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Rein in die Praxis: Berufsbeginn mit einer Ausbildung

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Der beliebte Elternspruch: „Mach doch mal was Vernünftiges!“ hat manchmal durchaus seine Berechtigung: Eine Berufsausbildung ist ein sicherer Weg zu einem festen Arbeitsplatz und ein solider Start ins Berufsleben. In etwa drei Jahren schaffen Sie es damit von der Schulbank in den Beruf. Nur: Welche Ausbildung soll es sein? Die folgenden Tipps und Hinweise helfen bei der ersten Orientierung für die Suche nach dem Ausbildungsplatz.

Das Wichtigste in 15 Sekunden

  • Gute Gründe sprechen dafür, mit einer klassischen Berufsausbildung in die Karriere zu starten
  • Mit der richtigen Strategie finden Sie den passenden Ausbildungsberuf
  • Konzern oder kleinerer Betrieb? Wichtige Aspekte bei der Suche nach einem geeigneten Ausbildungsunternehmen
  • Bitte nicht drängeln: Die derzeit beliebtesten Berufe

Im vergangenen Jahr stellten Unternehmen allein in Deutschland mehr als 500.000 neue Lehrlinge ein – bei deutlich höherer Nachfrage. In der Schweiz und in Österreich sieht es ähnlich aus: Viele Betriebe finden immer öfter keinen Nachwuchs. Dabei bietet eine Lehre viele Vorteile:

1. Gehalt ab dem ersten Tag der Ausbildung
Wer gerne auf eigenen Beinen stehen will, macht mit einer Ausbildung nichts falsch. Allerdings schwankt das Gehalt in den verschiedenen Berufen sehr stark. Während Jobs wie Industriemechaniker oder Kaufmann im Handel (in Österreich oft auch Bürokaufmann) relativ gut bezahlt werden, sind Handwerksberufe wie Friseur oder Schreiner (in Österreich: Tischler) oft sehr niedrig entlohnt. Einig sind sich alle Berufe darin, dass die gezahlte Summe während der Ausbildung steigt – mal von Jahr zu Jahr, mal nach erreichten Ausbildungsschritten (etwa der Zwischenprüfung).

2. Sichere Perspektive
Die meisten Unternehmen bilden bedarfsorientiert aus. Das bedeutet, dass sie immer so viele Lehrlinge einstellen, wie sie auch neue Fachkräfte brauchen. Wer seine Ausbildung also ordentlich absolviert, hat sehr gute Chancen, im Anschluss übernommen zu werden. Ein Selbstläufer ist das jedoch nicht: Schließlich lernt das Unternehmen seine Mitarbeiter während der Ausbildung gut kennen. Das beginnt mit einem ordentlichen Lebenslauf. Aber auch Ihr Engagement und Ihre Einsatzbereitschaft tragen vom ersten Tag an im Betrieb dazu bei. Übrigens: Einen überzeugenden Lebenslauf erstellen Sie mit unserem kostenlosen Konfigurator in kürzester Zeit. Jetzt Lebenslauf erstellen

3. Gute Entwicklungsmöglichkeiten
Wenn die Übernahme geglückt ist, sind die Perspektiven sehr gut. Denn das Unternehmen hat schließlich nicht aus Nächstenliebe drei Jahre Zeit und Geld in Sie investiert. Nach der Ausbildung kann es daher im Unternehmen viele Wege geben, um weiterzukommen. Wer sich fachlich vertiefen will, kann sich etwa in technischen Berufen zum Facharbeiter oder Meister weiterqualifizieren. So übernimmt man immer mehr Verantwortung im Betrieb – und ist vielleicht nach einiger Zeit selbst für die neuen Auszubildenden zuständig.
Lehrling, Auszubildender, Azubi – in Deutschland ist das ein und dasselbe. In der Schweiz und in Österreich ist das etwas förmlichere „Auszubildender“ nicht gängig, die Abkürzung „Azubi“ nutzt hier niemand. Bei einer Bewerbung in den Nachbarländern sollten Sie das berücksichtigen.

Wie findet man die richtige Ausbildung?

Ausgebildet wird immer in sehr konkreten und klar abgegrenzten Berufen. Wichtig ist es also, dass Sie schon bei der Ausbildungssuche sehr genau wissen, was Ihnen Spaß macht. Mit den richtigen Strategien sollte das aber kein Problem sein. Ein Praktikum kann die endgültige Absicherung bringen, dass Sie den richtigen Ausbildungsberuf für sich gefunden haben.

