Die häufigsten Bewerbungsvideo-Typen

©Matt Epstein / Youtube

Sich per Bewerbungsvideo bei einem Arbeitgeber vorzustellen, findet immer mehr Nachahmer. Auf Youtube werden die oft schrägen Clips zu einer eigenen Kunstform. Bewerbung.com zeigt die klassischen Vertreter des Genres.

Videobewerbungen können sehr effektiv sein - wenn man ein paar wichtige Dinge beachtet: Das Licht muss stimmen, der Ton sowieso und auch ein bisschen Entertainment-Talent sollte man haben. Zumindest Letzteres kann man den Hauptdarstellern, die in den folgenden Clips zu sehen sind, nicht abstreiten. Ob die mal mehr, mal weniger geglückten Filmwerke zu einem Job verholfen haben, lässt sich leider nicht in allen Fällen sagen. Aber vielleicht fragen Sie sich ja mal selbst: "Hätte ich den/die genommen?"

Der Selbstbewusste

Mark Leruste hat sein Bewerbungsvideo durchaus selbstbewusst gleich mal als "Besten Videolebenslauf aller Zeiten" betitelt.  Der Engländer bewarb sich mit diesem Clip bei großen Organisationen und Unternehmen für einen Job im Kommunikationsteam. Mitteilsam zeigt sich Leruste auf jeden Fall in seinem Video, kurz vor der Schmerzgrenze zur Peinlichkeit bekommt er aber noch die Kurve.  Mit Erfolg: Zwei Wochen später bekam er einen Job bei einer weltweiten Gesundheitsstiftung.

Die Schüchterne

Ein Bewerbungsvideo, das keine einzige Sekunde die Kandidatin zeigt? Hmmm. Der Clip von Alyssa Berkowitz, die damit eine Festanstellung als Fotografin suchte, rief gemischte Reaktionen auf Youtube hervor. Die einen lobten die kreative Machart des Films, andere störten sich an der Abwesenheit der Bewerberin. Ihrem eigentlichen Ziel kam Berkowitz mit dem Video jedenfalls nicht näher, sie arbeitet nach wie vor als freie Fotografin. Aber nun vielleicht mit besserer Auftragslage.

Der Scherzkeks

Für welchen Job sich Eric Purdue mit seinem Bewerbungsvideo anbietet, wird nicht ganz klar, doch der zukünftige Arbeitgeber sollte in jedem Fall Spaß verstehen. Denn um einen "Fuß in die Tür zu bekommen", tritt Purdue erstmal eine Tür ein. Wenn er sich einen Tee macht, ist er, hoho, das „Tea“ in „Teamwork“. Zwischendurch bastelt er noch ein wenig und redet zu viel. Ein insgesamt doch verstörender Clip.

Die Unverstandene

Dass wir hier so wenige deutschsprachige Clips zeigen, ist der Tatsache geschuldet, dass in unseren Breitengraden ein Bewerbungsvideo immer noch eher unüblich ist. Und wenn man eines produziert hat, stellt man es hierzulande nicht öffentlich auf Youtube. Eine, die das gewagt hat, ist - tapfer tapfer - Pauline Klose aus Dessau, die sich mit einem durchaus ambitionierten Video als "Gestalterin für visuelles Marketing" bei Ikea beworben hat. Leider hat der Film doch große Schwächen im AUDIOvisuellen Bereich, weil man vor lauter Autos und IKEA-Kunden fast gar nix versteht. Aber hören Sie selbst - und kaufen Sie sich für ihren Film bitte ein vernünftiges Mikro.

Die gespaltene Persönlichkeit

Vielleicht war es ja am Anfang eine ganz witzige Idee von Alexandra aus London, ihre Bewerbung als nachgespieltes Vorstellungsgespräch zu produzieren - und beide Seiten selbst zu spielen. Aber mit der Zeit ermüdet der ständige Wechsel zwischen ihr und der "Personalchefin" doch sehr , vor allem, weil die Rolle der Fragerin fast mehr Raum einnimmt als die der Bewerberin. Bei aller Kreativität bei Schnitt und Kamera: leider Thema verfehlt.

Die Experimentelle

"Es war das Ziel, dass es albern war.“ Mit diesen Worten verteidigte Erin Michael Vondrak ihr Bewerbungsvideo als Videospiel-Designerin bei der US-Softwarefirma Valve. Der sehr aufwendige Clip ist bis heute eines der meist geklickten  Videos seiner Art auf Youtube - und einer der meist diskutierten . Denn das süße Stimmchen und die putzigen Bildchen fanden viele Kommentatoren befremdlich. Dabei hatte Vondrak selbst unter den Clip geschrieben: “Ich habe das Video gemacht, um mir die Zeit zu vertreiben, bis ich eine Reaktion auf meine richtige Bewerbung hatte.  Ich wollte damit Leute zum Lachen bringen."  Zum Bewerbungsgespräch wurde Vondrak jedenfalls eingeladen, aber nach drei Runden ging es trotzdem nicht weiter für sie.

Der Klassiker

Der Clip "Google, please hire me" ist wohl der bekannteste Vertreter des Genres Bewerbungsvideo. Der filmisch in Szene gesetzte Versuch von Matthew Epstein, beim US-Konzern zu landen,  wurde sogar zu einer ganzen Youtube-Serie.  Zwar weiß man nicht genau, was die "Mann-mit-Schnauzbart-trinkt-Whiskey-in-einer-Villa"-Story soll, aber das ist für den Effekt eher nebensächlich. Matthew Epstein möchte Produktvermarkter bei Goiolge werden und vermarktet erstmal sich selbst: „Google, bitte setzt euch. Ich will für euch arbeiten. Ich weiß, alles was ihr seht, ist ein Mann mit einem Schnauzbart. Aber ich bin mehr als ein Mann mit einem Schnauzbart: Ich bin ein Liebender ...“  Google erwiderte die Liebe zwar nicht, aber Epstein hat trotzdem einen Job gefunden, als Marketing-Chef eines großen Software-Unternehmens.

Das Vorbild

Und was ist denn nun das Geheimnis eines Bewerbungsvideos, das gleichermaßen originell, unterhaltsam und informativ ist - und nicht im wahrsten Wortsinn überdreht? Wir finden, der Australier Nick Belling hat genau das richtige Maß gefunden. Und zurecht einen Job bekommen. Da verzeiht man auch gerne das diffuse Licht...

Service-Info: Auch, wenn Ihr Videoclip bestimmt großartig geworden ist, kommen Sie an den Standards einer Bewerbung nicht vorbei. Also machen Sie Ihren Lebenslauf hübsch und entwerfen Sie ein überzeugendes Anschreiben, unser kostenloser Editor hilft Ihnen dabei: Jetzt Bewerbung erstellen
30.06.2016