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Tipps für ein professionelles Bewerbungsfoto

© contrastwerkstatt / Fotolia.com

Ein professionelles Bewerbungsfoto ist das Sahnehäubchen jeder Bewerbung. Mit einem netten Lächeln allein ist es zwar noch nicht getan, doch so streng wie Heidi Klum sind Personaler in der Bewertung nicht. Worauf es bei einem guten Bewerbungsfoto ankommt.

Das Wichtigste in 15 Sekunden
  • Bewerbungsfotos sind nicht mehr Pflicht, aber sie bleiben empfehlenswert damit man sich ein Bild von Ihnen machen kann
  • Viel Erfahrung, gute Beratung und das geschulte Auge – Vorzüge professioneller Fotografen und Selbermachen als Alternative
  • Bild und Motiv: Die Merkmale guter Bewerbungsfotos
  • Das geht gar nicht: Alte Fotos, Freizeit-Schnappschüsse und Partybilder sind Schnitzer, die Sie sich nicht erlauben sollten – bei weitem nicht die einzigen

Wissen Sie gern, mit wem Sie es zu tun haben? Genau so geht es den meisten Personalern. Theoretisch können Sie das Bewerbungsfoto weglassen, wenn Sie Ihre Bewerbung verschicken. Laut dem Allgemeinem Gleichbehandlungsgesetz (AGG) dürfen Bewerber ohne Foto nicht benachteiligt werden. In der Praxis raten wir allerdings dazu: Schicken Sie lieber eines mit. Denn ein Bewerbungsfoto gibt der Bewerbung eine menschliche Komponente. Dann hat der Personaler nicht nur Text vor sich, sondern gleich ein Bild von Ihnen. Sie können ihm damit außerdem zeigen, dass Sie den Dresscode kennen und sich von Bewerbern mit schlechten Bewerbungsbildern abheben.

Wie komme ich an gute Bewerbungsbilder?

Darauf gibt es eine einfache Antwort: Gehen Sie zu einem professionellen Fotografen, der auf Bewerbungsfotos spezialisiert ist. Vier Kennzeichen, an denen Sie einen guten Bewerbungsfotografen erkennen:

  • Berufserfahrung: Ein guter Bewerbungsfotograf hat Beweise für sein Talent. Auf Nachfrage zeigt er Ihnen gern andere Bewerbungsfotos als Arbeitsproben.
  • Transparenz: Er ist auch kein Geheimniskrämer, sondern sagt Ihnen vorab, wie viel die Bewerbungsbilder kosten und wie viel Zeit Sie mitbringen sollten. Mit Outfitwechsel darf ein Shooting gern eine Stunde dauern.
  • Beratung: Ein erfahrener Fotograf ist auch Stylingberater. Er gibt Ihnen je nach Beruf Tipps für Outfit, Make-Up und Frisur.
  • Auswahl: Bei einem professionellen Fotografen kaufen Sie nicht die Katze im Sack. Nach dem Shooting wählt er mit Ihnen zusammen die besten Bewerbungsbilder aus.

„Ein Foto sollte die Persönlichkeit des Bewerbers transportieren. Hilfreich ist auch, wenn das Foto nicht komplett an unserer Unternehmenskultur vorbeigeht – Anzug und Krawatte sind bei uns weniger passend.“

Vivien Schwarz, Lead Sourcing & Recruiting, Zalando SE

Merkmale guter Bewerbungsfotos

Damit Sie die Qualität des Fotografen einschätzen können, sollten Sie wissen, worauf es bei guten Bewerbungsbildern ankommt. Die wichtigsten Punkte:

