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Typische Fragen im Vorstellungsgespräch

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In der Horrorvorstellung mancher Bewerber ähnelt das Vorstellungsgespräch einem Kreuzverhör. In Wahrheit ist es eher eine Quizshow. Wenn Sie die richtigen Antworten wissen, bekommen Sie den Hauptgewinn: Ihren Wunschjob. Zum Glück können Sie sich auf die Fragen beim Vorstellungsgespräch gut vorbereiten.

Das Wichtigste in 15 Sekunden

  • Seien Sie auf fachliche und sehr persönliche Fragen gefasst – so kommen Sie nicht ins Schlingern
  • Ehrlich zu sein ist ratsam und Gegenfragen sind ausdrücklich erwünscht, denn sie signalisieren Interesse
  • Auf Standardfragen kann man sich gut vorbereiten – tun Sie das
  • Vorsicht, Falle: Bestimmte Fragen muss man geschickt beantworten, andere hingegen gar nicht

Zugegeben, der Vergleich zwischen Vorstellungsgespräch und Quizshow hinkt etwas. In den meisten Quizshows wissen die Kandidaten vorher nicht, was der Showmaster sie fragen wird. Geht’s um Biologie, Literatur, Sport oder Geschichte? Die Fragen beim Vorstellungsgespräch drehen sich hingegen immer um dieselben Themen – auch wenn sich die Formulierung von mal zu mal ändert.Gefällt dem Personaler Ihre Bewerbung, lädt er Sie zum persönlichen Gespräch ein. Dabei will er herausfinden, ob Sie fachlich halten können, was Ihr Lebenslauf verspricht, und ob Sie gut ins Team passen. Deshalb stammen die Fragen beim Vorstellungsgespräch in der Regel aus folgenden Themengebieten:

  • Fachliche Qualifikationen: Besitzen Sie die nötigen Fähigkeiten und Kenntnisse für die ausgeschriebene Stelle?
  • Soft Skills: Bringen Sie die gewünschten Soft Skills mit, die Sie zu einem guten Angestellten machen, wie beispielsweise eine gute Kommunikationsfähigkeit?
  • Menschliche Qualitäten: Sind Sie ein angenehmer Kollege und loyaler Arbeitnehmer?
  • Motivation: Was treibt Sie im Job an?
  • Ziele: Wo soll Ihre berufliche Reise hingehen?

Download: Checkliste Fragen im Vorstellungsgespräch

Starten Sie mit Selbstvertrauen und Souveränität ins Vorstellungsgespräch. Wir stellen insgesamt 101 typische Fragen vor und verraten Ihnen exklusiv das Frageziel des Interviewers für eine perfekte Vorbereitung.

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Ein weiterer Unterschied zwischen Vorstellungsgespräch und Quizshow: Auf die Fragen beim Vorstellungsgespräch gibt es mehr als eine richtige Antwort. Das heißt jedoch nicht, dass Sie sich die Antworten aus den Fingern saugen sollten. Gute Antworten auf die Fragen beim Vorstellungsgespräch erfüllen folgende Kriterien:

  • Sie sind ehrlich
    Lügen bringen Sie nicht weit. Zum einen sind Personaler darin geschult, Widersprüche durch gezielte Fragen ans Licht zu bringen. Zum anderen holen Sie die Unwahrheiten spätestens im Alltag ein, sollten Sie den Job bekommen. Und was wollen Sie mit einer Stelle, der Sie nicht gewachsen sind.
  • Sie dürfen in einer Frage enden
    Ein Vorstellungsgespräch ist kein Verhör. Fragen Ihrerseits sind nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht. Mit den richtigen Fragen beim Vorstellungsgespräch zeigen Sie, dass Sie sich vorab Gedanken gemacht haben uns sich für Unternehmen und die Stelle interessieren.
  • Sie passen zum Rest der Bewerbung
    Wenn Angaben aus Lebenslauf und Anschreiben den Aussagen im Vorstellungsgespräch widersprechen, macht das jeden Personaler stutzig. Um das zu vermeiden, schauen Sie sich als Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch Ihre Bewerbungsunterlagen noch einmal ganz genau an. Den Lebenslauf können Sie übrigens ganz einfach mit unserem kostenfreien Editor erstellen. Fast noch schlimmer ist es, wenn Sie sich im Laufe des Vorstellungsgesprächs widersprechen. Damit Sie sich vorab überlegen können, wie Sie die gängigen Fragen beim Vorstellungsgespräch beantworten, haben wir sie weiter unter zusammengefasst.

