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Die Optik macht im Anschreiben den Unterschied

Das richtige Layout für ein Anschreiben

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Nüchtern oder verspielt? Hier eine ungewöhnliche Schriftart, dort ein fettgedrucktes Wort und dann noch einen bunten Rahmen um die ganze Seite? Mit dem Layout seiner Bewerbung aufzufallen ist prinzipiell eine gute Idee – aber nicht um jeden Preis. Das Bewerbungsanschreiben kann zwar extravagant sein, aber zumindest in einigen Punkten sollte es der Norm entsprechen. Deshalb lohnt es sich, die DIN 5008 zu kennen. Falls Sie sich selbst kein Layout in MS Word basteln wollen, nutzen Sie unsere Auswahl an Muster-Anschreiben.

Das Wichtigste in 15 Sekunden
  • Design muss sein: Das Layout Ihres Anschreibens sollte Normen entsprechen, die jenen von Geschäftsbriefen ähneln
  • Wählen Sie Schriftart, Schriftgröße und Zeilenabstand so, dass sie das Lesen erleichtern und dem Lebenslauf gleichen
  • Für Standard-Bestandteile wie zum Beispiel Absender, Empfänger, Ort und Datum, Betreff und Anrede gilt eine allgemeinverbindliche Abfolge
  • Rahmen oder verschiedene Schriftarten und -farben sind Layout-Sünden – Absätze, Leerzeilen und Seitenränder dagegen Pflicht

Es ist schwer genug, die Inhalte für ein gutes Anschreiben auszuwählen. Jetzt sollen Sie sich auch noch mit dem Design auseinandersetzen? Keine Sorge: Das richtige Layout für das Anschreiben zu wählen, klingt komplizierter als es ist. Ein überzeugendes Format im Bewerbungsanschreiben braucht keine Schnörkel, sondern kommt in der Regel ganz bescheiden daher. Worauf es ankommt, zeigen zwei der Lifestyle-Knaller des letzten Jahrzehnts: iPod und iPhone. Die sind nicht zuletzt wegen Ihres raffinierten Designs so erfolgreich. Es ist schlicht, trotzdem elegant und unterstützt die Handhabung. Daraus können Sie etwas für das Layout Ihres Anschreibens lernen. Und dabei hilft Ihnen ausgerechnet eine Richtlinie mit dem einschläfernden Namen „DIN 5008“. Was die DIN 5008 rät, lesen Sie hier. Oder gestalten Sie Ihr Anschreiben bequem mit unserem Editor:
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Layout-Tipps für das Bewerbungsanschreiben

Grundsätzlich sollte die Bewerbung nicht wie ein Flickenteppich daherkommen, bei dem jedes Teil unterschiedlich aussieht. Das Layout des Anschreibens sollte sich deshalb in einigen Punkten nicht allzu stark vom Lebenslauf unterscheiden – den Sie übrigens ganz einfach mit unserem kostenfreien Lebenslauf-Editor zusammenstellen können. Achten Sie vor allem auf folgende Punkte:

  • Wählen Sie eine leicht zu lesende Schriftart. Kein Comic Sans oder ähnlich verspielte Schriften. Arial und Times New Roman sind die Klassiker, davon kann man aber durchaus abweichen. Wichtig ist, dass sich das Bewerbungsanschreiben am Ende gut lesen lässt. Mancher Ratgeber empfiehlt, die Schrift zu verwenden, die das Unternehmen auf der eigenen Homepage nutzt, um für den Personaler ein vertrautes Gefühl zu erzeugen. Unserer Meinung nach ist es wichtiger, dass Sie für alle Teile der Bewerbung einheitliche Schriften verwenden.
  • Der Personaler soll weder die Lupe auspacken müssen, um das Anschreiben lesen zu können, noch von den Buchstaben erschlagen werden. Darauf sollten Sie im Layout des Anschreibens achten. Wir empfehlen eine Schriftgröße von 10 bis 12 Punkten für den normalen Text – wobei 10 Punkte das Minimum sind und auf einem Ausdruck bereits recht klein wirken.
  • Zu kleiner Zeilenabstand ist eine schlechte Idee für das Format des Bewerbungsanschreibens. Es macht das Lesen schwer – auch wenn Sie dann mehr Informationen unterbringen. Bei zu großem Abstand entstehen Löcher. Unser Tipp: Mindestens einfacher Zeilenabstand, höchstens 1,5-fach.
  • Ob Sie für das Format des Bewerbungsanschreibens linksbündig oder Blocksatz wählen, ist Geschmackssache. Hauptsache Sie ziehen es einheitlich durch.

