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Hobbys im Lebenslauf: Persönliches preisgeben, oder lieber nicht?

Hobbies im Lebenslauf: Business woman posing with exercise mat

©Fotolia / fizkes

Interessieren sich Personaler für die Freizeitaktivitäten von Bewerbern? Viele halten dies für einen wichtigen Punkt, manche dagegen für verzichtbar. Falls Sie Hobbys pflegen, aus denen sich ein positiver Bezug zum Berufswunsch ableiten lässt, dann nennen Sie sie im Lebenslauf. Aber Flunkern ist tabu, und Empfänger mit Belanglosem zu langweilen erst recht.

Das Wichtigste in 15 Sekunden

  • Hobbys, aus denen sich ein positiver Bezug zum Berufswunsch ableiten lässt, können den Lebenslauf abrunden.
  • Privates zu erwähnen, ist kein Muss. Wenn Sie es tun, dann präsentieren Sie sich authentisch.
  • Personaler gewinnen dadurch über Ihr Fachwissen und Ihre Motivation hinaus einen Gesamteindruck von Ihrer Persönlichkeit.
  • Hobbys und gegebenenfalls Ehrenämter gehören ans Ende des tabellarischen Lebenslaufes.
So viel ist klar: Wenn Sie privat gerne programmieren, wird Ihnen das als künftiger Software-Entwickler zum Vorteil gereichen. Und wer seit jeher nebenbei an Technik tüftelt, sollte das bei einer Bewerbung als Ingenieur nicht verschweigen. Was aber, wenn Sie tagelang angeln gehen, oder sich in jeder freien Minute mit Kampfsport verausgaben: Sind sie dann zwangsläufig ein wortkarger Eremit, beziehungsweise jemand der stets mit dem Kopf durch die Wand will? Aber nein, natürlich ist es anders: Am Wasser zeigen Sie solange Konzentration und Ausdauer, bis Sie einen richtig dicken Fisch am Haken haben. Und auf der Matte bringen Sie Körper, Geist und Seele miteinander in Einklang. Alles ideale Eigenschaften um im Beruf Erfolg zu haben, nicht wahr? Zu dieser Einschätzung dürfte auch ein Recruiter kommen, wenn er die Stichworte in Ihrem Lebenslauf sieht – und Sie im Vorstellungsgespräch alles entsprechend erläutern.

Sie merken: In beinahe jedes Hobby lässt sich Unterschiedliches hineininterpretieren. Im Lebenslauf Privates zu erwähnen, ist kein Muss. Sollten Sie sich dafür entscheiden, dann präsentieren Sie sich authentisch – nennen Sie nur jobrelevante Aktivitäten, über die Sie Aufschlussreiches mitzuteilen haben. Das Gesagte soll dem Personaler helfen, über Ihre fachlichen Qualitäten und Ihre Motivation hinaus einen möglichst umfassenden Eindruck von Ihrer Persönlichkeit zu gewinnen – einen durchweg positiven, versteht sich. Verkehrt wäre es, Freizeitaktivitäten hinzu zu dichten, weil sie vermeintlich gut ankommen. Falls das auffällt, setzen Sie sich in die Nesseln.

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„Grundsätzlich ist es gut, den Lebenslauf durch aussagekräftige Beigaben anzureichern und nicht nur die nüchternen Stationen aufzuführen. Wenn sich aber jemand nicht damit wohl fühlt, seine Freizeitbeschäftigungen und Vorlieben preiszugeben, dann sollte er das auch lassen.“

Gitte Härter – Coach, Ratgeber-Autorin und ehemals Personalverantwortliche in einem großen Unternehmen

Wer sollte Hobbys nennen?

Wenn Sie sich um ein Praktikum oder einen Ausbildungsplatz bemühen, sind Sie beruflich noch ein unbeschriebenes Blatt und Ihre Bewerbungsunterlagen fallen nicht sehr umfangreich aus. Deshalb können und sollten Sie darin etwas ausführlicher auf Ihre Freizeitaktivitäten eingehen – Stichworte dazu gehören in den Lebenslauf, im Anschreiben ist Platz für Erläuterungen. Ihrem möglichen Arbeitgeber hilft dies zu erkennen, welche für das gewünschte Berufsfeld nutzbaren Erfahrungen, Fähigkeiten und Interessen Sie mitbringen. Erfahrene Fachkräfte überzeugen in erster Linie mit den im Anschreiben und im Lebenslauf formulierten Einstellungsargumenten, Hobbys können diese ergänzen – je höher man in der Hierarchie aufsteigt, desto weniger Bedeutung kommt ihnen aber zu. Bei Bewerbern für Posten im Top-Management oder in der Geschäftsführung sind private Interessen, wenn überhaupt, erst im Interview ein Thema. Mit einer Ausnahme: Hier und da sind bei ihnen Hobbys gern gesehen, die für die Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe stehen, zum Beispiel Golfen, Polo spielen oder Regattasegeln.

Was können Hobbys über Sie verraten?

Allerweltsbeschäftigungen wie Lesen, Musik hören, Gemäldeausstellungen besuchen, oder gar Fernsehen und am Computer spielen wirken langweilig. Sind Sie langweilig? Wenn Sie aber selbst schreiben, ein Instrument spielen oder malen, haben Sie offensichtlich eine kreative Ader – eine gute Voraussetzung für viele Berufe. Mannschaftssportler sind umsichtige Teamplayer. Ausdauer- und Extremsportler dagegen wohl eher Individualisten und vielleicht Draufgänger – das kann sie für eine Stelle prädestinieren oder auch von Nachteil sein. Solche Pro- und Contra-Beispiele gibt es viele. Achten Sie darauf, dass Ihnen kein Hobby zum Hindernis werden kann.

Ehrenämter machen Eindruck

Soziales Engagement in der Freizeit – für welchen guten Zweck auch immer – hat einen hohen Stellenwert, denn es zeugt von Eigeninitiative und Verantwortungsbewusstsein. Beim Bewerben kann das Pluspunkte bringen. Erwähnen Sie was Sie diesbezüglich tun und zeigen Sie in kompakter Form Ihre dabei erzielten Erfolge auf. Vorsicht allerdings mit Engagement in Vereinen, die möglicherweise konträr zu den Interessen des Arbeitgebers sind. Der Vorsitz im Tierschutzverein ist für den Job als Chemielaborant bei einem Pharmaunternehmen vielleicht nicht unbedingt die beste Wahl.

Wohin im Lebenslauf gehören die Hobbys?

Stellen Sie Hobbys in Stichworten als letzten Block ans Ende der Tabelle, gegebenenfalls zusammen mit Ihren ehrenamtlichen Tätigkeiten. Ein kluger Kniff ist es, die Hobbys zusammenfassend als „Interessen“ zu titulieren, das klingt seriöser. Sollten Sie Ehrenämter mit aufführen wollen, läuft das Ganze unter „Interessen und Engagement“. Mitgliedschaften in Parteien haben im Lebenslauf übrigens grundsätzlich nichts zu suchen – es sei denn, Sie bewerben sich bei einer.

Hobbys gehören an den Schluss – aber wo steht noch mal der Schulabschluss? Mit einem kostenlosen Editor können haben Sie die Struktur Ihres Lebenslauf perfekt im Griff:
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