt hast. Achte außerdem darauf, dass sich der Lebenslauf in einem Rutsch lesen lässt. Das erreichst Du durch ein sauberes Layout und einen geschickten Aufbau. Verschaffe dem Personaler mit einem professionellen Bewerbungsfoto einen guten ersten Eindruck von Dir. Und vor allem: Ziehe Deinen Stil durch. Verschiedene Schriftarten auf jeder Seite zeugen nicht von Kreativität, sondern davon, dass Du unstrukturiert bist.

„Auch Interessen und Engagement können im Lebenslauf durchaus wichtig sein. Für Einstiegspositionen im Online-Marketing ist es zum Beispiel wichtig, dass jemand Social Media- und internetaffin ist, wenn auch bisher nur als Nutzer – das sollten wir aus dem Lebenslauf herauslesen können.“

Vivien Schwarz, Lead Sourcing & Recruiting, Zalando SE

Übrigens: Was in deutschen Lebensläufen richtig ist, muss es in anderen Ländern noch lange nicht sein. Im englischsprachigen Raum unterscheiden sich manche Vorgaben deutlich. Deshalb musst Du Deinen Lebenslauf für Bewerbungen im Ausland anpassen.

Chronologisch, funktional oder mit der Hand geschrieben? Die richtige Form für den Lebenslauf

Früher wurde durchaus noch mancher Lebenslauf mit der Hand geschrieben. Es gab auch Lebensläufe, die als Fließtext verfasst waren, ähnlich wie ein Anschreiben. Diese Formen gibt es heute nicht mehr.

Der tabellarische Lebenslauf hat sich durchgesetzt. Darin sind alle Informationen in Tabellenform gegliedert. Heute werden vor allem zwei Unterkategorien verwendet, der chronologische Lebenslauf und der funktionale Lebenslauf. Sie unterscheiden sich grundlegend von einander:

Der chronologische Lebenslauf Der chronologische Lebenslauf zählt die Ausbildungsstationen in zeitlicher Reihenfolge auf. Früher haben Bewerber oft mit der ersten Ausbildungsstation – der Schule – begonnen. Personaler sehen das jedoch gar nicht gern. Ihr Interesse gilt primär der aktuellen Situation des Bewerbers – wo er momentan oder zuletzt gearbeitet hat, der voraussichtliche Schul- oder Uni-Abschluss und seine derzeitige Tätigkeit sowie Nebenjobs. Deshalb solltest Du einen chronologischen Lebenslauf immer mit Deiner momentanen Situation beginnen. Wenn Du noch die Schule besuchst, ist es in Ordnung, damit anzufangen. Aber dann beginne bitte nicht mit der Grundschule, sondern mit dem (bevorstehenden) Schulabschluss. Von diesem Punkt aus liste Deine beruflichen und schulischen Stationen rückwärts fortlaufend auf und vermeide nach Möglichkeit zeitliche Lücken. Achte in jedem Fall auf Aufbau und Inhalt im Lebenslauf. Auf den chronologischen Lebenslauf solltest Du in den meisten Fällen zurückgreifen. Er betont Deinen Werdegang und Deine Entwicklung.

Der funktionale Lebenslauf Der funktionale Lebenslauf orientiert sich nicht am zeitlichen Ablauf. Stattdessen listet er Deine Erfahrungen und Qualifikationen in Kategorien auf. Du kannst zum Beispiel unter einem Punkt alle Erfahrungen zusammenfassen, die Du in einer bestimmten Branche gesammelt hast, zum Beispiel im Einzelhandel oder im IT-Bereich. Oder Du kannst alle Stationen zusammenfassen, bei denen Du in ähnlichen Projekten gearbeitet hast. Erfahrene Bewerber nutzen den funktionalen Lebenslauf, um Jobs aufzulisten, in denen sie bereits Führungserfahrung gewonnen haben. Wenn Du einen Lebenslauf schreibst, solltest Du nur selten auf einen funktionalen zurückgreifen. Nicht jeder Personaler kommt mit dieser Form zurecht und sortiert ihn womöglich aus.

„Jeder sollte nach dem Lesen des Lebenslaufs genau wissen, was der Bewerber gemacht hat. Stellentitel sagen heutzutage nichts mehr aus. Die Aufgabenbeschreibung ist wesentlich wichtiger.“

Christiane Köhler, Leitung Recruiting Center, BurdaServices

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04.06.2015