Hit oder Hype - wie sinnvoll ist eine Videobewerbung?

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Mit einer Videobewerbung kann man in bestimmten Branchen richtig Eindruck machen. Doch dabei gilt es einiges zu beachten.

Eigentlich spricht ja sehr vieles für eine Bewerbung per Video, die auch hierzulande immer beliebter wird. Der zukünftige Arbeitgeber kann sich vorab schon mal einen persönlichen Eindruck von dem Bewerber machen. Und der Kandidat oder die Kandidatin können sich von einer persönlichen Seite präsentieren, die aus den nackten Fakten in Lebenslauf, Bewerbungsanschreiben manchmal nicht so richtig rüberkommen. Allerdings - und da fangen die Bedenken bereits an - kommt es hierzulande noch stark auf die Position und die Branche an, für die man sich per Videobewerbung vorstellt. "Überall dort, wo Charisma und Ausdrucksfähigkeit gefragt sind, kommt ein Video gut an", sagt die Personalberaterin Ina Rogge. Denn schließlich gehe es bei der Jobsuche nicht zuletzt darum, sich von der Masse abzuheben. "Personaler müssen manchmal die Nadel im Heuhaufen finden", so Rogge. Eine Videobewerbung zeige deshalb nicht nur, wie viel Mühe sich ein Bewerber macht, sondern biete dem Arbeitgeber schon einiges mehr. "Ein Lachen, die Stimme oder die Mimik machen die Wesenszüge erkennbar. Und die spielen bei der Besetzung von Stellen oft auch eine Rolle", so Rogge. Vor allem in kommunikativen Jobs, im Marketing, im Vertrieb oder dort, wo direkte Kundenkontakte stattfinden, könne eine positive Ausstrahlung sogar einen nicht perfekten Lebenslauf ausgleichen. Doch in anderen, eher konservativen Berufen, das gibt die Personalberaterin zu, ist eine Videobewerbung mitunter immer noch nicht gerne gesehen. "Bei Banken oder Versicherungen wird noch sehr viel Wert auf traditionelle Formen gelegt." Wichtig ist daran zu denken, dass das Video nie die restlichen Bewerbungsunterlagen ersetzen kann. Für eine Bewerbung unerlässliche Fakten wie Berufsstationen, Ausbildungsabschlüsse oder andere Punkte des Lebenslaufs lassen sich kaum in einer Video-Botschaft mitteilen. Sie gehören ins Anschreiben und in den Lebenslauf. Bei einer Online-Bewerbung kann der Link zum Film in die Mail oder das Online-Formular gesetzt werden. Wählt man den klassischen Weg per Briefpost, brennt man das Video am besten auf eine CD und fügt diese bei.

Videobewerbung ist ein Fall für Profis

Fast noch wichtiger als die grundsätzliche Entscheidung. Natürlich lässt sich ein Videoclip für die Bewerbung mit einer einfachen Amateur-Kamera aufnehmen. Und inzwischen wird sogar spezielle Software angeboten, mit der sich Bewerbungsvideos in kompletter Eigenregie erstellen lassen. Doch aus vielerlei Gründen empfiehlt sich eine professionelle Produktion. Licht, Ton, Kulisse - bei einem Videodreh kann schon technisch viel daneben gehen. Und wer bei allem Talent das Sprechen vor der Kamera nicht gewohnt ist, wirkt oft unnatürlich oder verkrampft. Wer ein wirklich professionelles Bewerbungsvideo von sich drehen lassen möchte, muss mindestens 200 Euro investieren. Je nachdem, wie intensiv der Bewerber vor dem Dreh trainiert wird, kann es auch deutlich teurer werden. Spezialsten findet man dazu unter Videoproduktionsfirmen, auch immer mehr Fotografen und Fotostudios bieten Bewerbungsvideos an - am besten, man lässt sich vorher einige Arbeitsproben zeigen. Und ebenfalls wichtig: Man sollte schon allein aus Kostengründen ein Video nie auf eine bestimmte Stelle oder sogar auf einen einzelnen Arbeitgeber münzen. Dann wird nämlich bei einer künftigen Bewerbung der nächste teure Videodreh fällig. Die Videobewerbung sollte den Kandidaten, seine Fähigkeiten und seine Persönlichkeit so allgemein vorstellen, dass der Clip für unterschiedliche Bewerbungen verwendet werden kann.
Service-Info: Auch, wenn Ihr Videoclip großartig geworden ist, kommen Sie an den Standards einer Bewerbung nicht vorbei. Also machen Sie Ihren Lebenslauf hübsch und entwerfen Sie ein überzeugendes Anschreiben, unser kostenloser Editor hilft Ihnen dabei: Jetzt Bewerbung erstellen
29.06.2016