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Ab an die Uni! So finden Sie das richtige Studium

Nach der Schule als Student an die Uni

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Nach der Schule an die Uni – dafür entscheiden sich allein in Deutschland jedes Jahr rund 500.000 Abiturienten. Dabei reicht die Auswahl an Studienfächern von „Abfallwirtschaft“ bis „Zupfinstrumente“. Mit unseren Tipps finden Sie das Fach, das zu Ihnen passt. Außerdem verraten wir Ihnen, wie Sie die Chancen erhöhen, an Ihrer Wunschuni zu studieren.

Das Wichtigste in 15 Sekunden

  • Bachelor- oder Master-Titel als Voraussetzung: Viele Berufe bleiben ohne abgeschlossenes Studium unerreichbar
  • Höhere Einstiegsgehälter und besonders gute Entwicklungschancen winken Akademikern als Plus
  • Mehr Theorie, mehr Praxis, oder ein Duales Studium? Entscheidungshilfen für die Fächer- und Hochschulwahl
  • Numerus Clausus und Bewerbung: Wie Sie sich den Weg an Ihre Wunsch-Uni bahnen

Ein Studium wird heute häufig in vielen Berufen als Bedingung für eine Karriere vorausgesetzt. Ob dabei als Abschluss Bachelor, Master oder sogar eine Promotion gefordert wird, hängt sehr von dem jeweiligen Berufsfeld ab. Wenn Sie studieren, investieren Sie in jedem Fall in sich selbst: Während des Studiums verdienen Sie zwar kein Geld, dafür ist Ihr Einstiegsgehalt nach dem Abschluss in der Regel deutlich höher – und die Entwicklungschancen im Laufe des Berufslebens sind vielfältiger. Warum also studieren? Weil Ihnen damit schlicht und einfach mehr Türen offen stehen.Allerdings gehört zu jedem Studium eine ordentliche Portion Durchhaltevermögen. Auch wenn die Studiengänge im Bachelor- und Mastersystem viel strukturierter sind als früher: Der größte Teil der Organisation und die Spezialisierungen hängt trotzdem an Ihnen selbst. Das kann während des Studiums nerven, trainiert jedoch das selbstständige Arbeiten – auch deshalb ist ein Studium für viele Personaler ein wichtiges Kriterium.

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Was studieren? Entscheidungshilfen für die passende Studienwahl

Sie wollen also loslegen? Dann haben Sie erst einmal die Qual der Wahl: Es gibt fast 10.000 Möglichkeiten, in Deutschland zu studieren. Ob an einer Universität oder Fachhochschule ist dabei noch die einfachste Frage. Die Fächerkombination stellt viele angehende Studierende vor größere Herausforderungen. Bei der Wahl des richtigen Faches hilft natürlich, wenn Sie sich über die eigenen Interessen bereits klar sind – dabei können unsere Tipps helfen.

Damit ist zumindest der erste Schritt schon mal getan. Die nächste Entscheidung ist vermutlich ebenso einfach: Wollen Sie sehr praxisnah studieren und schnell in den Job? Dann ist insbesondere in den Ingenieurswissenschaften eine Fachhochschule oder Hochschule für angewandte Wissenschaften eine gute Wahl. Wer’s theoretischer mag und eine Vorliebe dafür hat, wissenschaftliche Fragen durch eigene Forschung zu beantworten, ist an einer Universität gut aufgehoben. Bei der Wahl des Studienfachs hilft auch:

  • Modulhandbücher lesen
    Trocken, aber hilfreich. Jeder Studiengang muss genau veröffentlichen, welche Fächer man während des Studiums abschließen muss – und was in diesen Fächern gelehrt wird. Das verrät Ihnen schon einiges über die tatsächlichen Schwerpunkte.
  • Rankings studieren
    Zahlreiche Anbieter erstellen Ranglisten empfehlenswerter Hochschulen nach verschiedenen Kriterien. Oft sind es die Studenten selbst, die ihr Studium bewerten – und sie wissen es ja schließlich am besten. Das umfassendste und detailliertes ist das CHE-Ranking. Das kann bei der Eingrenzung helfen: Welche Uni ist besser in der Forschung? Und wo ist die Betreuung der Studenten besser?
  • Mit Studenten sprechen
    Der direkte Kontakt mit Studierenden von den Wunschhochschulen hilft bei den praktischen Fragen ganz ungemein weiter. Ist das Fach wirklich so praxisnah wie versprochen? Und finde ich mit meinem Budget auch eine bezahlbare Wohnung in Uninähe? Studierende, die einem weiterhelfen, findet man ganz leicht im Internet: Oft sind sie in sogenannten Fachschaften für jeweils einen Studiengang organisiert und haben eine eigene Website. Eine kurze Internet-Recherche hilft!

