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Tipps zur firmeninternen Bewerbung

Die besten Tipps für interne Bewerbungen

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Warum in die Ferne schweifen, wenn Sie sich beruflich weiterentwickeln wollen? Vor allem in größeren Unternehmen eröffnen sich immer wieder reizvolle Möglichkeiten, der Karriere im Zuge eines internen Wechsels Flügel zu verleihen. Dies erfolgreich in Angriff zu nehmen, ist trotz Heimvorteils keine Kleinigkeit: Auf eine interne Bewerbung gilt es genauso viel Sorgfalt zu verwenden, wie auf die Bewerbung für jeden anderen Job.

Das Wichtigste in 15 Sekunden

  • Mit einem internen Jobwechsel können Sie auch ohne Arbeitgeberwechsel Karriere machen
  • Bereiten Sie Ihre interne Bewerbung genauso gründlich vor, wie Sie es getan haben, als Sie in Ihrem jetzigen Unternehmen untergekommen sind
  • Persönliche und fachliche Fähigkeiten prüft man ebenso gründlich wie bei externen Bewerbern
  • Schließen Sie laufende Projekte ab und organisieren Sie eine Übergabe mit Ihren Kollegen

Sie sind schon länger im Betrieb und füllen Ihre aktuelle Stelle erfolgreich und mit Freude aus. Trotzdem beschleicht Sie das Gefühl, dass die Zeit für einen Tapetenwechsel reif ist. Sie wollen vorankommen, mehr Verantwortung übernehmen – vielleicht in einer Führungsposition –, und endlich spürbar mehr Geld in der Tasche haben. Andererseits scheuen Sie zurecht das Risiko, das mit einer Kündigung und dem Wechsel des Arbeitgebers verbunden ist. Die Alternative: Halten Sie Augen und Ohren in ihrer vertrauten Umgebung offen und aktivieren Sie Ihr innerbetriebliches Netzwerk. Sobald Sie eine Chance identifizieren, ergreifen Sie sie – mit einer internen Bewerbung.

Alles im Fluss

Gute Arbeitgeber und Chefs betreiben kluge Personalpolitik: Bevor sie Ressourcen für externes Recruiting strapazieren, prüfen Sie die Möglichkeiten interner Personalbeschaffung und -entwicklung. Das dient auch dazu, qualifizierten Fachkräften den Aufstieg zu ermöglichen, sie zu motivieren und langfristig im Unternehmen zu halten. Dennoch gibt es immer und überall ein gewisses Maß an Fluktuation: Kollegen wechseln an einen anderen Firmenstandort, sie gehen in Elternzeit oder in Rente, manche gönnen sich eine längere Auszeit vom Job, andere wiederum steigen selbst in der Hierarchie auf. Infolgedessen werden Stellen neu besetzt, darunter vielleicht genau die richtige für Sie. Wie erfahren Sie davon?

Über persönliche Kontakte

Wenn eine Stelle frei wird, spricht sich das in der betroffenen Abteilung schnell herum. Dortige Bekannte können Sie informieren und sicher auch Nützliches über den Arbeitsalltag in ihrem Umfeld berichten. Führungskräfte wissen mit als erste über Personal-Rochaden Bescheid. Wenn Sie Verbündete haben, die Sie fördern, geben sie Ihnen vielleicht einen Tipp – womöglich empfiehlt man Sie sogar. Voraussetzung für das Nutzen persönlicher Kontakte ist allerdings, dass Sie Ihren Wechselwunsch öffentlich kommunizieren – das kann bei Vorgesetzten und Kollegen Irritationen hervorrufen. Überlegen Sie sich deshalb gut, ob es ratsam ist.

Betriebsrat und Personalabteilung

Zwei weitere Bereiche, in denen Vakanzen frühzeitig publik werden, denn der Betriebsrat muss Versetzungen zustimmen und die Personalabteilung organisiert die Stellen-Neuvergabe. Auch hier gilt: Sich diesen Ansprechpartnern früh als Wechselkandidat zu offenbaren, kann wertvolle Hinweise bringen, setzt aber womöglich eine nicht gewünschte Eigendynamik in Gang. Oft ist es besser, interne Jobchancen zunächst diskret auszuloten.

Schwarzes Brett, Intranet und Mitarbeiterzeitung

Ein wenig antiquiert, aber noch nicht ganz aus der Mode gekommen sind Aushangtafeln mit Informationen für Mitarbeiter, darunter auch Stellenangebote. Ihr zeitgemäßes Pendant ist das Intranet: Auf dieser nur für Betriebsangehörige zugänglichen Online-Plattform findet sich gewöhnlich ein Stellenmarkt – meist gleich mit Formularen, um eine Bewerbung für den Job digital auf den Weg zu bringen. Mitarbeiterzeitungen berichten über strukturelle Veränderungen im Unternehmen. Wenn Sie ein gutes Gespür für damit voraussichtlich einhergehenden Personalbedarf haben, können Sie Ihr Glück mit einer internen Initiativbewerbung versuchen. Für das Bewerbungsschreiben gelten im Wesentlichen dieselben Regeln, wie bei einer Initiativbewerbung.

Internet

Häufig suchen Unternehmen geeignetes Personal sowohl intern als auch über externes Recruiting. Entsprechende Stellenangebote sind dann auch im Karriere-Bereich der Unternehmens-Website zu finden, darüber hinaus bei großen Online-Stellenbörsen, und immer öfter auch im Stellenmarkt beruflicher Social-Media-Netzwerke wie zum Beispiel XING.