„Stellen Sie eigene Fragen im Bewerbungsgespräch. Dadurch signalisieren Sie nicht nur Interesse am künftigen Arbeitgeber, sondern können auch offene Punkte, Unklarheiten, Erwartungen etc. direkt klären.“

SANDRA KOLB, HEAD OF RECRUITING MANAGEMENT, AVANTGARDE EXPERTS

Jetzt werden wir etwas konkreter: Es gibt bestimmte Fragen, die fast immer im Vorstellungsgespräch gestellt werden, in der ein oder anderen Form:

  • „Erzählen Sie uns etwas über sich selbst.“
    Zugegeben: Das ist eigentlich keine Frage. Aber der Sinn dahinter ist derselbe. Jetzt sollen Sie eine kleine Selbstpräsentation halten. Darauf können Sie sich ausgezeichnet zu Hause vorbereiten. Achten Sie darauf, dass hier nicht nach Ihrer privaten Freizeitgestaltung gefragt wird. Konzentrieren Sie sich auf Ihre berufliche Vergangenheit bzw. Schule oder Studium. Und wählen Sie daraus Episoden, die zur ausgeschriebenen Stelle passen, indem Sie zum Beispiel erklären, wie Sie bestimmte Fähigkeiten erlernt haben.
  • „Warum haben Sie sich für uns entschieden?“
    Jetzt profitieren Sie davon, wenn Sie sich gut über das Unternehmen informiert haben. Was hat Sie am meisten überzeugt? Die Möglichkeit, viel zu lernen? Die Aufstiegschancen? Oder die umweltfreundliche Unternehmenspolitik? Was es auch ist: Es sollte einen Bezug zu Ihren eigenen Zielen haben. Bleiben Sie deshalb ehrlich und lassen sich nicht zu einem plumpen Loblied auf den Wunscharbeitgeber hinreißen.
  • „Welches Gehalt haben Sie sich vorgestellt?“
    Auch auf diese Frage beim Vorstellungsgespräch sollten Sie gefasst sein. Damit Sie weder zu viel noch zu wenig fordern, bedarf es guter Vorbereitung. Vielleicht haben Sie im Bekanntenkreis jemanden, der bei derselben Firma arbeitet und Ihnen einen Hinweis auf die Gehaltspolitik geben kann? Ansonsten können Sie sich auch im Internet darüber informieren, was in der Branche und für die Position üblich ist, für die Sie sich bewerben.
  • „Warum wechseln Sie Ihren derzeitigen Job?“
    Diese Frage beim Vorstellungsgespräch ist keine Aufforderung, aus dem Nähkästchen zu plaudern. Lästern sollten Sie schon gar nicht, selbst wenn die Wechselgründe ein jähzorniger Chef oder zu wenig Gehalt waren. Versuchen Sie stattdessen, die Frage so sachlich und professionell wie möglich zu beantworten. Es hilft, wenn Sie sich auf die positiven Aspekte des neuen Jobs konzentrieren, anstatt auf die Schwächen des alten. Falls Sie sich im alten Job nicht genug gefördert sahen, können Sie beispielsweise sagen: „Ich sehe in Ihrem Unternehmen bessere Entwicklungsmöglichkeiten.“ Selbstverständlich sollten Sie dafür auch eine gute Begründung parat haben.
  • „Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?“
    Auf diese Frage beim Vorstellungsgespräch erwartet Ihr Gesprächspartner keinen Blick in die Glaskugel. Sie müssen nicht exakt angeben, welche Position Sie in fünf Jahren haben möchten. Der Personaler will hingegen herausfinden, ob Sie sich Gedanken über Ihre Zukunft gemacht haben und ob sich Ihre Pläne mit den Bedürfnissen des Unternehmens decken. Nennen Sie deshalb lieber einen Entwicklungsprozess als Ziel: „Ich möchte meine fachlichen Fähigkeiten so weiterentwickeln, dass ich in der Lage bin, Position XY auszuüben.“
  • „Was machen Sie in Ihrer Freizeit?“
    Klingt nach Smalltalk, es steckt aber mehr dahinter. Mit dieser scheinbar lockeren Frage im Vorstellungsgespräch will der Personaler etwas mehr über Ihren Charakter erfahren. Dahinter stecken Gedanken wie: Ein Mannschaftssportler fügt sich besser ins Team ein. Wer eine Jugendgruppe leitet, besitzt Engagement über das geforderte Maß hinaus – und Führungskompetenz. Bestimmte Sportarten bergen aber auch ein höheres Verletzungsrisiko und sind besonders bei körperlicher Arbeit nicht immer gern gesehen. „Party machen“ ist übrigens niemals eine gute Antwort – „Freunde treffen, tanzen gehen und Spaß am Leben haben“ zeugt hingegen von einer positiven Einstellung und guten Social Skills.