Du kommst hier nicht rein! So klappt’s mit dem Studienplatz

Wenn klar ist, welches Fach und welche Uni in Frage kommen, steht die nächste Herausforderung an: Die Bewerbung um den Studienplatz. Der Schrecken aller Bewerber ist dabei der „Numerus Clausus“, kurz NC. Da viele Fächer stärker nachgefragt werden, als Studienplätze zur Verfügung stehen, haben bundesweit einige Hochschulen die Zulassung zu diesen Fächern beschränkt. Laut Spiegel Online sind 42 Prozent aller Studienfächer im kommenden Wintersemester mit einem NC belegt. Er gibt an, wer sich bewerben darf – und wer aufgrund verschiedener Kriterien das Nachsehen hat. In der Regel setzt sich der Wert aus dem Abiturschnitt, den Wartesemestern und verschiedenen anderen Faktoren zusammen, etwa der Berufspraxis oder dem Ergebnis eines hochschuleigenen Tests.

Vor allem der dritte Faktor kann Ihnen auf dem Weg an Ihre Wunschuni helfen: Erkundigen Sie sich im Vorfeld, welche Kriterien an der Hochschule Ihrer Wahl in die Berechnung des Numerus Clausus mit einfließen. Dazu zählen etwa:

  • Berufserfahrung
    Manche Fachhochschulen oder Universitäten erkennen gesammelte Berufspraxis an. Das kann eine Ausbildung sein oder auch ein längeres Praktikum. Wenn es nicht sofort mit dem Wunsch-Studium klappt, kann ein Praktikum schon den erhofften Erfolg für die erfolgreiche Bewerbung im nächsten Jahr bringen. Wer sich schon während der Schulzeit über die Zulassungssituation seines Lieblingsfaches informiert, punktet womöglich mit Praktika in den Sommerferien.
  • Eignungstest
    Die Schulnote in Geschichte sagt nur wenig darüber aus, ob Sie gut im Medizinstudium wären. Manche Unis setzen deshalb mittlerweile auf Tests, bei denen Sie sich in den verschiedensten Aufgaben beweisen müssen. Wer sich gezielt darauf vorbereitet, erhöht seine Chancen deutlich. Der Blick in eins der zahlreichen Trainingsbücher, die es derzeit auf dem Markt gibt, lohnt also in jedem Fall – von Allgemeinwissen bis zu Fachspezifischem.
  • Auswahlverfahren
    Immer mehr Universitäten wollen genau wissen, wer bei Ihnen studiert. Eine Bewerbung für ein Studium kann dort der Bewerbung in einem Unternehmen ähneln. Ein gutes Anschreiben und ein überzeugender Lebenslauf heben Ihre Chancen bei der Studienwahl gewaltig. Wenn Sie dann auch noch beim Vorstellungsgespräch überzeugen, steht der Studienkarriere nichts mehr im Weg.
  • Plätze tauschen
    Ein Notnagel: Sie haben einen Platz an einer Uni, wollen aber an eine andere? Verschiedene Datenbanken im Internet versuchen, Sie mit anderen Studenten zusammenzubringen, die vielleicht an Ihre Uni wollen.

Wenn alle Stricke reißen und Sie es nicht in das Wunschstudium oder die begehrte Uni schaffen, prüfen Sie am besten noch mal Ihre Entscheidung. Vielleicht gibt es eine Alternative, die Ihrem Wunschfach sehr ähnlich ist, aber keine Zulassungsbeschränkung aufweist. Oder vielleicht ist eine Lehre die perfekte Vorbereitung aufs Studium? Mit einem Dualen Studium kombinieren Sie sogar beides und profitieren von einem unschätzbaren Vorteil: der Bezahlung.

Duales Studium: Das Beste aus zwei Welten!?

Studieren, aber Geld verdienen. Tief in die Theorie einsteigen, aber gleichzeitig berufsorientierte Praxiserfahrung sammeln. Studienzeit genießen, aber von Anfang an die Karriere vorantreiben. Klingt alles ganz nach Ihrem Geschmack? Dann sollten Sie sich über ein Duales Studium informieren. Es ist das Markenzeichen unseres Bildungssystems und bietet derzeit schon über 900 Studiengänge an.

Es verbindet die Ausbildung im Unternehmen mit einem Studium an einer Hochschule. Nach drei Jahren haben Sie damit sogar zwei Abschlüsse in der Tasche: den Bachelor und eine Lehre. Mit diesen Vorteilen werben die dualen Studiengänge für sich. Dabei läuft das Aufnahmeverfahren in der Regel etwas anders als bei einem normalen Studium.

Da bei einem Dualen Studium ein Unternehmen Ihre Ausbildung finanziert, bewerben Sie sich zielgerichtet mit Anschreiben, Lebenslauf und den wichtigsten Dokumenten direkt dort. Dabei gilt wie bei jeder Bewerbung: Schauen Sie sich Unternehmen genau an und richten Sie Ihre Bewerbung darauf aus. Ihren Lebenslauf können Sie übrigens ganz einfach mit unserem kostenlosen Editor erstellen.

