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Nächster Halt: Berufsleben

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Die Berufswahl ist ein spannender Prozess, der aber auch einige Nerven kostet. Studieren? Ausbildung? Oder vielleicht ein Unternehmen gründen? Die Berufsorientierung beginnt schon früher, als Sie glauben. Diese Tipps helfen Ihnen dabei, wichtige Schritte in die richtige Richtung zu machen.

Das Wichtigste in 15 Sekunden
  • Drei Wege führen zum Beruf: Ausbildung, Studium, oder ein Duales Studium mit dem Besten aus beiden Welten
  • Bei der Wahl des Traumjobs erleichtern Eignungstests und Praktika die Entscheidung
  • Berücksichtigen Sie bei der Suche nach dem richtigen Berufsfeld neben persönlichen Voraussetzungen und Vorlieben auch die Zukunftsperspektiven

Mit dem Ende der Schulzeit kommt die große Freiheit: Niemand schreibt Ihnen vor, was Sie aus Ihrem Leben machen, kein Berufsleben ist vorgezeichnet. Das ist eine große Chance für Sie! Es liegt ausschließlich an Ihnen, wie Sie Ihre zukünftige Karriere planen. Allerdings haben Sie damit auch die Qual der Wahl. Ein Studium beginnen oder eine Ausbildung? In Praktika Erfahrung sammeln oder im Ausland eine Auszeit einlegen?

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Berufsorientierung: So finden Sie den richtigen Weg

Bevor Sie sich für einen Beruf entscheiden, steht die Frage nach dem richtigen Weg. Sie können heute prinzipiell zwischen drei Möglichkeiten wählen, wie Sie nach der Schule in den Beruf starten.

1. Ausbildung: Schnell in den Job
Wenn Sie bereits genau wissen, was Sie machen wollen, ist die Ausbildung der klassische Weg, um sich sehr intensiv auf einen konkreten Beruf vorzubereiten. Wählen Sie diese Möglichkeit, lernen Sie die Praxis im Unternehmen und die Theorie in einer Berufsschule. Eine Berufsausbildung dauert in der Regel zwischen zwei und drei Jahren. Sie endet mit einer Abschlussprüfung, die bei einer Industrie- und Handelskammer abgelegt wird.

Ist eine Ausbildung das Richtige für mich? Machen Sie den Check:

  • Sie haben bereits einen Traumberuf vor Augen und wollen sofort in die Praxis einsteigen?
  • Ihr eigenes Geld zu verdienen ist Ihnen wichtig?
  • Theorie ist nicht so Ihr Ding, Sie packen Sachen lieber an?
  • Ihr Notenschnitt lässt ein zulassungsbeschränktes Studium in Ihrer Fachrichtung nicht zu?
  • Sie möchten erst Berufserfahrung sammeln, bevor Sie sich für ein Studienfach entscheiden?

Wenn Sie eine oder mehrere Fragen für sich mit „ja“ beantwortet haben, sollten Sie ernsthaft über eine Ausbildung nachdenken. Aber Vorsicht: Ganz ohne Theorie geht es in keinem Beruf. In der Berufsschule stehen auch allgemeinbildende Fächer wie Deutsch und Mathematik auf dem Plan. Halten Sie da von Anfang an mit, schlägt sich das schnell in guten Noten wieder – und die nimmt Ihr Ausbildungsunternehmen sicher wohlwollend zur Kenntnis. Und auch in der Ausbildung gibt es nicht von Beginn an die allerspannendsten Aufgaben. Wenn Sie die aber zu Beginn gewissenhaft erledigen und neugierig bleiben, übernehmen Sie Schritt für Schritt mehr Verantwortung.

2. Studium: Grundlage für die Karriere
In einem Studium lernen Sie überwiegend theoretische Grundlagen in einem bestimmten Fach oder einer Fächerkombination. Die wenigsten Studiengänge bereiten Sie aber konkret auf einen bestimmten Job vor, sondern stattet Sie mit Basiswissen aus. Ein Studium mit Abschluss als „Bachelor of Arts“ (B.A.) dauert in der Regel sechs Semester, also drei Jahre. Wenn Sie den „Master“-Abschluss noch dran hängen möchten, dauert das nochmal etwa zwei Jahre. Allerdings: Sie bestimmen Ihr Tempo. Wenn Sie also ein spannendes Praktikum, ein ausfüllendes Ehrenamt oder einen Auslandsaufenthalt machen wollen, kann sich die Zeit auch verlängern.