Die richtige Reihenfolge im Bewerbungsanschreiben

Für alle, die es ganz genau nehmen, haben wir das Layout im Bewerbungs­anschreiben Zeile für Zeile aufgedröselt:

  1. Der Seitenrand. Beginnen wir mit den Rändern: Deren Größe stellen Sie am besten ein, bevor Sie anfangen zu schreiben, sonst bringen Sie hinterher das Layout des Anschreibens durcheinander. Wir empfehlen oben und unten 2 bis 2,5 Zentimeter, links und rechts jeweils 2 Zentimeter. Sollte Ihnen der Platz ausgehen können Sie die Ränder leicht (!) anpassen.
  2. Der Absender. Ihre Adresse und Kontaktdaten können Sie entweder in die Kopfzeile schreiben – dadurch sparen Sie sich Platz für die anderen Infos – oder in die ersten fünf Zeilen.
    Zum Beispiel so:
    Max Mustermann
    Mustergasse 8
    12345 Musterhausen
    max.mustermann@mustermail.de
  3. Der Empfänger. Nach dem Absender lassen Sie drei Zeilen frei und fügen nach gleichem Vorbild den Empfänger ein.
  4. Ort und Datum. Diese beiden Angaben kommen entweder ganz oben rechts hin, also in die gleiche Zeile wie der Absendername, oder nach einer Leerzeile ebenfalls rechtsbündig unter den Empfänger.
  5. Der Betreff. Eine weitere Leerzeile unter das Datum und schon kommt der Betreff.
  6. Die Anrede. Nach einer weiteren Leerzeile kommt die Anrede des Empfängers, zum Beispiel „Sehr geehrte Frau Müller“.
  7. Der Hauptteil. Was in den Hauptteil des Bewerbungsanschreibens gehört, lesen Sie in unserem Text zu Aufbau und Inhalt. Er folgt nach einer Leerzeile auf die Anrede. Zur besseren Übersichtlichkeit unterteilen Sie den Hauptteil in drei bis vier Absätze, die Sie jeweils durch Leerzeilen trennen.
  8. Die Grußformel. Sie steht zwischen Hauptteil und Ihrem Namen bzw. Ihrer Unterschrift.
  9. Ihre Unterschrift. Ob Sie auch bei einer Bewerbung per E-Mail oder Online-Formular Ihre Unterschrift einfügen, bleibt Ihnen überlassen. Falls Sie es tun, lassen Sie dafür drei Leerzeilen zwischen der Grußformel und Ihrem Namen.
  10. Anlagen. Am Ende der Seite reicht es, wenn Sie mit dem Wort „Anlagen“ darauf hinweisen, dass weitere Dokumente zu der Bewerbung gehören. Natürlich nach einer weiteren Leerzeile.

Die schlimmsten Layout-Sünden:

Ein gutes Layout im Anschreiben muss keine Designpreise gewinnen. Es sollte vor allem übersichtlich sein. Für welche Schriftart Sie sich entscheiden, ist beispielsweise eine Geschmacksfrage. Es gibt aber durchaus Entscheidungen, die dem Format Ihres Bewerbungs­anschreibens schaden. Hier kommen die fünf schlimmsten Layout-Sünden:

  • Rahmen. Das Anschreiben ist kein Bild und braucht auch keinen Rahmen.
  • Farbe. Bleiben Sie bei schwarzer Schrift auf weißem Hintergrund.
  • Verschiedene Schriftarten. Entscheiden Sie sich für eine Schriftart und bleiben Sie dabei.
  • Schriftgrößen kleiner als 10 Punkte. Bevor der Personaler die Lupe holen muss, sortiert er Ihre Bewerbung aus.
  • Keine Absätze, Leerzeilen oder Rand. Sie sind keine Platz­ver­schwen­dung, sondern machen den Text einfacher lesbar.

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