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Wie Sie im Vorstellungsgespräch mit Ihren persönlichen Stärken punkten

© Morsa Images/Ocean/Corbis

Wenn sich Personaler im Interview nach Ihren besten Eigenschaften erkundigen, ist Vorsicht geboten. Statt jede Menge positiv besetzte Schlagworte herunter zu rattern, sollten Sie dann möglichst konkret werden. Aber ohne sich dabei zu sehr aufzuplustern.

Das Wichtigste in 15 Sekunden
  • Im Vorstellungsgespräch fragt man häufig nach Ihren persönlichen Stärken.
  • Personaler wollen auf diese Weise etwas über Ihre Selbsteinschätzung erfahren.
  • Überlegen Sie sich zwei bis drei positive Charakteristika, die gut zur anvisierten Stelle passen.
  • Belegen Sie diese Vorzüge mit konkreten Beispielen aus Ihrer beruflichen Praxis.

Treffen qualifizierte Bewerber und potenzielle Arbeitgeber zusammen, kommt man sich manchmal vor, wie im Zoo: Beide schlagen wie Pfaue ein Rad und versuchen einander mit ihrem farbenprächtigem Gefieder zu beeindrucken. Firmen versprechen spannende Herausforderungen, beste Entwicklungsmöglichkeiten, zeitgemäße Unternehmenskultur, manchmal Gratisgetränke und Grillen auf der Dachterrasse. Jobanwärter geben sich große Mühe, ihre fachlichen und persönlichen Vorzüge mittels Anschreiben und Lebenslauf bestmöglich darzustellen und hauen im Gespräch mit den tollsten Schlagworten auf den Putz. Aber das bunte Gefieder der Bewerber bekommt schnell Löcher, wenn die Personalverantwortliche beim Vorstellungsgespräch nach Stärken und Schwächen fragen.

Eine Analyse der eigenen Fähigkeiten hilft übrigens auch im Vorfeld – etwa beim Erstellen des Anschreibens. Und für den optischen Schliff sorgen wir:
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Als Kandidat im Vorstellungsgespräch sollten Sie sich bei der Frage hinsichtlich Ihrer Stärken nicht mit allem heraus sprudeln, was Ihnen von A wie schnelles Auffassungsvermögen bis Z wie Zielstrebigkeit spontan in den Sinn kommt und oberflächlich gut klingt. Mit individuellen und ausführlichen Antworten beeindrucken Sie Ihren Gesprächspartner mehr und bringen die Zeit, die für diesen Teil des Interviews vorgesehen ist, gut hinter sich.

Worauf kommt es an?

Vielen Menschen ist es unangenehm, über ihre Vorzüge zu sprechen. Machen Sie sich davon frei! Schließlich wollen Sie den Personaler von Ihren Qualitäten überzeugen und wahrscheinlich müssen Sie sich gegen starke Mitbewerber behaupten. Wenn Sie zögern oder tiefstapeln, wirken Sie schlecht vorbereitet und zaghaft. Übertreiben Sie es jedoch, präsentieren Sie sich überheblich und wecken womöglich Erwartungen, die Sie später nicht erfüllen können.

Ob Sie positive Charaktereigenschaften oder fachliche Vorzüge in den Vordergrund stellen, bleibt Ihnen überlassen – eine gute Lösung ist es, beides miteinander zu verbinden. Beschränken Sie sich auf Pluspunkte, die Sie anhand Ihrer beruflichen Praxis belegen und anschaulich darstellen können. Sind Sie als Absolvent auf der Suche nach dem Berufseinstieg? Dann kommen Sie auf Erfolge im Studium oder bei Praktika zu sprechen – zum Beispiel auf interkulturelle Kompetenz, die Sie im Zuge eines Auslandspraktikums erworben haben.

Auslandspraktika, Sprachkenntnisse und spezielle Kurse im Studium gehören übrigens auch in den Lebenslauf. Wohin? Dabei hilft Ihnen unser kostenloser Lebenslauf-Editor:
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Klasse statt Masse

  • Führen Sie sich vor Augen, welche positiven Eigenschaften Sie besonders auszeichnen.
  • Prüfen Sie, welche dieser Vorzüge gut zu den Anforderungen im Wunschjob passen.
  • Konzentrieren Sie sich dann auf zwei bis drei wesentliche Stärken, bei denen Sie einen glaubhaften Bezug zur angestrebten Position herstellen können.
  • Erläutern Sie anhand konkreter Beispiele, bei welchen Gelegenheiten Sie diese Eigenschaften zum Tragen gebracht haben und welche Erfolge daraus resultierten.
  • Halten Sie das Gespräch selbst im Fluss – solange Sie erzählen, können keine heiklen Nachfragen kommen.
  • Bleiben Sie bei der Wahrheit: Personaler sind auch Psychologen, sie merken wenn man sich verstellt oder sich über Wert verkaufen will.

Vorsicht, Falle!

Mit den persönlichen Stärken verhält es sich wie mit den Schwächen: Beides fällt unter die berühmt-berüchtigten Fangfragen im Vorstellungsgespräch. Mit ihnen können Ihre Gesprächspartner Sie aufs Glatteis führen, denn hier wie dort gibt es keine eindeutig richtigen Antworten – alles was Sie sagen, kann auch gegen Sie verwendet werden. Einige Beispiele:

  • Kommunikationsstärke und Kontaktfreude zeichnen Sie aus: Also ist die Kaffeeküche Ihr Lieblingsplatz und Sie dürfen bei keinem Büro-Umtrunk fehlen?
  • Sie sind kreativ: Wie wirkt sich das wohl auf die Buchhaltung aus, die Sie führen wollen?
  • Sie können mit Kritik gut umgehen: Übung macht den Meister – wie viel davon haben Sie im Beruf denn schon einstecken müssen und warum?
  • Sie bringen Lernbereitschaft mit: Auf der anvisierten Stelle müssen Sie sie hoffentlich nicht gleich unter Beweis stellen.
  • Stress treibt Sie zu Höchstleistungen: Sehr gut, aber brauchen Sie das Adrenalin? In Standardsituationen schlafen Sie hoffentlich auch nicht ein.

So bietet jeder Bewerbungsprozess bietet die Chance, intensiv über sich selbst nachzudenken. Nutzen Sie sie, es lohnt sich.


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