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Social Media Bewerbung: Ihr Profil im Online-Netzwerk

Nutzen Sie soziale Netzwerke für Ihre Bewerbung. Sie helfen bei der Stellensuche und der Kontaktpflege.

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Bei der Jobsuche Online-Portale zu durchforsten, ist Pflicht. Kluge Kandidaten zünden zusätzlich einen Turbolader für ihre Karriere: soziale Netzwerke. Betreiben sie dort wirkungsvoll Selbstmarketing, gefällt das auch Recruitern.

Das Wichtigste in 15 Sekunden
  • Soziale Medien sind für Stellensuchende und Bewerber sehr wichtig geworden
  • Netzwerke wie XING gelten als effektivste Social-Media-Plattformen zur Pflege beruflicher Kontakte
  • Immer aktuelle personalisierte Profile sind der Schlüssel zum Erfolg
  • Nur wer Social Media aktiv nutzt, schöpft alle damit verbundenen Vorteile aus

Social Media ist in aller Munde, trotzdem nutzt bisher noch nicht einmal die Hälfte aller Bewerber in Deutschland Plattformen wie XING oder Facebook für die Jobsuche. Das ist ein Ergebnis einer Social-Recruiting-Studie des Personaldienstleisters Adecco und der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Mannheim. Wer hier seine Karten geschickt ausspielt, hat beim Rennen um die besten Jobs die Nase vorn, denn immer mehr Personaler nutzen soziale Netzwerke, um für offene Stellen geeignete Bewerber zu finden. So ergab die Studie auch: Gut 30 Prozent der Befragten sind bereits von Personalverantwortlichen über Netzwerke angesprochen worden, und bei fast 60 Prozent der Angesprochenen führte der Kontakt zu einem konkreten Stellenangebot.

Warum sollten Sie Social Media als Karrieresprungbrett nutzen?

  • Viele Stellen werden verdeckt oder über persönliche Beziehungen und Netzwerke vergeben.
  • Mit einer aussagestarken Präsenz im Internet bringen Sie Ihr Selbstmarketing in Schwung.
  • Dies geschieht, indem Sie fachliche und soziale Kompetenz zeigen.
  • Sie knüpfen und pflegen potenziell wertvolle Kontakte.
  • Sie können von guten Beziehungen und Empfehlungen Ihrer Kontaktpersonen profitieren.
  • Social Media dient als wichtige Informationsquelle – auch für Jobangebote jenseits der einschlägigen Online-Portale.
  • Sie können sich direkt auf Stellenangebote bewerben.
  • Personaler und Headhunter können Sie finden und ansprechen.

Kommen für Sie vorwiegend berufliche Social-Media-Kanäle in Betracht, oder wollen Sie diese um auch privat genutzte Plattformen wie Facebook, Google+ oder Twitter ergänzen? Vielleicht glänzen Sie darüber hinaus ja sogar als Blogger mit Spezialwissen und sorgen so für Aufmerksamkeit? All das hängt ganz von Ihren persönlichen Wünschen und Zielen ab. Wichtig ist: Wo immer Sie aktiv werden, sollten Sie sowohl agieren als auch reagieren und Ihr jeweiliges Profil mit kontinuierlicher Pflege aktuell halten. Das verursacht vor allem anfangs etwas Mühe und kostet eine ganze Menge Zeit, lohnt sich aber am Ende.

Präsenz zeigen, aber wo?

Als effektivste soziale Netzwerke für berufliche Kontakte gelten Business-Netzwerke wie XING. Mehr als 9 Millionen Mitglieder hat die XING-Plattform im deutschsprachigen Raum (Stand: September 2015). Um das Beste herauszuholen, gilt es, ein personalisiertes Profil zu erstellen und einige Grundregeln befolgen.

Das passende Profil

  • Ihr Profil sollte authentisch, informativ und übersichtlich gestaltet sein – die Plattform gibt die Struktur dafür weitgehend vor.
  • Wählen Sie kein vermeintlich witziges oder zu privat anmutendes Profilbild. Orientieren Sie sich an den Kriterien für ein gutes Bewerbungsfoto Der Profilspruch ist ein Kann, kein Muss. Wenn Sie nichts Passendes parat haben, lassen Sie ihn weg.
  • „Ich biete“: Hier nennen Sie Ihre wichtigsten Kenntnisse und Fähigkeiten, oder auch eine konkrete Positionsbezeichnung. Wenn Sie dafür weit verbreitete Keywords verwenden, findet man sie am besten.
  • „Ich suche“: „Interessante Kontakte“, wie man es oft liest? Lieber nicht, denn das sagt absolut nichts aus – kommen Sie auch hier mit sinnvollen Keywords auf den Punkt. „Eine berufliche Herausforderung als …“? Für Berufseinsteiger ist das in Ordnung, als Jobwechsler in noch ungekündigter Stellung hingegen sollten Sie mehrdeutig formulieren – schließlich können die Kollegen oder der Chef mitlesen.
  • „Berufserfahrung“ und „Ausbildung“: Je nachdem ob Sie Berufseinsteiger oder Professional sind ist hier Platz für die Angaben aus Ihrem Lebenslauf. Bei besonders langjähriger und vielfältiger Erfahrung kann man sich dabei auf das Wesentliche beschränken.