Bewerbungstipps: Anlauf nehmen

Wenn ein attraktiver Posten winkt, bereiten Sie Ihre Bewerbung genauso gründlich vor, wie Sie es getan haben, als Sie in Ihrem jetzigen Unternehmen untergekommen sind. Sicher: Look und Feel der Firma kennen Sie inzwischen aus dem Effeff. Sie bewegen sich also auf vertrautem Terrain, haben über Ihr engeres Umfeld hinaus Einblicke in verschiedene andere Unternehmensbereiche gewonnen. Vielleicht gibt es Führungskräfte oder Personaler, die Sie fördern, eventuell hatten Sie auch mit Ihrem potenziellen neuen Chef schon zu tun.

Trotzdem: Auch wenn Sie allgemein als erfahrener Mitarbeiter und angenehmer Zeitgenosse bekannt sind, dürfen Sie nicht davon ausgehen, dass Ihnen fachlich überall ein Ruf wie Donnerhall vorauseilt. Sie müssen alle Beteiligten erst noch davon überzeugen, dass Sie der bestmögliche Kandidat sind, und dass jetzt der richtige Zeitpunkt dafür ist, Ihnen einen Karriereschritt zu ermöglichen. Ganz besonders gilt dies, wenn Sie sich gegen interne oder externe Mitbewerber durchsetzen müssen.

Anschreiben und Lebenslauf sind auch bei einer internen Bewerbung das A und O: Im Anschreiben bringen Sie auf den Punkt, was Sie dazu motiviert, sich um Ihre neue Wunschposition zu bemühen, was Sie dafür qualifiziert, und was Sie im möglichen neuen Wirkungskreis für Ihren Arbeitgeber bewegen können. Eigenlob stinkt, meinen Sie? Keineswegs, sofern man den richtigen Ton trifft. Ziehen Sie also im Anschreiben auch ganz sachlich ein Resümee: Welche Entwicklung haben Sie bisher im Unternehmen durchlaufen, was für Tätigkeiten dabei ausgeübt, welche Kunden betreut und welche Projekte erfolgreich gemanagt? Womöglich haben Sie sich während dieser Zeit weitergebildet – wenn ja: wann und wie? Kommen Sie auch darauf zu sprechen, wenn Sie sich intern bewerben.

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Diese Bestandsaufnahme spiegelt auch Ihr aktualisierter tabellarischer Lebenslauf wider. War er zuletzt bereits chronologisch rückwärts geordnet? Wenn nicht, bauen Sie ihn dementsprechend um – Aktuelles gehört nach vorne, es ist das Wichtigste. Last not least: Lassen Sie sich von Ihrem derzeitigen Vorgesetzten ein Zwischenzeugnis ausstellen. Zusammen mit Fortbildungsbescheinigungen oder -zertifikaten vervollständigt es Ihre runderneuerten Bewerbungsunterlagen.

Folgende Fehler sollten Sie vermeiden:

  • Vermeiden Sie vertrauliche Töne im Anschreiben, das riecht nach Kungelei. Die richtige Ansprache lautet „Sehr geehrter Herr …“ oder „Sehr geehrte Frau …“. Einzige Ausnahme: Das „Du“ gehört zur Firmenkultur und gilt vom Büroboten bis zum Geschäftsführer für alle.
  • In dieselbe Kategorie fällt es, das Ergebnis eines möglichen Vorstellungsgespräches kumpelhaft vorwegzunehmen. Bitten Sie um eine Einladung und bringen Sie Ihre Vorfreude darauf zum Ausdruck. Machen Sie klar, dass Sie bei dieser Gelegenheit gute Argumente für eine Versetzung oder Beförderung vorbringen werden.
  • Bewerben Sie sich nicht parallel auf mehrere offene Stellen – das wirkt unentschlossen und unglaubwürdig.

Bewerbungstipps: Persönlich überzeugen

Bereiten Sie sich gründlich auf eines oder mehrere Vorstellungsgespräche vor. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass man Sie und Ihre fachlichen und persönlichen Vorzüge schon kennt. Wahrscheinlich wird man im Vorstellungsgespräch beides mit Blick auf Ihren möglichen neuen Aufgabenbereich ebenso auf Herz und Nieren prüfen, wie bei externen Bewerbern auch. Informieren Sie sich deshalb möglichst genau über die Anforderungen der neuen Position. Stellen Sie sich gut auf Ihre Gesprächspartner ein, und rekapitulieren Sie, was Sie über optimale Selbstpräsentation wissen, falls Ihre letzte Bewerbung oder das letzte Vorstellungsgespräch schon länger zurückliegen.

Sicherlich wissen Sie, ob in Ihrem Unternehmen über das Vorstellungsgespräch hinaus Assessment Center oder vielleicht sogar psychologische Tests üblich sind. Seien Sie gegebenenfalls darauf gefasst, auch als interner Bewerber daran teilnehmen zu müssen.

Neustart im alten Unternehmen

Sie haben alles gut überstanden und den Zuschlag bekommen? Herzlichen Glückwunsch. Falls Sie es bisher vermeiden haben über Ihren bevorstehenden Jobwechsel zu sprechen, weil Sie Flurfunk vermeiden wollte, sollten Sie das jetzt tun und zu gegebener Zeit geordnete Verhältnisse hinterlassen: Schließen Sie laufende Projekte ab und organisieren Sie eine Übergabe. Bieten Sie an, Ihrem Nachfolger behilflich zu sein – indem Sie ihn selbst einarbeiten, oder als kompetenter Ansprechpartner falls er nach Ihrem Abschied Hilfe braucht. Und wenn auch das geschafft ist: Wie wäre es mit einem Urlaub, bevor sie in Ihrer neuen Position loslegen?

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