Ist ein Studium das Richtige für mich? Machen Sie den Check:

  • Sie organisieren sich gerne selbst? Ob Fächerauswahl, Studientempo oder Schwerpunkte – im Studium sind Sie für vieles selbst verantwortlich.
  • Sie probieren sich gerne aus? Ihr Studienplan gibt einige verpflichtende Module vor. Aber links und rechts des Weges gibt es zahlreiche Möglichkeiten, andere spannende Sachen mitzunehmen. Lernen Sie chinesisch, beteiligen Sie sich im Debattierclub der Uni oder gehen Sie mit der Hochschulbasketballmannschaft zum Turnier. Das bringt nicht nur Spaß, sondern erweitert Ihren Horizont – und macht sich sicher auch gut im Lebenslauf. Den können Sie übrigens auch mit unserem kostenlosen Editor problemlos selbst erstellen.
  • Sie arbeiten gerne im Team? Im Studium ist wenig Platz für Einzelkämpfer. In Lerngruppen und Projektteams kommen Sie schneller voran. Das kostet am Anfang vielleicht Überwindung – spart Ihnen aber jede Menge Zeit. Und Sie werden spätestens im ersten Praktikum merken, dass gute Zusammenarbeit immer gern gesehen wird.
  • Ihr Traumberuf ist ohne Studium nicht zu erreichen? Für manche Jobs führt kein Weg an der Uni vorbei. Arzt oder Rechtsanwalt wird man nicht als Quereinsteiger. Wer hier eine Karriere plant, kann höchstens noch die Fächerkombination wählen – ein Studium ist Pflicht.

Wenn Sie eine oder mehrere Fragen mit „ja“ beantwortet haben, befassen Sie sich am besten schnellstens mit dem Thema Hochschulbewerbung. Denn ein Studium ist für Sie vermutlich die beste Wahl.

3. Duales Studium: Das Beste aus zwei Welten
Sie möchten am liebsten sofort ins Arbeitsleben einsteigen, hätten aber trotzdem gerne einen Studienabschluss? Dann ist ein duales Studium vielleicht das Richtige für Sie. Ein duales Studium ist eine Mischform aus Ausbildung und Studium. In etwa drei Jahren absolvieren Sie hier im Wechsel zwischen Unternehmen und Hochschule eine Ausbildung und einen Bachelor-Studium gleichzeitig. Das heißt, Sie bekommen Geld für Ihre Ausbildung, der Arbeitgeber finanziert zudem Ihr Studium und Sie genießen die meisten Vorzüge des Studentenlebens. Für ein Duales Studium bewerben Sie sich direkt bei einem Unternehmen – inklusive aller Stufen von der schriftlichen Bewerbung bis zum Auswahlgespräch. Weitere Tipps zum Dualen Studium gibt’s hier.

Berufswahl: So finden Sie Ihren Traumjob

Wer schon seit der Kindheit weiß, welcher Beruf für Ihn der richtige ist, kann sich glücklich schätzen. Wenn es Ihnen nicht so geht, kann die Wahl des richtigen Berufsfeldes anstrengend sein. Und es stimmt: Von der ersten Idee bis zum Arbeitsvertrag haben Sie eine lange Reise vor sich. Wir haben aber eine gute Nachricht für Sie: Den Weg geht jeder in seinem Leben – und er macht durchaus Spaß.

Hobby: Aus Spaß wird mehr

Ob Fußballverein, Klavierunterricht oder Malkurs: Was nach reiner Freizeitbeschäftigung klingt, kann Ihnen früh erste Hinweise auf Ihre Stärken geben. Denn im Hobby etwa parallel zur Schulzeit machen Sie ja genau das, was Ihnen Spaß macht. Und nicht umsonst sagt ein Sprichwort: Wenn Sie finden, was sie lieben, müssen Sie nie wieder arbeiten.

Eignungstest: Annäherungen an eine Idee

Vieles, was Sie gerne machen, verbinden Sie vielleicht gar nicht mit einem möglichen Beruf. Eignungstests können Ihnen helfen, sich konzentriert einige Fragen stellen zu lassen – und so zu Ergebnissen zu kommen, die Ihre Berufswahl voranbringen. Bei den Tests, die online oft kostenlos möglich sind, müssen Sie sich entscheiden: Etwa, wie Sie am liebsten Ihren Arbeitsalltag verbringen wollen: draußen auf einer Baustelle oder drinnen am Schreibtisch? Wollen Sie tagtäglich mit Menschen kommunizieren oder lieber in Ruhe an einem Projekt arbeiten? Am Ende zeigen Ihnen die Tests auf, zu welchen Berufen Ihre Ergebnisse passen. Aber Achtung: Setzen Sie danach nicht direkt alles auf eine Karte, sondern versorgen Sie sich erst mal mit mehr Informationen.

