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Lebenslauf vs. CV – womit Sie im Ausland punkten

Bewerbung und Lebenslauf im Ausland

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Andere Länder, andere Sitten – andere Bewerbungsrichtlinien. Wenn Sie sich im Ausland bewerben, reicht es nicht aus, Ihren Lebenslauf einfach in die Landessprache zu übersetzen. Eine englische Bewerbung unterscheidet sich beispielsweise grundlegend von der deutschen. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie achten müssen, wenn Sie sich in den beliebten Auswandererzielen Großbritannien und USA bewerben.

Das Wichtigste in 15 Sekunden

  • Sie wollen in Großbritannien, in den USA oder in der Schweiz arbeiten? In diesen beliebten Auswanderungszielen gelten beim Bewerben andere Regeln
  • Anschreiben und Lebenslauf in englischsprachigen Ländern umfassen nur eine Seite, Foto und Zeugnisse gehören nicht dazu
  • Der Lebenslauf darf Lücken haben – entscheidend sind Ihre Fachkenntnisse, Soft Skills und Referenzen
  • Beim Bewerben in alle drei genannten Länder gibt es weitere Besonderheiten zu beachten

Kurz und knackig: Was den Lebenslauf auf Englisch ausmacht

Die USA ist weltweit das Land mit den meisten Einwanderern. Auch viele deutschsprachige Bewerber zieht es zum Arbeiten, Studieren oder für ein Praktikum in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Wer sich bei seiner Bewerbung dabei auf die Standards stützt, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz gelten, muss allerdings mit Absagen rechnen. Ähnlich sieht es bei einer Bewerbung in Großbritannien aus. Darauf sollten Sie bei einer englischen Bewerbung achten:

  • An das Grundkonzept des englischen Lebenslaufs nähert man sich inzwischen auch im deutschsprachigen Raum immer mehr an: Der englische Lebenslauf beginnt immer mit der aktuellen Situation bzw. der letzten beruflichen Station.
  • Die englische Bewerbung besteht aus Anschreiben („Cover Letter“) und Lebenslauf (in den USA „Résumé“ genannt, in Großbritannien „CV“ für „Curriculum Vitae“), die jeweils maximal eine Seite einnehmen. Das Bewerbungsfoto lassen Sie besser weg. Zeugnisse als Anlage sind unüblich, stattdessen haben sogenannte Referenzen einen besonderen Stellenwert (mehr dazu weiter unten).
  • Mut zur Lücke: Beim Lebenslauf auf Englisch kommt es nicht auf Vollständigkeit an, sondern darauf, dass Sie durch die erwähnten Jobs und Praktika die verlangten Fachkenntnisse oder Soft Skills nachweisen. Sie können deshalb die Berufserfahrungen weglassen, die keinen Bezug zur angestrebten Stelle haben, selbst wenn Ihr Lebenslauf dadurch Lücken bekommen sollte – schließlich darf der CV ja nicht länger als eine Seite werden.

Auch die Inhalte unterscheiden sich im Lebenslauf auf Englisch von seinem deutschen Verwandten:

