Jobwechsel – ja oder nein? Das hilft Dir bei der Entscheidung

Jobwechsel Tipps © Tetra Images - Daniel Grill / Getty Images

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Den Job zu wechseln ist für viele ein großer Schritt, besonders in der aktuell unsicheren Zeit. Um Dir die Entscheidung für oder gegen einen Jobwechsel zu erleichern, können folgende Tipps helfen.

Etwa alle sieben Jahre solltest Du den Job wechseln. Dazu raten viele Experten. Der Grund dafür liegt im sogenannten Jobzyklus, denn typischerweise fühlen sich Menschen nach etwa sieben Jahren mit ihrer aktuellen Tätigkeit unzufrieden. Sie sehnen sich nach einer neuen Herausforderung, sind gelangweilt oder ein unterschwelliger Konflikt droht zu eskalieren, beispielsweise mit dem Chef. All diese können Gründe sein, um über einen Jobwechsel nachzudenken. Trotzdem sollten solche Ratschläge nicht blind umgesetzt werden, ohne sie zu hinterfragen. Wichtiger ist, individuell zu entscheiden, wann die Zeit für einen Jobwechsel gekommen ist – was auch lange vor oder nach den sieben Jahren im gleichen Job der Fall sein kann.

Gute Anlässe, um einen Jobwechsel in Erwägung zu ziehen 

Bist du bereits seit sieben Jahren in derselben Anstellung bei demselben Arbeitgeber, solltest Du durchaus abwägen, ob Du Dich beruflich weiterentwickeln möchtest und in welche Richtung. Von der Beförderung über den internen oder externen Stellenwechsel bis hin zum Sprung in die Selbständigkeit sind viele Wege möglich. Doch nicht nur, wenn Du bereits lange Zeit ohne Veränderung bist, kann der Gedanke an einen Jobwechsel sinnvoll sein. Es gibt noch zahlreiche weitere Anlässe, um einen solchen in Erwägung zu ziehen:

  • Du steckst in einer beruflichen Stagnation fest.
  • Du bist im Job zunehmend unzufrieden.
  • Die Arbeit beeinträchtigt Deine physische oder psychische Gesundheit.
  • Dein Arbeitsplatz könnte bald abgebaut werden.
  • Das Betriebsklima ist schlecht (geworden).
  • Neue Kollegen oder Vorgesetzte sorgen für Konflikte.
  • Du fühlst Dich im beruflichen Umfeld gemobbt.
  • Die Arbeit macht Dir keinen Spaß mehr.
  • Deine Tätigkeit verstößt gegen Deine Werte oder Moralvorstellungen.
  • Du kannst Dich nicht (mehr) mit dem Unternehmen identifizieren.
  • Du fühlst Dich bei Beförderungen mehrfach übergangen.
  • Du siehst im aktuellen Job keine Perspektiven für die Zukunft.
  • Wünsche wie mehr Gehalt, flexiblere Arbeitszeiten & Co werden nicht verhandelt.

Damit ist die Liste noch lange nicht zu Ende. Schlussendlich musst Du auf Dein Bauchgefühl hören, wann ein Jobwechsel für Dich eine Überlegung wert ist. Angst sollte Dich von diesem Schritt jedenfalls nicht abhalten, denn nur durch Veränderung ist auch eine Verbesserung möglich. Prinzipiell solltest Du daher stets für einen Jobwechsel offen sein, falls sich Dir eine Chance bietet. Auch ein konkretes Angebot kann daher ein hervorragender Anlass sein, um über den Jobwechsel nachzudenken.

Wann ein Jobwechsel sinnvoll sein kann... 

Die genannten Beispiele machen zugleich deutlich, wann ein Jobwechsel Sinn machen kann. Vor allem, wenn der aktuelle Job zur Gefahr für Deine psychische oder physische Gesundheit wird, solltest Du schnell handeln, bevor es zu spät ist. Zudem kann der Jobwechsel der einzige Weg aus einer beruflichen Stagnation sein. Es empfiehlt sich zudem, Chancen zu ergreifen, wenn sie sich bieten, denn viele von ihnen erhältst Du nur einmal im Leben.

…und wann eher nicht – zumindest noch nicht!

Demgegenüber ist es vollkommen in Ordnung, Jobangebote abzulehnen oder Dich vom Gedanken an einen Jobwechsel (vorerst) zu verabschieden, wenn Du in Deiner aktuellen Situation vollkommen zufrieden bist; selbst über sieben Jahre hinaus. Einfach mal zufrieden zu sein, ist nämlich eine Tugend, die heutzutage viele Menschen verlernt haben. Es kann zudem weitere gute Gründe geben, um den Job nicht oder zumindest noch nicht zu wechseln:

  • Du weißt noch nicht, was Du stattdessen machen sollst.
  • Die Branche befindet sich gerade in einer Krise, sodass Du schlechtere Ausgangsvoraussetzungen für Jobsuche, Gehaltsverhandlungen & Co hättest.
  • Das Problem ist nicht der Job selbst, sondern vielleicht eine Person wie ein Kollege. Dann solltest Du nicht „fliehen“, sondern eine andere Lösung wie eine Mediation suchen.
  • Du schätzt die Chancen hoch ein, dass sich aus der aktuellen Position in absehbarer Zeit mehr Gehalt, eine Beförderung oder eine andere gewünschte Veränderung ergibt. Geduld kann sich lohnen.
  • Du genießt in der aktuellen Anstellung gewisse Privilegien wie die Arbeit im Homeoffice, die Dir kein anderer Arbeitgeber offeriert.
  • Du möchtest noch etwas Geld ansparen, beispielsweise für den anschließenden Sprung in die Selbständigkeit.

Auch die Liste der möglichen Gründe, die gegen einen (derzeitigen) Jobwechsel sprechen können, ist also lang. In vielen Fällen ist es daher sinnvoll, erst einmal mit dem Arbeitgeber zu sprechen und gemeinsam eine Lösung zu suchen. Manchmal reicht nämlich schon das Aussprechen Deiner Wünsche oder ein Kompromiss aus, damit sich Deine berufliche Situation in die gewünschte Richtung entwickelt, ganz ohne Jobwechsel. 

Fazit

Schlussendlich handelt es sich um eine Entscheidung, die so individuell ist wie Du selbst. Nur Du kennst Deine Beweggründe, um über einen Jobwechsel nachzudenken oder eben nicht. Nur Du weißt, ob Du im aktuellen Job glücklich bist beziehungsweise werden kannst. Und nur Du weißt, wann Du für eine berufliche Veränderung bereit bist. Es ist daher vor allem wichtig, in regelmäßigen Abständen eine Bestandsaufnahme zu machen und Dich zu fragen, ob Du zufrieden bist und wohin Dein beruflicher Weg gehen soll. Dann wirst Du selbst die Antwort finden, ob Du einen Jobwechsel in Erwägung ziehst oder (noch) nicht.

02.02.2021