Wenn Sie wissen, welcher Beruf der richtige ist, stellt sich die Frage nach dem passenden Ausbildungsbetrieb, sprich: bei welchem Unternehmen bewerben Sie sich? Dabei stehen Ihnen prinzipiell alle Türen offen: Wer gerne in seinem Heimatort bleiben will, erkundigt sich am besten bei den Firmen in der Nachbarschaft. Wenn Sie unternehmungslustiger und flexibler sind, erkundigen Sie sich bei der Arbeitsagentur, in Österreich respektive bei Ihrem Arbeitsmarktservice (AMS), in der Schweiz im Arbeitsvermittlungszentrum (RAV), oder im Internet über mögliche Anbieter Ihrer Wunschausbildung, beispielsweise im Stellenmarkt von XING.

„Wer bereits einen Wunscharbeitgeber im Auge hat, sollte versuchen direkt mit Firmenvertretern ins Gespräch zu kommen, z.B. auf Karrieremessen. Bereiten Sie sich aber gut vor: Warum möchten Sie zu dem Unternehmen? Welchen Job können Sie sich vorstellen? Und was bringen Sie dafür mit?“

Christoph Fellinger, Talent Relationship Management, Beiersdorf AG

Wohin geht die Reise? Worauf Sie bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz achten sollten.

Ausgebildet wird überall: bei riesigen Weltkonzernen genauso wie bei kleinen Handwerksbetrieben nebenan. Natürlich unterscheiden sich die Angebote je nach Größe und Ausrichtung des Betriebs. Das Bewerbungsverfahren ist allerdings weitgehend gleich. Auf die schriftliche Bewerbung mit Anschreiben und Lebenslauf folgt im besten Fall ein Bewerbungsgespräch. Dabei hilft Ihnen unsere Checkliste mit den wichtigsten Fragen und Antworten:

Download: Checkliste Vorbereitung Vorstellungsgespräch

Sie haben eine Einladung zum Vorstellungsgespräch? Super. Jetzt folgt etwas Arbeit zur Vorbereitung für das Gespräch: Halten Sie Ihre Notizen zum Unternehmen (Mitarbeiteranzahl, Branche etc.) in dieser Checkliste fest und erhalten Sie zudem Tipps, damit Ihr persönliches Auftreten gelingt.

Download: Checkliste Vorbereitung Vorstellungsgespräch

Sie haben eine Einladung zum Vorstellungsgespräch? Super. Jetzt folgt etwas Arbeit zur Vorbereitung für das Gespräch: Halten Sie Ihre Notizen zum Unternehmen (Mitarbeiteranzahl, Branche etc.) in dieser Checkliste fest und erhalten Sie zudem Tipps, damit Ihr persönliches Auftreten gelingt.

Bei der Ausbildung an sich gibt es dann wieder viele Unterschiede. Manche Unternehmer haben richtig Lust, Ihr Wissen an den Nachwuchs weiterzugeben. Wer in einem solchen Betrieb einen Ausbildungsplatz findet, kann sicher sein, dass er auf engagierte Ausbilder trifft – und viel für sein späteres Berufsleben mitnehmen kann. Andere Arbeitgeber nutzen Auszubildende mitunter nur als billige Arbeitskraft. Die Extreme zu erkennen und auch die vielen Abstufungen dazwischen, ist nicht immer einfach. Anhaltspunkte, die darüber Aufschluss geben, sind etwa:

  • Informationsangebot
    Informiert das Unternehmen ausführlich über die Ausbildungsmöglichkeiten, sind Ansprechpartner für Fragen genannt und gibt es vielleicht schon detaillierte Pläne, was die Ausbildung umfassen wird? Dann ist das ein gutes Zeichen. Eine schlecht gepflegte Internetseite, lieblos aufgeführte Fakten oder wenig Anhaltspunkte zur Ausbildungssituation sollten hingegen eher hellhörig machen.
  • Reaktion auf Anfragen
    Stehen Ansprechpartner für Fragen zur Verfügung, beantwortet man Ihre telefonischen oder schriftlichen Fragen vorab umfassend und in angemessener Zeit und gibt es vielleicht sogar die Möglichkeit, via Facebook oder Twitter in Kontakt zu treten? Das spricht für den Ausbildungsbetrieb. Ist niemand für Fragen zuständig, keiner erreichbar oder versanden E-Mails einfach, lassen Sie besser die Finger von diesem Betrieb.
  • Transparenz
    Viele Unternehmen bieten Schnuppertage für Interessenten an, halten Informationsveranstaltungen ab oder nehmen an Ausbildungsmessen teil. Vielfach gibt es die Möglichkeit, mit anderen Azubis zu sprechen oder einen Blog, in dem sie Ihre Eindrücke schildern. All das spricht für eine offene Unternehmenskultur in Sachen Ausbildung und schlägt sich als dickes Plus bei der Abwägung nieder. Treten Firmen hingegen kaum öffentlich in Erscheinung, gibt es keine Hinweise auf die Situation der bisherigen Azubis oder gar darauf, dass deren Aussagen zensiert werden, müssen andere Argumente für dieses Unternehmen sehr gut sein. Einen guten Eindruck über die Erfahrungen ehemaliger und aktiver Mitarbeiter bekommt man beispielsweise im Bewertungsportal kununu.

