Persönlichkeitstest: Das sagt er über Deinen Charakter aus

Persönlichkeitstest © Westend61 / Getty Images

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Persönlichkeit, Charakter, Profil – neben Arbeitserfahrungen und Ausbildung wird der Persönlichkeitstyp bei Bewerbungen immer wichtiger. Was Du bei Einstellungstests, Assessment Centern und anderen Persönlichkeitsanalysen über Dich herausfinden kannst, erfährst Du hier.

Was bringen Persönlichkeitstests?

Die Charakteranalysen gibt es in enorm vielen Ausführungen. Zum einen gibt es die eher unterhaltsamen Tests aus Magazinen oder Social Media à la „Welcher Serien-Charakter bist Du?“. Aber auch bei allgemeinen Persönlichkeitstests und bei berufsbezogenen Analysen wie dem Assessment-Center kann Deine Persönlichkeit auf die Probe gestellt werden.

Die Personalverantwortlichen können sich so ein deutlich umfassenderes Bild Deiner Persönlichkeit machen, als es ein tabellarischer Lebenslauf und ein paar Sätze Motivationsschreiben zulassen: Bist Du für die Führungsposition geeignet? Gehst Du sorgfältig oder eher kreativ an Aufgaben heran? Du bist eher impulsiv oder emotional stabil? Hast Du diplomatisches Geschick? Passt Du zum restlichen Team? Das alles sind Fragen, die über Deine Eignung für den Job entscheiden können.

Wie funktioniert ein Persönlichkeitstest?

Die meisten Persönlichkeitstests sollen vor allem das Bild, das ein Bewerber von sich selbst hat, überprüfen – was wiederum Rückschlüsse auf seine Persönlichkeit zulässt. Hierfür wird eine Reihe von Aussagen vorgelegt, die Du auf einer Skala von „trifft überhaupt nicht zu“ bis „trifft zu“ beantworten sollst. Manchmal verortest Du Dich auch zwischen zwei entgegenstehenden Eigenschaften. Die Testfragen werden dann so zusammengestellt, dass sie sich entweder auf die speziellen Positionen ausrichten, die im Unternehmen zu besetzen sind – oder bei größeren Assessment Centern auf allgemeine Persönlichkeitsmerkmale abheben, die sowohl in der Firmenkultur als auch in der Branche gefragt sind.

Ganz wichtig: Die meisten abgefragten Eigenschaften sind nicht in sich gut oder schlecht. Ein hoher Wert an Gewissenhaftigkeit ist super bei kleinteiligen Aufgaben mit festen Deadlines, kann bei vielen Umbrüchen und unvorhergesehenen Problemen aber hinderlich sein. Ein offener Mensch kann sich sehr gut auf neue Kunden einstellen, ist dafür aber vielleicht nicht geeignet für einen sehr stetigen Arbeitsplatz. 

Hier kommen einige typische Modelle, auf denen Persönlichkeitstests basieren können:

Die „Big Five“-Ansatz

Aktuell stehen besonders der „Big Five“-Ansatz, auch OCEAN-Modell genannt, im Fokus. Hierbei werden diese fünf relevanten Persönlichkeitsmerkmale abgefragt.

  • Extraversion: Wie gesellig bist Du? Bist Du gern im Austausch mit anderen oder lieber in Ruhe und für dich?
  • Offenheit: Bist Du Neuem gegenüber aufgeschlossen? Oder ziehst Du mehr aus einer vertrauen Umgebung?
  • Verträglichkeit: Kannst Du Dich gut an andere Umstände anpassen? Oder bist Du unabhängig und scheust auch vor Konflikten nicht zurück?
  • Gewissenhaftigkeit: Gehst Du geplant oder spontan an Deine Aufgaben heran? Herrscht bei Dir eher Pedanterie oder kreatives Chaos?
  • Emotionale Stabilität: Wie leicht fällt es Dir, Entscheidungen zu treffen? Oder mit Stress und Rückschlägen umzugehen?

Das DISG-Modell

Auch bei diesem Test werden verschiedene Grundeigenschaften abgefragt, in diesem Fall die Punkte Dominanz, Initiative, Stetigkeit und Gewissenhaftigkeit – abgekürzt DISG.

  • Dominanz: Wie gut kannst Du Dich durchsetzen? Wie direkt und risikofreudig bist Du?
  • Initiativ: Wie gut kannst Du im Team arbeiten, andere begeistern?
  • Stetigkeit: Bist Du hilfsbereit, loyal und geduldig?
  • Gewissenhaftigkeit: Arbeitest Du gern routiniert, kritisch und analytisch?

GPOP-Persönlichkeitsanalyse

Auch bei der GPOP-Persönlichkeitsanalyse ordnest Du Dich auf einer mehrstufigen Skala ein. Die Abkürzung GPOP ist eine Abkürzung für Golden Profiler of Personality, die auf 16 Persönlichkeitstypen basiert.

Myers-Briggs Typ-Indikator

Die Myers-Briggs Typen basieren, wie die GPOP-Analyse, auf psychologischen Typen. So beliebt der Test aktuell aber auch ist, er ist nicht wissenschaftlich fundiert und daher beschränkt aussagekräftig. Einige Unternehmen wenden diesen Test trotzdem gern an, bei dem Du Fragen mit ja oder nein beantwortest. Am Ende kommt ein Persönlichkeitstyp aus vier Buchstaben heraus, der sich zusammensetzt aus:

  • Extraversion (E) oder Introversion (I)
  • Sensitives Empfinden (S) oder Intuition (N)
  • Entscheidungen treffen nach Denken (T) oder Fühlen (F)
  • Urteilen (J) oder Wahrnehmen (P)

Was bringt mir ein Persönlichkeitstest?

Wer sich selbst gut kennt, kann sich gegen Herausforderungen besser wappnen – zum Beispiel bei einer Bewerbung oder beruflichen Neuorientierung. Wenn Du bisher in einem kreativen Umfeld wie einem Medienhaus gearbeitet hast, Dich aber eigentlich viel mehr in Planung, Struktur und verlässlichen Abläufen verwirklichen kannst, könntest Du nach einer neuen Branche Ausschau halten, die das bietet. Aber auch bei der persönlichen Weiterentwicklung helfen Dir die Tests. Wenn Du bisher emotional nicht allzu stabil bist, kannst Du das nur trainieren, wenn Du um diesen Umstand weißt.

Aber Achtung: Auch wenn Du bei solchen Einstellungstests Deine beste Seite präsentieren kannst und sollst – Lügen ist tabu. Wenn die Stelle, auf die Du dich bewirbst, viel Extraversion fordert, Du aber sehr introvertiert bist, bringt es gar nichts, bei dem Test so zu tun als ob. Damit tust Du dem Unternehmen keinen Gefallen und vor allem auch Dir selbst nicht. Nutze den Persönlichkeitstest, um das Beste aus Dir herauszuholen, nicht um gegen Deinen Charakter anzuarbeiten.

 

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