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Überzeugen Sie mit einem Motivationsschreiben

Motivationsschreiben

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Manchmal darf’s in der Bewerbung ein bisschen mehr sein. Zum Beispiel eine zusätzliche „Seite drei“, auch Motivationsschreiben genannt. Bei manchen Unternehmen gehört das sogar zum Pflichtprogramm. Doch egal, ob freiwillig oder Pflicht, mit unseren Tipps wird jedes Motivationsschreiben ein Erfolg.

Das Wichtigste in 15 Sekunden
  • Ein Motivationsschreiben ist bei manchen Bewerbungen Pflicht und sonst eine gute Kür – es bietet eine ergänzende Möglichkeit sich wirkungsvoll zu präsentieren
  • Darin ist Platz für Argumente, die weder ins Anschreiben noch in den Lebenslauf passen
  • Das Motivationsschreiben kann als Fließtext oder in Stichpunkten verfasst sein, wie das Anschreiben umfasst es nicht mehr als eine Seite
  • Vereinfacht gesagt: In Ihrem Anschreiben steht, warum Sie sich für eine Stelle eignen, im Motivationsschreiben, warum Sie die Stelle haben wollen

Die USA sind in vielen Bereichen Trendsetter. Hollywood vertreibt seine Filme weltweit. US-Popmusik wird auf jedem Kontinent gehört. Wen wundert’s, dass auch die amerikanischen Bewerbungstrends ihren Weg zu uns finden? Längst bauen wir unseren Lebenslauf nach US-Vorbild auf. Und auch das Motivationsschreiben wird hierzulande immer beliebter. Die Unternehmen erleichtern sich dadurch die Auswahl der Bewerber – und Sie haben eine extra Seite, um den Wunscharbeitgeber von sich zu überzeugen.

Klartext: „Wann soll ich ein Motivationsscheiben verfassen?“

Es gibt zwei gute Gründe für ein Motivationsschreiben:

  1. In der Ausschreibung für die Stelle, den Studienplatz oder das Praktikum wird ausdrücklich ein Motivationsschreiben gefordert. Wenn Sie es weglassen, brauchen Sie die Bewerbung erst gar nicht abzuschicken.
  2. Sie haben Argumente, die Sie direkt ins Vorstellungsgespräch katapultieren, doch leider passen sie weder in den Lebenslauf noch ins Anschreiben.

„Wenn es nicht aus Ihrem Lebenslauf hervorgeht, müssen Sie deutlich machen, warum Sie für eine bestimmte Stelle geeignet sind. Wir haben einen studierten Theaterwissenschaftler eingestellt, der in seiner Freizeit Software entwickelt hat und einer unserer besten Entwickler geworden ist. Sein ‚Hobby’ hat er im Motivationsschreiben dargelegt und uns darin von seinem Verständnis der Stelle und seiner Eignung überzeugt.“

Vivien Schwarz, Lead Sourcing & Recruiting, Zalando SE

Aufbau eines guten Motivationsschreibens

Das Motivationsschreiben ist in der Regel nicht länger als eine Seite. Hier ein kleiner Tipp: Wenn Sie Probleme haben, die Seite voll zu bekommen, sollten Sie auf ein Motivationsschreiben verzichten – sofern es nicht ausdrücklich gewünscht ist. Bei Schriftgröße und anderen Formatvorgaben orientieren Sie sich am besten am Layout des Anschreibens. Für den Aufbau bieten sich zwei grundlegende Varianten an:

Fließtext: In dieser Form ähnelt das Motivationsschreiben äußerlich sehr dem Bewerbungsanschreiben: Sie wenden sich mit der direkten Anrede an einen Ansprechpartner und unterteilen den Fließtext in mehrere (sinnvolle) Abschnitte.
Stichpunkte: Sie unterteilen das Motivationsschreiben mit mehreren Überschriften, wie zum Beispiel „Stärken“ oder „Ziele“, und zählen darunter in knappen Worten Ihre Stärken, Ziele und so weiter auf. Für welche Variante Sie sich entscheiden, hängt unter anderem davon ab, wie sicher Sie sich beim Schreiben fühlen. Wenn das Texten nicht zu Ihren Stärken zählt, sollten Sie lieber in Stichpunkten mit treffenden Überschriften formulieren.
Im Fließtext fällt es dafür leichter, in die Tiefe zu gehen und Zusammenhänge genauer zu erklären. Wenn Sie mit dem Motivationsschreiben fertig sind sollten Sie es unbedingt mit dem Lebenslauf abgleichen. Es sollte ihm nicht widersprechen, aber auch nicht dieselben Inhalte ohne Mehrwert wiederholen. Haben Sie den Lebenslauf noch nicht zusammengestellt, können Sie dafür unseren kostenfreien Lebenslauf-Editor verwenden.

Woher nehmen und nicht stehlen? Der richtige Inhalt für Ihr Motivationsschreiben

Das Motivationsschreiben soll dem Personaler zeigen, dass Sie für die Stelle geeignet sind, ihn im besten Fall geradezu umhauen. Doch wie kriegt man das hin? Wo findet man die passenden Argumente? Denn nicht immer kommen Sie einem zugeflogen. Oder noch schlimmer: Man hat sie genau bis zu dem Zeitpunkt im Kopf, an dem man sie aufschreiben will – und weg sind sie. Für diesen Fall haben wir Ihnen vier Fragen zusammengestellt, mit denen Sie gute Inhalte für Ihr Motivationsschreiben finden:

  • Was sind meine Stärken? Was können Sie besonders gut und warum passt es zum ausgewählten Unternehmen, Studiengang oder Praktikum? Wenn Ihre Talente zum Unternehmen passen, ist das für den Wunscharbeitgeber eine gute Motivation, Sie einzustellen.
  • Welche Erfahrungen habe ich bisher gemacht? Hier ist alles erlaubt, was eine nachvollziehbare Verbindung zum Wunscharbeitgeber oder der ausgeschriebenen Stelle schafft. Zum Beispiel, wenn Sie bereits in einer ähnlichen Branche tätig waren oder vergleichbare Aufgaben ausgeführt haben. Sie dürfen nicht nur berufliche Erfahrungen für Sie sprechen lassen, sondern können sich zum Beispiel auch auf ein Ehrenamt oder Hobby beziehen.
  • Was sind meine beruflichen Ziele? Aus dieser Kategorie können Bewerber in der Regel die meisten Argumente ziehen. Sie müssen sich dazu nur fragen, was Sie erreichen möchten und wie die ausgeschriebene Stelle Ihnen dabei helfen kann. Wollen Sie zum Beispiel schnell die Karriereleiter hinaufklettern? Oder bestimmte Fachkenntnisse erwerben? „Viel Geld verdienen“ mag oftmals eine ehrliche Antwort sein, ist aber kein gutes Argument im Motivationsschreiben für einen Job.
  • Was reizt mich gerade an diesem Unternehmen? Diese Frage liefert gute Argumente, aber Sie sollten sich hier nur vorsichtig bedienen. Das Motivationsschreiben soll kein plattes Loblied auf den Wunscharbeitgeber werden. Wählen Sie nur Argumente, die Sie gut begründen können. Beispiele wären: Dass Sie gern bei einem mittelständischen Unternehmen arbeiten möchten, weil Ihnen die Strukturen dort besser gefallen als in einem Konzern. Oder, dass Sie zum Branchenführer möchten, weil Sie glauben, dort am meisten lernen zu können.

Diese Fragen sind nur eine kleine Hilfestellung, falls Ihnen das Schreiben schwer fällt. Schrecken Sie also nicht davor zurück, auch Argumente zu wählen, die zu keiner der Fragen passen. So lange Sie eine nachvollziehbare Verbindung zwischen sich und dem Unternehmen bzw. der Stelle herstellen können, ist (fast) alles erlaubt. Vor welchen Gefahren Sie dabei auf der Hut sein sollten, lesen Sie in unserer Infobox.