  • Kleidung. Hier gilt die gleiche Regel wie beim Vorstellungsgespräch. Das Outfit sollte zum Job passen, für den Sie sich bewerben. Wird in dem Beruf ein Anzug getragen, sollten Sie das auch auf dem Bewerbungsfoto tun. Ansonsten sind Hemd oder Bluse ausreichend.
  • Frisur. Ihre Haare sollten auf dem Bewerbungsfoto weder das Gesicht verdecken, noch in irgendeiner Form ungepflegt wirken. Extreme Frisuren (z. B. ein Irokesenschnitt) werfen beim Personaler meist Fragen auf und senken die Chancen auf ein Bewerbungsgespräch.
  • Bildausschnitt. Das Bewerbungsfoto sollte neben Ihrem Kopf, einen Teil der Schultern zeigen. Der Kopf darf leicht angeschnitten sein. Das wirkt allerdings nur, wenn es gut gemacht ist.
  • Schmuck und Make-up. Allzu aufdringlicher Schmuck ist auf dem Bewerbungsfoto fehl am Platz. Das gilt für übergroße Halsketten und vor allem für Piercings. Das Make-up sollten Sie dezent auftragen.
  • Gesichtsausdruck. Das berühmte „gewinnende Lächeln“ ist der Wunschausdruck für Bewerbungsfotos. Aber verrenken Sie sich dafür nicht die Mundwinkel. Wenn es Ihnen nicht von selbst auf die Lippen kommt, ist ein freundlicher – und natürlicher – Gesichtsausdruck die bessere Wahl.
  • Bildformat. Für Bewerbungsfotos gibt es keine feste Größe. Als Richtwert haben sich 6 cm Höhe und 4,5 cm Breite etabliert. Wer ein Auge für gute Fotos hat, kann auch davon abweichen. Bewerbungsfotos im Querformat sind seltener, jedoch nicht verboten. Es ist eine Möglichkeit, sich von anderen Bewerbern abzuheben, aber manche Personaler sehen lieber die klassische Form: das Hochformat. Wenn das Bewerbungsfoto auf einem Deckblatt platziert wird, sollte es etwas größer sein.
  • Farbe. Ob das Bewerbungsfoto in schwarz-weiß oder Farbe ist, ist Geschmackssache. Bei schwarz-weiß sollten Sie allerdings darauf achten, dass die Farben von Hintergrund und Kleidung Kontraste erzeugen. Ein weißes Hemd vor einem hellen Hintergrund eignet sich zum Beispiel nicht.
  • Digitale Bewerbung. Wenn Sie sich per E-Mail oder Onlineformular bewerben, fügen Sie Ihr Bewerbungsfoto auf dem Lebenslauf ein und wandeln das Dokument ins PDF-Format um. So stellen Sie sicher, dass beim digitalen Transport keine Formatierungen durcheinander kommen. Das geht schnell und einfach mit Hilfe unseres kostenfreien Lebenslauf-Editors.

Die größten Fotopannen

Zu viel Dekolleté, Partyoutfit oder Ganz­­körper­­aufnahme – manche Be­wer­bungs­­fotos gehen überhaupt nicht. Damit Sie typische Fehler vermeiden können, hier die Top 10 der größten No-Gos bei Bewerbungsfotos:

  1. Kurze Ärmel: Auch wenn sich die Kleidung von Job zu Job unter­scheiden darf, sollten die Arme bedeckt sein, sofern man Sie auf dem Bild sieht.
  2. Tiefe Einblicke: Egal ob Mann oder Frau, das Outfit auf dem Bewerbungs­foto sollte nicht zu viel Haut zeigen. Machen Sie im Zweifel lieber noch einen Knopf an Hemd oder Bluse zu.
  3. Blick von oben oder unten: Schauen Sie gerade in die Kamera, sonst wirken Sie schnell herablassend oder unterwürfig.
  4. Schnappschuss: Manch zufällig entstandenes Foto gefällt einem so gut, dass man es am liebsten für die Bewerbung verwenden möchte. Bilder, die deutlich erkennen lassen, dass sie in der Freizeit entstanden sind, sind trotzdem tabu.
  5. Partybilder: Sie sind noch ungeeigneter als Schnappschüsse.
  6. Alte Bewerbungsfotos: Das Bewerbungsbild soll dem Personaler einen guten Eindruck davon geben, wie Sie aussehen – und zwar jetzt und nicht vor fünf Jahren. Als Bewerbungsfotos kommen nur aktuelle Bilder in Frage.
  7. Unscharfe Bilder: Verwackelte Bilder sind natürlich niemals eine Option.
  8. Büroklammer: Ein angeheftetes Bewerbungsfoto auf dem Lebenslauf sieht sehr billig aus. Fixieren Sie es stattdessen mit einem Klebestift.
  9. Knallige Farben: Genau wie das Make-up sollten die Farben der Kleidung auf dem Bewerbungsfoto dezent sein. Heben Sie sich die rote Lieblingsbluse und das mintgrüne Sakko für andere Anlässe auf.
  10. Ganzkörperaufnahmen: Als Bewerbungsfotos sind nur Porträtaufnahmen geeignet.