Haben Sie sich für einen oder mehrere potenzielle Ausbildungsbetriebe entschieden oder haben Sie vielleicht sogar Angebote mehrerer Unternehmen? Dann achten Sie für die engere Auswahl am besten auf die Details.

  1. Welchen Schwerpunkt hat die Ausbildung? Das ist besonders bei einigen allgemein gehalten Berufsbildern sehr wichtig. Nach einer Ausbildung zum „Kaufmann für Büromanagement“ (in Österreich: Bürokaufmann) etwa ist man als Allroundkraft einsetzbar. für die Ausbildung bedeutet das, dazu kann viel telefonieren genauso gehören wie sorgfältige Aktenarbeit. Wer im Vorstellungsgespräch nachhakt, was im Betrieb konkret zu tun ist, der kann sich besser entscheiden.
  2. Was steht genau im Ausbildungsvertrag? Als Auszubildender hat man genau definierte Rechte, was etwa Gehalt und Arbeitszeiten angeht. Die sollten Sie schon bei der Ausbildungssuche kennen. Auch ob der Ausbildungsbetrieb tariflich organisiert ist oder nicht, kann eine Rolle spielen.
  3. Kann man die Ausbildung verkürzen? Für jede Ausbildung ist eine bestimmte Dauer festgelegt, die in aller Regel zwischen zwei und drei Jahren liegt. Manche Berufe bieten aber die Möglichkeit, die Ausbildung bei guter oder sehr guter Leistung zu verkürzen. Fragen Sie schon beim Vorstellungsgespräch nach, ob Ihr Wunschbetrieb eine kürzere Lehrzeit unterstützt und halten Sie die Bedingungen gegebenenfalls im Ausbildungsvertrag fest.
  4. Welche zusätzlichen Angebote gibt es in der Ausbildung? Einige Unternehmen bieten über die reguläre Ausbildung hinaus weitere Leistungen für Ihre Azubis an, beispielsweise Sprach- und Computerkurse, Betriebssport oder Essenszuschüsse. Andere laden ihre Lehrlinge zu Beginn der Ausbildung auf eine gemeinsame Fahrt ein, damit sich auch Auszubildende aus verschiedenen Standorten kennenlernen. Und in einigen großen Konzernen ist es manchmal sogar möglich, einen Teil der Ausbildung im Ausland zu absolvieren.

Ob Sie sich für ein großes Unternehmen oder einen kleinen Ausbildungsbetrieb entscheiden – wichtig ist letztendlich, dass der Beruf zu Ihnen passt. Dabei ist Interesse für eine Nische nicht unbedingt ein Jobgarant – ebenso wenig aber eine Ausbildung in Berufen, die für viele interessant sind.

Hoch im Kurs: Das sind die beliebtesten Ausbildungsberufe

Zu den beliebtesten Ausbildungsberufen bei Frauen zählten im vergangenen Jahr die „Kauffrau für Büromanagement“ (Bürokauffrau), Verkäuferin und „Kauffrau im Einzelhandel“ (Einzelhandelskauffrau). Bei Männern waren die Ausbildungen zum Kfz-Mechatroniker, zum Industriemechaniker und zum „Kaufmann im Einzelhandel“ am beliebtesten. Es gibt zwar eine Menge Dauerbrenner bei den Ausbildungsberufen, aber auch diese werden immer wieder neu überarbeitet, weil sich etwa die Technik oder die Anforderungen sehr stark wandeln. Im Sommer dieses Jahres tritt etwa eine neue Ordnung für die Ausbildung zum Werksfeuerwehrmann in Kraft. Und im Jahr 2013 wurden gleich elf Ausbildungsberufe zu einem einzigen neuen zusammengefasst: zur „Fachkraft für Metalltechnik“. Einen Überblick über angebotene Ausbildungsberufe und Kennzahlen für angeschlossen Verträge bzw. offene Stellen liefern in Deutschland unter anderem die regionalen Industrie- und Handelskammern.

Für alle, die sich auch im deutschsprachigen Ausland umsehen wollen, haben wir Tipps zur Ausbildung in der Schweiz und zur Ausbildung in Österreich.


Service-Info: Schüler oder Student und noch keine Idee, wo es mit der Ausbildung langgehen soll? Für die berufliche Orientierung können Sie mit unseren kostenlosen Online-Tests selbst überprüfen, wo Ihre Stärken und Schwächen liegen. Oder suchen Sie direkt nach einem Ausbildungsplatz Ihrer Wahl mittels des XING Stellenmarktes. Falls Sie zusätzlich Unterstützung die Bewerbungsunterlagen betreffend brauchen, empfehlen wir Ihnen einen Blick auf unsere Muster-Vorlagen zu werfen.


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