Wie Sie mit „fiesen“ Fragen beim Vorstellungsgespräch umgehen

Manche Fragen beim Vorstellungsgespräch erwischen den Bewerber auf dem falschen Fuß. Sie scheinen mit dem Job nichts zu tun zu haben. Will der Personaler Sie veralbern? Oder wozu sollten Sie wissen, wie viele Smarties in einen Smart passen oder wie viel Manhattan wiegt?

Solche Fragen wurden tatsächlich schon beim Vorstellungsgespräch gestellt und der Personaler will Sie damit keinesfalls auf den Arm nehmen. Doch genauso wenig erwartet er von Ihnen eine präzise Antwort. Er will von Ihnen einen Vorschlag, wie man die Lösung herausfinden könnte. Dadurch überprüft er, wie Sie mit unbekannten Problemen umgehen.

Versuchen Sie deshalb das Problem zu analysieren. Für das Beispiel „Wie viele Smarties passen in einen Smart?“ müssten Sie beispielsweise in Erfahrung bringen, wie viel Stauraum dieses Auto bietet. Außerdem müssen Sie herausfinden, wie groß ein Smartie ist. In der Regel reicht es, wenn Sie dem Personaler einen Lösungsweg vorzeichnen können.

Die Stolperfalle „Was ist Ihre größte Schwäche?“ und verbotene Fragen

Ein Klassiker unter den Fragen beim Vorstellungsgespräch lautet „Was sind Ihre größten Schwächen?“ Viele Bewerber haben verständlicherweise Probleme mit der Antwort. Wie soll man denn seine größten Schwächen auspacken und dabei trotzdem gut aussehen? Damit Ihnen das gelingt, haben wir ein paar Tipps für Sie:

  • Wählen Sie keine „positiven“ Schwächen wie: „Ich arbeite zu hart“ oder „Ich bin ein Perfektionist“. Das wird in manchen Ratgebern empfohlen, beeindruckt aber keinen gestandenen Personaler.
  • Geben Sie aber auch keine Schwächen preis, die Sie für den Job disqualifizieren. Zum Beispiel: „Ich kann keine Fristen einhalten und komme oft zu spät.“
  • Der Schlüssel liegt in der geschickten Formulierung: Nennen Sie eine ehrliche (kleine) Schwäche und sagen direkt im Anschluss, wie Sie an dieser Schwäche arbeiten. Zum Beispiel: „Ich bin extrem sorgfältig und kontrolliere alle Ergebnisse dreifach. Dadurch werden manche Aufgaben erst in letzter Sekunde abgeschlossen. Aber ich arbeite bereits an einer Lösung, so dass ich entweder Aufgaben abgeben kann oder den Zeitplan von vorneherein großzügiger auslege.“

Im Gegensatz zum Beispiel mit der größten Schwäche gibt es Fragen beim Vorstellungsgespräch auf die Sie nicht antworten müssen. Der Personaler darf sich beispielsweise nicht danach erkundigen, ob Sie vorhaben demnächst eine Familie zu gründen, welcher Religion sie angehören oder welcher Partei Sie nahe stehen. Professionelle Personaler werden Ihnen solche Fragen aber gar nicht stellen. Andernfalls sollten Sie trotzdem ruhig bleiben. Fragen Sie am besten freundlich, inwiefern die Frage mit der ausgeschriebenen Stelle zu tun hat.


Service-Info: Sollte es mit diesem Gespräch nicht geklappt haben, bitte nicht entmutigen lassen und einfach munter weiter bewerben. Passende Jobs finden Sie auch in großen Online-Stellenbörsen, wie z. B. dem XING Stellenmarkt.


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