  • „Personal Details“: Im Lebenslauf auf Englisch kommen nur Name, Adresse und Telefonnummer (mit vorgestellter Ländervorwahl, z.B. +49) in den Dokumentenkopf. Geburtsdatum und Nationalität sind nur in Großbritannien üblich, Geschlecht und Familienstand sollten Sie in jedem Fall weglassen.
  • „Personal Profile“ und „Objective“: Diese Kategorien sind zwar optional, aber charakteristisch für den Lebenslauf auf Englisch. Im „Personal Profile“ beschreiben Sie in zwei bis drei Zeilen Ihre persönlichen Eigenschaften, Errungenschaften und Fähigkeiten. Im „Objective“ verdeutlichen Sie ebenso kurz und knackig, welche Position sie anstreben und was Sie von dem Unternehmen erwarten, zum Beispiel so: “To secure a promising position in a marketing firm, that offers both a challenge and a good opportunity for growth “
  • Ihre Erfahrungen: Unterteilen Sie im englischen Lebenslauf die verschiedenen Stationen in „Education” und „Work Experience”. Praxiserfahrung aus dem Studium sammeln Sie unter der Überschrift „Study-Related Experience“. Bei „Education“ reicht es, wenn Sie nur den höchsten Bildungsabschluss angeben. Wenn Sie die Abschlussnote dazuschreiben, erläutern Sie, welcher Note im englischsprachigen System sie ungefähr entspricht.
  • „References“: In der englischen Bewerbung haben Referenzen eine große Bedeutung. Das sind beispielsweise Professoren oder ehemalige Arbeitgeber, die einverstanden damit sind, dass Sie ihre Kontaktdaten im englischen Lebenslauf angeben. Die Idee dahinter: Der künftige Arbeitgeber kann Ihre Referenzen anrufen, um Auskunft über Sie, Ihre Soft Skills und Ihre fachlichen Kompetenzen einzuholen.
  • Beachten Sie bei der englischen Bewerbung sprachliche Eigenheiten des jeweiligen Landes. Zwischen britischem und amerikanischem Englisch gibt es teilweise gravierende Unterschiede – nicht nur in der Schreibweise, wie zum Beispiel beim Wort „Verhalten“: „behaviour“ (britisches Englisch), „behavior“ (amerikanisches Englisch). Oder beim Wort „Arbeit“: „labour“ (britisches Englisch), „labor“ (amerikanisches Englisch). Manche britischen Wörter werden in den USA gar nicht oder falsch verstanden und umgekehrt. Konsultieren Sie im Zweifelsfall ein zuverlässiges Wörterbuch.

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Besonderheiten beim Lebenslauf in der Schweiz

Der Lebenslauf für Bewerbungen in der Schweiz ist bis auf ein paar kleine Unterschiede weitgehend mit dem deutschen identisch. In der Schweiz ist allerdings weder Datum noch Unterschrift unter dem Lebenslauf üblich. Da das Notensystem dort umgekehrt ist – das heißt 6 ist die beste und 1 die schlechteste Note – sollten Sie Ihre Abschlussnote mit einer entsprechenden Anmerkung versehen. Wie beim englischen Lebenslauf, sind auch in der Schweiz Referenzen von großer Bedeutung. Sie können entweder dem Lebenslauf angefügt oder auf einem gesonderten Blatt mitgeschickt werden. Zudem sollten Sie darauf achten, dass in der deutschsprachigen Schweiz „ß“ stets durch „ss“ ersetzt wird. Was das Medium angeht, sind die Schweizer eher altmodisch: Hier sind Bewerbungen in Papierform immer noch weit verbreitet.

Besonderheiten beim Lebenslauf in den USA

Der amerikanische Lebenslauf trägt im Gegensatz zum britischen keine Überschrift, stattdessen stehen die persönlichen Angaben gleich im Briefkopf. Wichtig: Angaben zu Geburtsdatum, Nationalität oder Geschlecht sowie Bewerbungsfotos sind in den USA aus Dis­kri­mi­nierungs­gründen unzulässig und führen dazu, dass Ihre Bewerbung sofort aussortiert wird. Auch viele unserer Anlagen sind unüblich, dafür haben Referenzen hier eine besondere Bedeutung. Idealerweise geben Sie, falls vorhanden, die vollständigen Kontaktdaten von zwei bis drei Referenzen an.

Besonderheiten beim Lebenslauf in Großbritannien

Die Überschrift für den Lebenslauf in Großbritannien lautet normalerweise „Curriculum Vitae“, dann folgen die persönlichen Angaben. Ein Geburtsdatum kann, muss aber nicht genannt werden, auch ein Foto ist optional, aber eher unüblich. Geben Sie Ihre Nationalität nur an, wenn sie ein bestimmtes Visum erfordern könnte. Hängen Sie keine Zeugnisse an, vermerken Sie aber im Lebenslauf, dass Sie Anlagen auf Nachfrage nachliefern können.


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