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Und weiter geht's: Was Jobhopper bei der Bewerbung beachten müssen

Jobhopping muss bei der Bewerbiung um eine neue Stelle kein Nachteilsein

© Drazen_ / Getty Images

Häufige Jobwechsel sind heute keine Seltenheit mehr und auch nicht automatisch ein Malus. Damit das Jobhopping nicht zum Stolperstein im Bewerbungsverfahren wird, sollten Sie aber trotzdem einige Regeln beachten.

Eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren, um dann bis zur Rente in einem Unternehmen zu arbeiten – diese Zeiten gehören der Vergangenheit an. Heutzutage sind häufige Jobwechsel keine Seltenheit mehr. Denn befristete Arbeitsverträge, die Suche nach neuen Herausforderungen und der Fachkräftemangel bedingen, dass Beschäftigte Umfragen zufolge alle vier Jahre ihren Arbeitgeber wechseln. Eigentlich ist das, was man unter dem Begriff Jobhopping zusammenfasst – gemeint sind häufige Stellenwechsel – also nichts Ungewöhnliches. Und dennoch haben die Jobhopper oder Jobnomaden, wie sie auch bezeichnet werden, häufig das Nachsehen im Bewerbungsverfahren. Denn etliche Personaler sehen es gar nicht gerne, wenn Bewerber oft ihren Arbeitgeber gewechselt haben.

Die Liste der Vorurteile ist lang:

  • Jobhopper wissen nicht, was sie wollen.
  • Wer häufig die Stelle wechselt, ist nicht loyal.
  • Jobnomaden suchen sich immer neue Arbeitgeber, weil sie sich nicht unterordnen können und Probleme mit Hierarchien haben.
  • Und vieles mehr.

Dabei profitieren Arbeitgeber von den beruflichen Neuorientierungen ihrer Beschäftigten. Denn Menschen, die bereits für unterschiedliche Unternehmen tätig waren, zeigen, dass sie sich schnell in neue Teams einfügen können, dass sie sich in kurzer Zeit mit ständig unterschiedlichen Arbeitsabläufen und Themenfeldern vertraut machen können, dass sie flexibel sind und anpassungsfähig.

Doch auch, wenn das alles logisch klingt, ist es wichtig, dass Sie Ihren Mehrwert im Bewerbungsverfahren hervorheben, um einem möglichen neuen Arbeitgeber seine Sorgen zu nehmen und zu zeigen, dass Sie der richtige Kandidat sind.

Häufiges Jobhopping muss erklärbar sein

Wichtig ist es, dass Ihre Jobwechsel alle in irgendeiner Form erklärbar sind. Das ist beispielsweise der Fall, wenn erkennbar wird, dass Sie Ihr Aufgabenfeld durch die Tätigkeit für einen neuen Arbeitgeber immer weiter ausbauen konnten und dass Sie immer mehr Verantwortung übernehmen durften. Erkennen Personaler keinen Sinn hinter Ihrem Jobhopping, wird es schwieriger. Legen Sie in Ihrer Bewerbung daher Wert auf einen roten Faden. Führen Sie die unterschiedlichen beruflichen Stationen hintereinander auf und ergänzen Sie Ihre Angaben mit einigen Stichpunkten, damit deutlich wird, welche Aufgaben Sie jeweils übernommen haben.

Ideal ist es, wenn so klar erkennbar wird, dass Ihr Tätigkeitsfeld mit jeder Stelle umfangreicher geworden ist. Ein weiteres Plus, das Sie Ihrer Bewerbung unbedingt hinzufügen sollten, sind gute Arbeitszeugnisse. Denn, wenn Sie trotz zahlreicher beruflicher Änderungen immer gute Bewertungen bekommen haben, spricht das für Sie. Pochen Sie also grundsätzlich auf Ihr Recht, ein wohlwollendes Zeugnis von Ihrem Arbeitgeber zu bekommen.

Haben Ihre Jobwechsel wirtschaftliche Gründe, etwa weil ein Unternehmen Stellen wegrationalisieren musste, erwähnen Sie dies ebenfalls in Ihrer Bewerbung. Ganz wichtig: Beachten Sie, dass Sie immer bei der Wahrheit bleiben. Kehren Sie einige Stationen unter den Tisch, ist die Gefahr groß, dass Personaler misstrauisch werden. Denn Lücken machen sich im Lebenslauf meist nicht gut. Gleiches gilt, wenn Sie Gründe für einen Stellenwechsel erfinden. Im schlimmsten Fall kann Sie dies sogar im Nachhinein den Job kosten.

Gut strukturiert ist halb gewonnen

Nicht nur inhaltlich, auch formell ist es notwendig, dass Ihre Bewerbungsunterlagen einen roten Faden aufweisen. Investieren Sie daher Zeit in das Layout. Arbeiten Sie mit Fettungen, um Ihrem Lebenslauf eine Struktur zu geben. Heben Sie besonders aussagekräftige und namhafte berufliche Stationen kenntlich hervor, damit Sie dem Personaler unmittelbar ins Auge springen.

Wägen Sie zudem immer ab, wann ein Job erwähnenswert ist und wann nicht. Sind Sie nur einige Wochen für einen Arbeitgeber tätig gewesen, sollte diese Station keinen großen Raum in Ihren Unterlagen einnehmen. Doch Achtung: Seien Sie gewappnet, falls Sie im Vorstellungsgespräch konkret auf das Thema angesprochen werden. Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie Ihren bisherigen Karriereweg vollständig und nachvollziehbar beschreiben.

Mit dem Anschreiben punkten

Aufgrund Ihrer Berufswechsel haben Sie sicherlich viele unterschiedliche Erfahrungen sammeln können. Stellen Sie im Anschreiben den Mehrwert, den Sie einem Arbeitgeber bieten, in den Mittelpunkt. Machen Sie deutlich, inwiefern ein Unternehmen von Ihren Joberfahrungen profitiert. Erklären Sie außerdem, warum Sie sich nun für die entsprechende Stelle interessieren und welche Erwartungen Sie an diese knüpfen. Kann der Arbeitgeber diese erfüllen, wird ihn das beruhigen. Schließlich sind so die Voraussetzungen gegeben, dass Sie sich länger an ihn binden und dass Ihr Jobhopping mit der neuen Stelle ein Ende hat.

Text: Daniela Lukaßen-Held


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