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Der Lebenslauf – die Nummer Eins der Bewerbungsmappe

Lebenslauf

©PeopleImages / Getty Images

Ein guter Lebenslauf ist die Eintrittskarte zum Vorstellungsgespräch. Leider unterschätzen viele Bewerber den Lebenslauf – und bringen sich dadurch um ihre Jobchancen. Damit es Ihnen nicht genauso geht, sollten Sie mit Ihren Vorurteilen aufräumen.

1. Vorurteil: Der Lebenslauf ist nicht so wichtig wie das Anschreiben. Weil sie das denken, verwenden Bewerber oft mehr Mühe auf ihr Anschreiben und vernachlässigen dafür den Lebenslauf. Ein folgenschwerer Fehler. Denn viele Personaler greifen sich zuerst den Lebenslauf. Wenn der nichts taugt, wird die Bewerbung aussortiert.
2. Vorurteil: Für jede Bewerbung kann man denselben Lebenslauf verwenden. Auch das ist falsch. Der Lebenslauf sollte für jede Bewerbung überarbeitet und auf die freie Stelle angepasst werden. Nur so zeigen Sie dem Personaler, dass Sie der Richtige für den Job sind.

Das Wichtigste in 15 Sekunden

  • Ihr Lebenslauf wird meist zuerst gelesen, er ist genauso wichtig wie das Anschreiben
  • Ein guter Lebenslauf passt selten zu mehreren Stellenangeboten. Ihn genau auf eine Bewerbung anzupassen erhöht die Chance auf Erfolg
  • Von Hand geschriebene und als Fließtext verfasste Lebensläufe gibt es nicht mehr
  • Chronolgischer oder funktionaler Aufbau? Beides ist möglich, chronologisch ist üblich

Aber wie schreibe ich einen guten Lebenslauf? Zeigen Sie dem Personaler zunächst mal, dass Sie wissen, worauf es bei dem Job ankommt – und dass Sie die gesuchten Fähigkeiten besitzen. Und das geht so:

Das gehört in jeden Lebenslauf

  • Persönliche Daten: Name, Geburtsdatum und -ort, Adresse, Kontaktinformationen (E-Mail und Handynummer, sofern vorhanden)
  • Berufserfahrung: Jobs und Praktika
  • Ausbildung: Schule, Beruf, Studium
  • Weiterbildungen – sofern sie zum Jobprofil passen
  • Auslandsaufenthalte
  • Fremdsprachenkenntnisse
  • Sonstige Kenntnisse
  • Soziales Engagement
  • Professionelles Bewerbungsfoto

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Worauf achten Personaler im Lebenslauf besonders?

Erfahrene Personaler erkennen sofort, ob ein Lebenslauf extra für diese Bewerbung verfasst wurde – oder ob er noch an zig andere Unternehmen ging. Denn ein guter Lebenslauf passt selten auf zwei Jobangebote. Für Sie als Bewerber heißt das: Erhöhen Sie Ihre Jobchancen, indem Sie den Lebenslauf für jede Bewerbung anpassen.Wenn Sie Ihren Lebenslauf schreiben, müssen Sie eine Vorauswahl treffen. Das bedeutet, Sie dürfen den Lebenslauf nicht mit allen Praktika und Nebenjobs vollstopfen, die Sie jemals geleistet haben. Wählen Sie stattdessen die Stationen aus, die zur freien Stelle passen. Weisen Sie die gesuchten Fähigkeiten nach, indem Sie Belege dafür liefern: Nennen Sie Praktika, Schul-, Berufs- und Studienabschluss oder Weiterbildungen, bei denen Sie die Fähigkeiten erlernt haben.Achten Sie außerdem darauf, dass sich der Lebenslauf in einem Rutsch lesen lässt. Das erreichen Sie durch ein sauberes Layout und einen geschickten Aufbau. Verschaffen Sie dem Personaler mit einem professionellen Bewerbungsfoto einen guten ersten Eindruck von sich. Und vor allem: Ziehen Sie Ihren Stil durch. Verschiedene Schriftarten auf jeder Seite zeugen nicht von Kreativität, sondern davon, dass Sie unstrukturiert sind.

