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Stärken und Schwächen: Die besten Tipps für eine perfekte Selbstbeschreibung

Stärken und Schwächen: Die besten Tipps für eine perfekte Selbstbeschreibung

©Africa Studio / Fotolia

Die Frage nach den eigenen Stärken und Schwächen bereitet Bewerbern oft ein mulmiges Gefühl. Dabei müssen sie sich bei der Selbstbeschreibung nur auf eines verlassen: auf sich.

Wir alle haben sie, doch kaum einer spricht gerne darüber. Kein Wunder, dass viele Bewerber rot anlaufen, sobald der Personaler im Vorstellungsgespräch nach ihren Stärken und Schwächen fragt. Dabei ist dieser Moment – mit der richtigen Vorbereitung – Ihre Chance, sich glaubwürdig und selbstbewusst zu präsentieren und den Gesprächsführer davon zu überzeugen, dass gerade Sie genau der oder die Richtige für die Stelle sind.

Warum quälen Personaler Sie mit dieser Frage?

Natürlich haben die meisten Personaler gar nicht die Absicht, Sie mit dieser Frage in Verlegenheit zu bringen. Stattdessen möchten sie herausfinden, wie es um Ihre Fähigkeit zur Selbstreflexion steht. Wissen Sie, was Ihnen besonders liegt und Sie (gegenüber anderen Kandidaten) auszeichnet? Und auch, was es noch zu optimieren gilt? Außerdem ist die Frage eine gute Möglichkeit herauszufinden, wie intensiv Sie sich mit den Kernaufgaben des anvisierten Jobs auseinandergesetzt haben. Wissen Sie, welche Charaktereigenschaften, Erfahrungen und Kenntnisse dafür besonders gefragt sind?

Es liegt an Ihnen, Ihre höchst individuellen Stärken, Kenntnisse, Erfahrungen und beruflichen Zielvorstellungen herauszuarbeiten. Und das geht am besten in vier Schritten:

1. Eine Liste mit den eigenen Stärken anlegen

Schnappen Sie sich einen Stift und ein Papier und schreiben Sie einfach drauf los, was Ihnen einfällt: Welche Charaktereigenschaften zeichnen Sie besonders aus? Ganz wichtig ist, dass Sie Ihre positiven Merkmale nicht nur auflisten, sondern in einem zweiten Schritt auch Beispiele dafür finden. Wo haben Sie sich damit mal in besonderer Weise eingebracht? Wem haben Sie damit geholfen, wen unterstützt? Die Beispiele sollten dabei idealerweise auf Ihren Erfahrungen im beruflichen Umfeld gründen. Doch gerade an diesen fehlt es Ihnen als Berufseinsteiger noch? Überlegen Sie doch mal, ob Sie sich in einem Praktikum mal besonders eingebracht haben. Oder in der Arbeit im Sportverein, im Orchester oder Improvisationstheater.

Dabei sollten Sie aber stets den beruflichen Aspekt im Auge behalten. Zur Verdeutlichung: „Ich kann gut Ski fahren“, ist keine passende Aussage – „Ich habe fünf Jahre eine Fußballmannschaft trainiert und kann Menschen gut anleiten“ schon. Auch können Sie anführen, wie Sie Herausforderungen im Studium begegnet sind oder beispielsweise das Lernen für Ihren Abschluss strukturiert und organisiert haben. Widerstehen Sie an dieser Stelle aber unbedingt dem Versuch, sich eine passende Geschichte auszudenken – im späteren Vorstellungsgespräch wird Sie der Personaler damit ohnehin sofort als Märchenerzähler identifizieren.

2. Die beste Quelle für die Selbstbeschreibung? Gute Freunde!

Naturgemäß fällt es uns viel leichter, andere zu bewerten, als uns selbst. Deshalb sind Sie gut beraten, wenn Sie sich drei bis fünf sehr gute Freunde suchen und sie fragen: „Was kann ich besonders gut und was weniger gut?“ Notieren Sie die Aussagen ebenfalls mit passenden Beispielen auf Ihrer Liste.

3. Zwei bis drei passende Eigenschaften auswählen

Sie haben jetzt für Ihre Selbstbeschreibung eine lange Liste mit all jenen Dingen vor sich liegen, die Sie besonders gut können. Einige decken sich vielleicht mit den Anforderungen in der Ausschreibung. Diese können Sie daher inklusive der Beispiele direkt in Ihr Anschreiben mit aufnehmen. Darüber hinaus sollten Sie noch bis zu drei weitere Eigenschaften auswählen, die besonders gut auf die Stelle passen und die Sie dem Personaler im Gespräch vortragen. Ideal sind dabei natürlich Alleinstellungsmerkmale, bei denen die Chance groß ist, dass Sie sich damit von Ihren Mitbewerbern abgrenzen.

4. Die eigenen Schwächen notieren

Keiner ist perfekt – das wissen auch die Personaler. Und wünschen sich deshalb Bewerber, die erkennen, was Ihnen nicht so sehr liegt und daran arbeiten. Deshalb ist es hierbei wichtig, sich nicht nur der eigenen Schwächen bewusst zu sein, sondern auch, wie Sie sie beheben möchten. Während die schriftliche Bewerbung ausschließlich den positiven Eigenschaften des Bewerbers vorbehalten ist, haben im Vorstellungsgespräch auch die negativen Merkmale Platz. Gut so, denn schließlich ist hier mehr Raum für Erläuterungen.

So könnten Sie zum Beispiel erzählen, dass Sie Ihre eingerosteten Sprachkenntnisse in einem Volkshochschulkurs auffrischen oder ein Rhetorikseminar besuchen, um schlagfertiger zu werden. Gerade Berufseinsteiger dürfen hier natürlich auch fehlendes Fachwissen oder fehlende Erfahrung nennen – aber natürlich nur, wenn diese nicht Einstellungskriterium sind. Auch hier gilt: Machen Sie sich vorab wie schon bei Ihren Stärken eine Liste, denn so fällt die Auswahl später leichter. Humor ist an dieser Stelle übrigens fehl am Platz: Vermeintlich lustige Antworten wie „Ich habe eine Schwäche für Frauen, Bier, Schokolade …“ sind ebenso kontraproduktiv wie die Aussage „Ich habe keine Schwächen“.

Viele Fragen – eine Antwort

Nicht immer formulieren die Personaler die Frage übrigens ganz direkt. Mal möchten sie wissen, welche Eigenschaften für die ausgeschriebene Stelle wohl besonders wichtig seien, dann wieder, wie der Bewerber vorgeht, wenn er ein Problem löst. Mit der oben beschriebenen Vorbereitung aber werden Sie jede noch so geschickt gestellte Frage sogleich identifizieren und können dem Gespräch ganz gelassen entgegenblicken. Und sich selbst – sowohl mit Ihren Stärken als auch mit Ihren Schwächen – ins beste Licht rücken.

Text: Birte Schmidt


Service-Info: Sie sind zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden und so kurz vor dem Termin steigt auch die Aufregung. Logisch, denn man möchte nichts Falsches sagen, trotzdem authentisch sein und souverän auf alle Fragen antworten. Sie fragen sich bestimmt auch, welche typischen Fragen der Personaler bzw. Arbeitgeber im Bewerbungsgespräch stellen wird und wie Sie auf Stressfragen möglichst clever reagieren? Überlassen Sie Ihre Erfolgsaussichten nicht dem Zufall und bereiten Sie sich auf alle Fragen vor. Am besten mit unserer Checkliste, die Sie hier kostenlos herunterladen können.


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