Praktikum: Erste Schritte hin in den Beruf

Sie haben schon eine Ahnung, was Ihnen Spaß machen könnte? Ein Praktikum kann der erste wichtige Schritt sein, um eine Idee mit der Wirklichkeit abzugleichen. Als Praktikant arbeiten Sie für einige Wochen oder Monate in einem Unternehmen mit und sehen so, ob Ihnen der Alltag in einem Beruf tatsächlich Spaß macht. Informieren Sie sich ausführlich, bevor Sie sich für ein Praktikum bewerben. Damit garantieren Sie zum einen, dass Sie in dem Wunschunternehmen tatsächlich etwas über den Beruf Ihrer Wahl lernen, zum anderen schreiben Sie gut informiert die bessere Bewerbung – und die Konkurrenz kann bei einigen Praktikumsstellen bereits hoch sein.

Berufsfelder: Hier können Sie überall arbeiten

Sie wissen noch gar nicht, welcher der passende Beruf für Sie sein könnte? Dann nehmen Sie sich am besten etwas Zeit. Denn die Auswahl ist riesig: Mehr als 500 Berufe weist alleine die Agentur für Arbeit aus, realistisch sind es vermutlich mindestens doppelt so viele. Generell gilt: Visieren Sie den Beruf an, in dem Sie arbeiten wollen. Das gilt auch, wenn vielleicht hier und da Eltern oder Verwandte davon abraten. Trotzdem gilt: Wer Mathe ganz furchtbar findet, sollte sich trotz aller Zukunftschancen nicht durch ein Informatikstudium quälen. Auf folgende Punkte können Sie achten, wenn Sie Ihren anvisierten Beruf auf Zukunftsperspektiven testen wollen:

  • Nutzen
    Wollen Sie etwas machen, was morgen gebraucht wird? Wenn Sie darüber nachdenken, wie Gesellschaft und Wirtschaft in Zukunft funktionieren, setzen Sie sicher auf eine gute berufliche Zukunft. So gewinnen Software und IT in immer mehr Lebensbereichen an Bedeutung. Aber denken Sie ruhig auch einen Schritt weiter: In einer alternden Gesellschaft werden Sie sicher gebraucht, wenn Sie im medizinischen Bereich fit sind. Suchen Sie nach Trendberichten und Studien, um solche Entwicklungen zu erkennen – und so vielleicht den richtigen Beruf für Sie zu finden.
  • Dauerbrenner
    Einige Berufe werden sicher auch in einigen Jahrzehnten noch gebraucht – etwa Lehrer oder Beamte. Gucken Sie hier doch mal, wie viele Menschen in diesen Berufen in fünf Jahren in Rente gehen. Dann sehen Sie sehr genau, wo Sie gebraucht werden. Gehen Sie aber einen Schritt weiter und schauen Sie sich das genaue Profil an. Der Bedarf kann sich zum Beispiel bei Lehrern je nach Fachkombination deutlich unterscheiden.
  • Differenzierung
    Sind Sie einer unter vielen? In Studiengängen wie Betriebswirtschaftslehre oder Jura verlassen jedes Jahr tausende Absolventen die Hochschulen. Suchen Sie sich also früh Alleinstellungsmerkmale, die Ihren Lebenslauf aufpeppen und Sie aus der Masse hervorstechen lassen. Auf Fachportalen finden Sie wichtige Entwicklungen für die jeweilige Branche. Absetzen geht aber auch einfacher: Machen Sie ein außergewöhnliches Praktikum oder engagieren Sie sich ehrenamtlich. All das sorgt dafür, dass Sie sich von Ihren Altersgenossen unterscheiden – trotz eines „normalen“ Studiums. Und nicht zuletzt: Auch die Note kann für Sie den Unterschied machen. In Jura etwa ist die Note immer noch das entscheidende Kriterium für einige Jobs. Gucken Sie, welche Berufe welche Mindestnote voraussetzen. Sonst ärgern Sie sich vielleicht hinterher.

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