Der duale Studien-Rhythmus schlägt im Drei-Monats-Takt. Hat die Bewerbung geklappt, verbringen Sie die vorlesungsfreie Zeit (auch Semesterferien genannt) im Unternehmen und werden dort ausgebildet. Dazwischen besuchen Sie eine Hochschule oder Berufsakademie und studieren dort. Die Bachelorarbeit absolvieren Sie schließlich in Ihrem Unternehmen.

Vorteile und Herausforderungen Duales Studium

Vorteile:

  • Sie erhalten von Anfang an Gehalt – auch während der Zeit an der Hochschule.
  • Der Arbeitgeber trägt eventuelle Studiengebühren.
  • Praktika absolvieren Sie direkt im Unternehmen. Gerade bei international aufgestellten Firmen ist es möglich, Praktika auch im Ausland zu absolvieren. Ein echter Booster für Ihre noch junge Karriere.
  • Gute Übernahmechancen: mit dem Dualen Studium wollen Unternehmen Nachwuchskräfte an sich binden.

Herausforderungen:

  • Im Gegensatz zu anderen Studierenden haben Sie deutlich weniger Freizeit: in den Semesterferien wenden Sie das theoretische Wissen aus der Hochschule in Ihrem Unternehmen an. Überlegen Sie gut, ob der Wechsel aus Theorie und Praxis das Richtige für Sie ist.
  • Hochschule und Unternehmen sind oft nicht in derselben Stadt. Räumliche Flexibilität ist unerlässlich.
  • Manche Unternehmen schreiben im Ausbildungsvertrag fest, dass Sie danach für einige Jahre im Unternehmen bleiben. Die zweite Seite der Medaille: Sie haben noch vor dem Abschluss Ihre erste Festanstellung sicher.
Vorurteilscheck: Was bietet ein Studium – und was nicht?
Warum steht ein Student um sieben Uhr auf? Weil um acht Uhr die Supermärkte schließen. Immer noch halten sich einige Vorurteile über das scheinbar süße Studentenleben hartnäckig. Vor der Studienwahl die wichtigsten Punkte im Check:

  • Viel Freizeit:
    Stimmt nicht mehr. Gerade in den ersten Semestern ist der Stundenplan des Studenten oft sehr dicht. Was bleibt, ist aber immer noch eine gewisse Freiheit, welche Kurse man an welchem Wochentag belegt. Und wenn Sie gut planen, haben Sie alle Hausarbeiten zum Ende der Vorlesungen fertig – und tatsächlich noch ein paar Wochen, die Sie selbst gestalten können.
  • Keine Praxis:
    Kommt drauf an. Viele Studiengänge haben mittlerweile auch ein Berufspraktikum als Pflicht in das Studium integriert. Gerade an Fachhochschulen ist der Praxisanteil sehr hoch.
  • Keine Vorbereitung auf das Berufsleben:
    Stimmt längst nicht mehr. An allen Universitäten gibt es mittlerweile Einrichtungen, die gezielt auf den Einstieg in das Berufsleben vorbereiten. In Kursen lernen Sie etwa, wie Sie sich auf ein Vorstellungsgespräch oder einen Einstellungstest vorbereiten oder eignen sich Fähigkeiten an, die Sie im Job benötigen – sogenannte Soft Skills. Das können Präsentationstechniken und Rhetorik ebenso sein wie Kritikfähigkeit. Übrigens: Mit unserem kostenlosen Lebenslauf-Editor erstellen Sie auch ohne Studium einen überzeugenden Lebenslauf.

Besonderheiten in Österreich

In Österreich sind die Studienbedingungen mit denen in Deutschland vergleichbar – mit einem nennenswerten Unterschied: Hier gibt es keinen Numerus Clausus. Das macht das Nachbarland zum beliebten Ziel für Studierende aus Deutschland. In vielen Studiengängen können Sie sich ohne irgendeine Zulassungsprüfung einschreiben. Aber aufgepasst: Für beliebte Fächer wie Medizin, Psychologie, Architektur oder Biologie gibt es auch hier spezielle Aufnahmeverfahren. Dabei setzt jede Universität eigene Fristen für den Studienbeginn. Als Orientierung gilt: Die Bewerbung sollten zwischen Juli und September eingegangen sein. Informieren Sie sich rechtzeitig, welche Herausforderungen auf Sie zukommen und was Sie beachten müssen.

Besonderheiten in der Schweiz

Prinzipiell ist das Studiensystem in der Schweiz vergleichbar mit Deutschland und Österreich. Allerdings: Die Schweiz ist dreisprachig. An einigen Unis wird Italienisch oder Französisch unterrichtet, darauf sollten Sie bei der Bewerbung achten. Wenn Sie sich beispielsweise in Genf einschreiben wollen, brauchen Sie unter Umständen ein Sprachzertifikat. Zudem sind die Studiengebühren und die Lebenshaltungskosten in der Schweiz deutlich höher als in Deutschland oder Österreich.


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