Bei XING gibt es für zahlende Mitglieder eine hilfreiche weitere Funktion, das Portfolio: Ähnlich wie das Motivationsschreiben bei einer Bewerbung, bietet es Platz dafür, potenziellen Arbeitgebern Ihre Persönlichkeit näher zu bringen, berufliche Erfolge zu beschreiben, Ziele zu formulieren, sowie Qualifikationen und Soft Skills ausführlich ins rechte Licht zu rücken – auch mit Bildern und Dateianhängen.

Die Wortwahl für das Selbstmarketing sollte im Großen und Ganzen eher sachlich sein, aber: Der eine oder andere originelle Zwischenton bei „Ich biete“ und „Ich suche“ ist erlaubt und hilft dabei, Sie von der Masse abzuheben.

„Wir erleben wie der Fokus auf stromlinienförmige Lebensläufe in den modernen Arbeitswelten mehr und mehr schwindet. Im Bewerbungsprozess werden Individualität und Kreativität der Kandidaten zu entscheidenden Bewertungskriterien. Diese sollten unbedingt auch in der Selbstbeschreibung auf sozialen Netzwerken zum Ausdruck kommen.“

Gero Hesse, HR-Experte und Geschäftsführer der Medienfabrik Gütersloh

Legen Sie los

Berufliche Social-Media-Netzwerke leben davon, dass man sie nicht nur zur Selbstdarstellung sondern in erster Linie aktiv nutzt. Wer davon nach dem Prinzip „Geben und Nehmen“ rege Gebrauch macht, zieht die meisten Vorteile aus ihnen: Knüpfen Sie möglichst viele qualifizierte Kontakte, damit sich eine neue Statusmeldung in den richtigen Kreisen rasch herumspricht. Beteiligen Sie sich an Gruppen und Diskussionsrunden, bei denen Sie mit Ihrer Expertise punkten können. Besuchen Sie die Profile von Fachkollegen und solche von Firmen, für die Sie sich interessieren – so kommt mancher gute Dialog in Gang. Und unterstützen Sie bei Gelegenheit Bekannte in Ihren Netzwerken, sie werden sich bei passender Gelegenheit dafür revanchieren.Bei vielen Headhuntern ergänzt Social Media inzwischen das Telefon als Mittel zur Erstansprache und häufig lancieren Firmen heutzutage neue Stellenangebote zuerst über diese Kanäle. Sucht ein Unternehmen Mitarbeiter, können Sie den zuständigen Ansprechpartner mit einem Kontaktgesuch auf sich aufmerksam machen und vor Ihrer schriftlichen Bewerbung erste Informationen bei ihm einholen.

Facebook, Twitter und Co.

Anders als XING eignen sich auch soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter oder Google+ für Stellensuchende und Bewerber, um aktiv Kontakte zu knüpfen – allerdings in anderer Form. So ginge beispielsweise die Facebook-Freundschaftsanfrage an einen Personaler Ihrer Wunschfirma mit ziemlicher Sicherheit nach hinten los. Folgen Sie stattdessen lieber herausragenden Persönlichkeiten Ihres Fachbereiches oder Meinungsmachern. Behalten Sie Firmen mit News- oder Karriere-Tweets auf dem Schirm – und auch solche, die eine professionelle Facebook-Präsenz für ihr Marketing oder ihr Recruiting pflegen. Bei Letzteren können Sie aus gut begründetem Anlass dann auch auf diesem Weg von sich hören lassen.

Bringen Sie für andere interessantes Expertenwissen und Grundkenntnisse im Online Publishing mit? Dann finden Sie vielleicht die Zeit, einen eigenen Blog ins Leben zu rufen. Auf diese Weise pflegen Sie Ihre fachliche Reputation und finden selbst Follower, die Ihrer Karriere über kurz oder lang einen Schubs in die richtige Richtung geben könnten.

Für welche Art von Social Networking Sie sich auch entscheiden – bitte wahren Sie immer die Regeln guten Benehmens und achten Sie sehr darauf, welche Inhalte Sie teilen. Über die Wirkung von für alle Öffentlichkeit sichtbaren kompromittierenden Partyfotos oder fragwürdigen politischen Parolen haben Sie ja sicher genug gelesen, nicht wahr?

Erst überlegen, dann posten

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