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Wann und wie Sie Ihren Gehaltswunsch formulieren

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Gutes Geld verdienen will jeder, aber die wenigsten sprechen gerne über Ihren Verdienst. Beim Bewerben führt daran jedoch kein Weg vorbei, da heißt es Tacheles reden. Wenn der potenzielle Arbeitgeber nach Ihrem Einkommenswunsch fragt, will er wissen, ob Sie Ihren Marktwert realistisch einschätzen – oder unter Realitätsverlust leiden. Was also antworten?

Das Wichtigste in 15 Sekunden
  • Oft soll man schon im Bewerbungsschreiben seinen Gehaltswunsch formulieren.
  • Diese Aufforderung zu übergehen ist riskant.
  • Viele Bewerber wählen eine Gehaltsspanne, um Verhandlungsspielraum zu gewinnen.
  • Wenn Sie Ihren Einkommenswunsch im Anschreiben nennen, gehört ein Satz dazu in den letzten Textabschnitt.

Sie sehen ein Stellengebot, das Sie so richtig reizt, und dann das: „Bitte bewerben Sie sich unter Angabe Ihrer Gehaltsvorstellung“, heißt es in der Ausschreibung. Das geht ja gut los: Sie sollen also gleich im Anschreiben auf den Punkt kommen – noch lange bevor an ein Vorstellungsgespräch, geschweige denn an die anschließende Gehaltsverhandlung überhaupt zu denken ist. Sie können jetzt drei Wege wählen:

  • Die Aufforderung stillschweigend übergehen: Manche Ratgeber empfehlen diese Vorgehensweise und häufig wird sie toleriert. Allerdings birgt sie ein vermeidbares Risiko: Personaler könnten Ihre Bewerbung aussortieren, weil Sie sich missachtet und auf den Schlips getreten fühlen. Gefährlich wird es auch, wenn gut qualifizierte Mitbewerber an dieser Stelle bereits für den Arbeitgeber attraktive Konditionen nennen.
  • Elegant ausweichen: „Meine Gehaltsvorstellungen erläutere ich Ihnen gerne im persönlichen Gespräch.“, „Ich strebe eine meinen Qualifikationen und der mit dieser Position verbundenen Verantwortung angemessene Vergütung an.“, „Meinen Einkommenswunsch formuliere ich gerne, sobald ich mir ein genaueres Bild über die verbundenen Anforderungen machen kann.“ – mit solchen oder ähnlichen Formulierungen signalisieren Sie zumindest, dass Sie die Stellenanzeige vollständig zur Kenntnis genommen haben. Sofern Sie kein Berufseinsteiger sind, besteht eine gute Alternative darin, Ihr derzeitiges Einkommen zu nennen. Bei einem Jobwechsel aus ungekündigter Position sind zehn bis zwanzig Prozent Aufschlag üblich, deshalb kann Ihr Ansprechpartner dann gut einschätzen, worauf Sie vermutlich hinauswollen.
  • Den Gehaltswunsch beziffern: Sie nennen entweder ein ganz konkretes Jahresbruttogehalt einschließlich aller geldwerten Nebenleistungen, das ist die selbstbewusste Variante. Oder Sie stecken mit einem Von/bis-Betrag den für Sie akzeptablen Verhandlungsspielraum ab, dies ist die meistempfohlene und am häufigsten gewählte Lösung.

Sind Sie schon bereit für den Gehaltspoker? Oder steht Ihnen der Sinn doch eher nach einem Studium?

Spielen Sie Ihre Trümpfe aus

Es hilft ja nichts, früher oder später müssen Sie sowieso mit der Sprache heraus, also tun Sie es – wenn gewünscht – mit wohl gewählten Worten am besten gleich. Manche Bewerber geben Ihren Gehaltswunsch bereits im Anschreiben an, ohne dass die Stellenanzeige explizit dazu auffordert. Das zeugt zwar von Mut und Selbstbewusstsein, mancher Empfänger empfindet es aber vermutlich als zu forsch. Vielleicht wissen Sie aber ganz genau was Sie wollen und haben mit Ihrer Erfahrung und Ihren Qualifikationen starke Trümpfe in der Hand. Also warum nicht? So erfährt das Unternehmen sofort, in welcher Liga Sie spielen. Falls es dann nicht mithalten kann oder will, verschwenden beide Seiten keine Zeit mit einem Vorstellungsgespräch.

Den Gehaltspoker eröffnen

Wenn Sie Ihren Einkommenswunsch also bereits im Bewerbungsschreiben formulieren, gehört ein Satz dazu unter die Textabschnitte zu Ihren Qualifikationen und Ihrer Motivation. Er leitet den letzten Absatz ein, in dem Sie ein kurzes Resümee ziehen, Ihre Hoffnung auf die Einladung zu einem persönlichen Gespräch zum Ausdruck bringen und damit zur Grußformel überleiten. Der Satz könnte so lauten:

  • Auf den Punkt: „Meine Gehaltsvorstellung liegt bei 45.000 Euro brutto im Jahr.“
  • Argumentativ: „Aufgrund meiner oben beschriebenen Erfahrung und Fähigkeiten strebe ich ein Jahresgehalt von 45.000 Euro brutto an.“
  • Argumentativ mit Verhandlungsspielraum: „Aufgrund meiner oben beschriebenen Erfahrung und Fähigkeiten strebe ich ein Jahresgehalt zwischen 45.000 und 55.000 Euro brutto an.“

Sollte man Sie erst im Zuge des Vorstellungsgespräches nach Ihren Einkommensvorstellungen fragen, können Sie bei Ihrer Antwort etwas weiter ausholen. Zum Beispiel indem Sie darlegen, dass Sie von Ihrem derzeitigen Arbeitgeber gewährte Erfolgsprämien in das genannte Wunschbrutto eingerechnet haben. Und welche geldwerten Vorteile wie betriebliche Altersvorsorge, Dienstwagen, Aktien oder Genussscheine, womöglich auch Handy und sonstige Hardware Sie aktuell on Top genießen. Das Gesamtpaket schnüren Sie im Zuge der sich anschließenden Gehaltsverhandlung. Viel Erfolg dabei!

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