Internationaler Lebenslauf: Das sind die Unterschiede zwischen CV und Resume

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Eine Bewerbung stellt für viele Menschen ohnehin eine Mammutaufgabe dar. Noch schwieriger wird die Sache allerdings, wenn der Lebenslauf auf Englisch sein soll. Dann noch die Unterscheidung zwischen CV und Resume. Zeit, um Licht ins Dunkel zu bringen!

Möchtest Du Dich in einem anderen Land bewerben, verfasst Du Deine Unterlagen am besten in der Landessprache. Allerdings ist das in vielen Fällen nicht möglich, weil Du diese nicht beherrschst. Englisch ist dann die Sprache Deiner Wahl. Zudem gibt es immer mehr Unternehmen – in Deutschland sowie international – welche gezielt eine englische Bewerbung einfordern. Sie möchten prüfen, ob Dein Englisch gut genug ist, weshalb es sich vor allem um Unternehmen handelt, bei denen die „Arbeitssprache“ größtenteils Englisch darstellt. Es kann also viele verschiedene Gründe geben, weshalb Du einen englischen Lebenslauf brauchst. Was dann?

Der Aufbau internationaler Lebensläufe

Wenn von einem internationalen Lebenslauf die Sprache ist, wird häufig die englische Version gemeint. Vielen Menschen ist dabei aber nicht bewusst, dass auch der Aufbau je nach Land differiert. So sieht ein Lebenslauf in Frankreich, Spanien, Großbritannien oder den USA grundlegend anders aus als jener, der in Deutschland üblich ist. Ja, sogar zwischen den englischsprachigen Ländern gibt es Unterschiede. Für Dich bedeutet das: Am besten passt Du den Aufbau an das Zielland an, in welchem Du Dich bewirbst. Du schickst Deinen Lebenslauf zum Beispiel nach Spanien, jedoch auf Englisch, da Du kein Spanisch beherrschst? Dann sollte der Aufbau trotzdem länderspezifisch auf Spanien angepasst sein. Im Zweifelsfall wählen viele Bewerber den sogenannten Curriculum Vitae, kurz CV, und damit die britische Version.

Die Besonderheiten eines Curriculum Vitae

Dieser CV bringt gegenüber einem klassischen deutschen Lebenslauf folgende Besonderheiten mit sich: Er enthält in der Regel kein Bewerbungsbild sowie keine Angaben zu Geschlecht, Alter, Religion oder Familienstand. In Großbritannien wird großer Wert darauf gelegt, dass allein die Qualifikationen berücksichtigt werden – woran sich der deutsche Lebenslauf durchaus noch ein Vorbild nehmen könnte. Dafür enthält der Curriculum Vitae mindestens zwei Referenzen, also Kontakte, welche bei einer Kontaktaufnahme für Dich sprechen. Unterm Strich geht es darum, Deine Eignung zu schildern und zu beweisen. Zudem enthält der Lebenslauf auf etwa zwei bis drei Seiten eine Liste Deiner wichtigsten beruflichen Stationen in Stichpunkten, wobei Du mit der aktuellsten beginnst. Unterschreiben musst Du den CV nicht.

Der Unterschied zum US-amerikanischen Resume

Während der CV gerne als internationaler oder EU-Lebenslauf bezeichnet wird, gibt es dennoch Situationen, in welchen das Resume für Dich die sinnvollere Wahl ist. Hierbei handelt es sich um die US-amerikanische Version eines Lebenslaufs. Natürlich empfiehlt sich das Resume, wann immer Du Dich in den USA bewirbst. Aber auch bei anderen ausländischen Bewerbungen, die außerhalb der EU stattfinden, wird häufig der Resume anstelle des CV gewählt. Schlussendlich kannst Du frei entscheiden, was du wann als sinnvoller betrachtest. Ihr Ziel ist ohnehin dasselbe: Es geht darum, Deine Qualifikationen in den Vordergrund zu stellen und bestmöglich zu präsentieren. Beim Resume gilt dabei die Besonderheit, dass dieser in der Regel nicht länger als eine Seite ist. Zudem hebst Du am Ende gezielt Deine Stärken („Skills“) hervor. Ansonsten ähnelt er dem Curriculum Vitae, sprich er enthält kein Bewerberbild sowie keine Angaben zu Alter, Geschlecht, Religion oder Nationalität – dafür aber eine Liste Deiner beruflichen Stationen, begonnen mit der aktuellsten, sowie konkrete Referenzen.

Die besten Tipps für Deine internationale Bewerbung

Schlussendlich sind die Unterschiede zwischen dem Resume und dem CV also klein und somit kannst Du selbst entscheiden, was bei einer internationalen Bewerbung für Dich wann am sinnvollsten ist. Berufseinsteigern reicht die eine Seite beim Resume häufig aus und zudem können sie im Bereich der „Skills“ glänzen, wohingegen ein erfahrener Bewerber gerne die zwei bis drei Seiten Platz bei einem Curriculum Vitae ausnutzt. Schlussendlich darfst Du auch hier gerne kreativ werden, um aus der Masse herauszustechen, sofern Du die grundlegende Struktur beibehältst. Zudem helfen Dir folgende Tipps dabei, das Meiste aus deiner Bewerbung auf Englisch herauszuholen:

  • Personal Statement: Viele Bewerber leiten den Lebenslauf mit einem persönlichen Statement ein, welches auf den Punkt bringen soll, wer Du bist. Nutze diese Gelegenheit, um Deinen englischen Lebenslauf einzigartig zu machen.
  • Datum: Wenn Du einen Lebenslauf auf Englisch verfasst, sollte er einheitlich sein. Das bedeutet: Bei einem CV schreibst Du auch das Datum auf die britische Art (Tag/Monat/Jahr) und bei einem Resume im amerikanischen Stil (Monat/Tag/Jahr).
  • Verfassen: Bestenfalls verfasst Du Deinen Lebenslauf selbst, schließlich geht das Unternehmen davon aus, dass Du ausreichend gut Englisch sprichst. Beauftragst Du hingegen einen Ghostwriter, stimmen Deine Englischkenntnisse im anschließenden Bewerbungsgespräch nicht überein. Authentizität ist hierbei ein wichtiges Stichwort.
  • Fachbegriffe: Achte beim Verfassen darauf, die Überschriften beziehungsweise Bezeichnungen im Lebenslauf, zum Beispiel für die Rubriken Persönliche Daten, Staatsangehörigkeit & Co, korrekt zu übersetzen und ebenso eventuelle Fachbegriffe, welche Deinen Beruf oder Deine Branche betreffen.
  • Korrektur: Dennoch ist es in jedem Fall empfehlenswert, den englischen Lebenslauf vor dem Absenden durch mindestens eine weitere Person korrigieren zu lassen – gerne durch einen professionellen Lektor in der jeweiligen Sprache.

Wenn Du diese Tipps beherzigst, steht Deinem internationalen Lebenslauf nichts mehr im Weg und Du kannst gewiss auch in Großbritannien, den USA oder jedem weiteren Land punkten. Viel Erfolg!


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19.06.2020