„Rufen Sie mich an und überzeugen Sie mich schon am Telefon – das ist ein toller Aufhänger für ein Motivationsschreiben.“

Anne Martens, Head of Human Resources, Kreditech Holding SSL GmbH

Unterschiede zwischen Anschreiben und Motivationsschreiben

Die Ähnlichkeit zwischen Bewerbungsanschreiben und Motivationsschreiben verwirrt viele Bewerber: Worin unterscheiden sich die beiden Dokumente eigentlich? Sie sollten auf jeden Fall vermeiden, auf beiden Seiten dasselbe zu schreiben oder Inhalte zu vermischen. Deshalb haben wir Ihnen die wichtigsten Unterschiede zusammengestellt:

Inhalt: Im Anschreiben sollen Sie Ihre Eignung für die Stelle begründen. Sie sollen erklären, warum Sie den Job ausüben können. Sie konzentrieren sich dabei auf Ihre Qualifikationen und Erfahrungen. Wohingegen Sie im Motivationsschreiben zwar Bezug auf Erfahrungen nehmen können, aber in erster Linie erklären, warum Sie den Job machen wollen.
Ziele: Ihre Ziele können Sie im letzten Abschnitt des Bewerbungsanschreibens kurz ansprechen. Im Motivationsschreiben haben Sie mehr Platz dafür. Sie können die Hintergründe erläutern und etwas weiter ausholen.
Genauigkeit: Das Bewerbungsanschreiben enthält viele Pflichtangaben. Sie haben deshalb wenig Spielraum. Im Motivationsschreiben für den Job können Sie hingegen einzelne Aspekte herausgreifen (siehe oben genannte Fragen) und näher ausführen. Hier können Sie mehr von sich zeigen und verleihen der Bewerbung dadurch Persönlichkeit.

Runter mit der rosaroten Brille: Die Gefahren eines Motivationsschreibens

Das Motivationsschreiben ist nicht für jede Bewerbung eine Bereicherung. Wer bereits mit dem Bewerbungsanschreiben kämpft, der legt sich mit dem Motivationsschreiben eine unnötige Hürde auf. Doch in manchen Fällen haben Sie keine Wahl – etwa wenn das Unternehmen eine „Seite drei“ in der Bewerbung verlangt. Dann hilft Ihnen unsere Liste der fiesesten Fallstricke, denen Sie aus dem Weg gehen sollten:

  1. Fehlender Bezug zum Unternehmen oder zur Stelle. Im Motivationsschreiben haben Sie mehr Freiheiten, als in den anderen Teilen der Bewerbung. Das ist allerdings kein Freifahrtschein für Schwärmereien über alles, was Ihnen im Leben Spaß macht. Die Verbindung zur ausgeschriebenen Stelle oder zum Wunscharbeitgeber muss immer klar erkennbar sein.
  2. Mangelnde Sorgfalt. Wie in jedem anderen Dokument können Ihnen Schlampereien im Motivationsschreiben das Genick brechen. Lesen Sie es sorgfältig Korrektur und geben Sie es noch mindestens einer zweiten Person.
  3. Falsche Vorstellungen vom Unternehmen oder der Branche. Berufsanfänger wissen noch wenig über den Arbeitsmarkt. Wenn Sie ein Motivationsschreiben verfassen, sollten Sie deshalb nicht vorgeben, die Branche zu kennen – falls Sie das nicht tun. Mit falschen Vorstellungen fliegen Sie nur auf die Nase und die Bewerbung wird aussortiert. Recherchieren Sie vorab gut – oder verzichten Sie auf das Motivationsschreiben für den Job.
  4. Widersprüche zu Lebenslauf oder Anschreiben. Alle Bestandteile Ihrer Bewerbung sollten ein rundes Bild von Ihnen ergeben. Im Optimalfall ergänzen sich die verschiedenen Dokumente. Im schlimmsten Fall widersprechen sich die Angaben. Das irritiert den Personaler und Sie erhalten eine Absage.

Service-Info: Beginnen Sie jetzt Ihren Start ins Berufsleben. Passende Jobs finden Sie in großen Online-Stellenbörsen, wie z. B. dem XING Stellenmarkt.


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