„Das Bewerbungsfoto sollte professionell sein und zum Berufsbild sowie der eigenen Persönlichkeit passen. Für das gesamte Bewerbungsverfahren gilt: Seien Sie authentisch und verstellen Sie sich nicht. Zu viel Make-up und Bewerbungsfotos aus dem Fotoautomaten sind nicht zu empfehlen. Bitte schicken Sie uns keine ganzseitigen Fotos.“

ANNA EIGNER, HR ASSISTANT, DRÄGERWERK AG & CO. KGAA

Do it yourself: Wie Sie Ihr Bewerbungsfoto selber machen

Professionelle Bewerbungsbilder vom Fotografen sind nicht billig. Manchmal fehlt schlichtweg das Geld dafür. Für die Bewerbung um eine Festanstellung lohnt sich die Investition. Wenn es um ein Schüler-Praktikum geht, können Talentierte aber auch selbst zum Fotoapparat greifen. Denn zum Glück ist die Technik schon so weit, dass man mit besseren Amateurkameras ein gutes Bewerbungsfoto auch selber machen kann. Da im digitalen Zeitalter die Speicherkapazität sehr groß ist, muss es auch nicht beim ersten Versuch klappen. Man kann später am Computer die besten Aufnahmen auswählen.

Aber greifen Sie besser nicht selbst zur Kamera. Die Chancen per Selbstauslöser zu einem gelungenen Bewerbungsfoto zu kommen, sind eher mau. Holen Sie sich einen kompetenten Freund oder Bekannten. In der Regel kennt jeder jemanden, der sich etwas mehr für Fotografie interessiert. Worauf Sie sonst noch achten sollten:

  • Benutzen Sie ein Stativ. Das hält die Verwackler-Quote niedrig.
  • Achten Sie auf einen hellen, ebenmäßigen Hintergrund. Am besten fotografieren Sie sich vor einer glatten weißen Wand.
  • Fotografieren Sie möglichst bei Tageslicht. Lampenlicht ist für Ungeübte extrem schwer so zu arrangieren, dass es keine Schatten ins Bild wirft.
  • Besorgen Sie sich Fotopapier – wenn Sie die Bewerbungsfotos auf dem eigenen Drucker ausdrucken. Ansonsten können Sie das auch günstig in fast jedem Drogeriemarkt.
  • Legen Sie Puder bereit. Das gilt auch für Männer. So können Sie die glänzenden Stellen im Gesicht überschminken.
  • Planen Sie genug Zeit ein. Auch zu Hause macht man gute Bewerbungsfotos nicht in fünf Minuten. Wenn Sie zu wenig Zeit kalkulieren, wirken Sie auf den Fotos möglichweise gehetzt und das wollen Sie doch vermeiden.

Ein professionelles Bewerbungsfoto ist die Kirsche auf dem Lebenslauf. Damit auch der keine Wünsche übrig lässt, stellen wir Ihnen einen kostenfreien Lebenslauf-Editor:
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