„Auch Interessen und Engagement können im Lebenslauf durchaus wichtig sein. Für Einstiegspositionen im Online-Marketing ist es zum Beispiel wichtig, dass jemand Social Media- und internetaffin ist, wenn auch bisher nur als Nutzer – das sollten wir aus dem Lebenslauf herauslesen können.“

Vivien Schwarz, Lead Sourcing & Recruiting, Zalando SE

Übrigens: Was in deutschen Lebensläufen richtig ist, muss es in anderen Ländern noch lange nicht sein. Im englischsprachigen Raum unterscheiden sich manche Vorgaben deutlich. Deshalb müssen Sie Ihren Lebenslauf für Bewerbungen im Ausland anpassen.

Chronologisch, funktional oder mit der Hand geschrieben? Die richtige Form für den Lebenslauf

Früher wurde durchaus noch mancher Lebenslauf mit der Hand geschrieben. Es gab auch Lebensläufe, die als Fließtext verfasst waren, ähnlich wie ein Anschreiben. Diese Formen gibt es heute nicht mehr. Der tabellarische Lebenslauf hat sich durchgesetzt. Darin sind alle Informationen in Tabellenform gegliedert. Heute werden vor allem zwei Unterkategorien verwendet, der chronologische Lebenslauf und der funktionale Lebenslauf. Sie unterscheiden sich grundlegend von einander:

Der chronologische Lebenslauf
Der chronologische Lebenslauf zählt die Ausbildungsstationen in zeitlicher Reihenfolge auf. Früher haben Bewerber oft mit der ersten Ausbildungsstation – der Schule – begonnen. Personaler sehen das jedoch gar nicht gern. Ihr Interesse gilt primär der aktuellen Situation des Bewerbers – wo er momentan oder zuletzt gearbeitet hat, der voraussichtliche Schul- oder Uni-Abschluss und seine derzeitige Tätigkeit sowie Nebenjobs.Deshalb sollten Sie einen chronologischen Lebenslauf immer mit Ihrer momentanen Situation beginnen. Wenn Sie noch die Schule besuchen, ist es in Ordnung, damit anzufangen. Aber dann beginnen Sie bitte nicht mit der Grundschule, sondern mit dem (bevorstehenden) Schulabschluss. Von diesem Punkt aus listen Sie Ihre beruflichen und schulischen Stationen rückwärts fortlaufend auf und vermeiden nach Möglichkeit zeitliche Lücken. Achten Sie in jedem Fall auf Aufbau und Inhalt im Lebenslauf. Auf den chronologischen Lebenslauf sollten Sie in den meisten Fällen zurückgreifen. Er betont Ihren Werdegang und Ihre Entwicklung.

Der funktionale Lebenslauf
Der funktionale Lebenslauf orientiert sich nicht am zeitlichen Ablauf. Stattdessen listet er Ihre Erfahrungen und Qualifikationen in Kategorien auf. Sie können zum Beispiel unter einem Punkt alle Erfahrungen zusammenfassen, die Sie in einer bestimmten Branche gesammelt haben, zum Beispiel im Einzelhandel oder im IT-Bereich. Oder Sie können alle Stationen zusammenfassen, bei denen Sie in ähnlichen Projekten gearbeitet haben. Erfahrene Bewerber nutzen den funktionalen Lebenslauf, um Jobs aufzulisten, in denen Sie bereits Führungserfahrung gewonnen haben. Wenn Sie einen Lebenslauf schreiben, sollten Sie nur selten auf einen funktionalen zurückgreifen. Nicht jeder Personaler kommt mit dieser Form zurecht und sortiert ihn womöglich aus.

„Jeder sollte nach dem Lesen des Lebenslaufs genau wissen, was der Bewerber gemacht hat. Stellentitel sagen heutzutage nichts mehr aus. Die Aufgabenbeschreibung ist wesentlich wichtiger.“

Christiane Köhler, Leitung Recruiting Center, BurdaServices


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