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Wie Sie den letzten Satz im Anschreiben formulieren

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Beim Lesen des Zitates in der Überschrift fühlen Sie sich ins letzte Jahrhundert zurückversetzt? Damit liegen Sie richtig. Es stammt daher und ist zurecht in der Versenkung verschwunden. So geht’s richtig und zeitgemäß.

Das Wichtigste in 15 Sekunden
  • Mit einem selbstbewusst formulierten letzten Absatz und zeitgemäßer Grußformel wird Ihr Anschreiben eine runde Sache.
  • Arroganz und Druck ausüben ist tabu, der Konjunktiv ein Killer.
  • Passen Sie Wortwahl und Tonalität den anderen Teilen Ihres Bewerbungsschreibens an.
  • Berücksichtigen Sie branchenübliche Gepflogenheiten.

Mit einem spannenden Einstieg ins Bewerbungsschreiben ist es Ihnen gelungen, den Personaler neugierig zu machen. Im Hauptteil haben Sie Qualifikation, Motivation und Ziele so treffend auf den Punkt gebracht, dass er beinahe schon dazu entschlossen ist, Sie persönlich kennenzulernen. Und dann kommt der letzte Satz. Ein verbaler Kniefall voller Demut zur Verabschiedung und alle Mühe war umsonst – schließlich sollen Sie sich später beim Vorstellungsgespräch auf Augenhöhe begegnen. Hochmut oder Drängeln wirken genauso kontraproduktiv. Was also tun?

In der Kürze liegt die Würze: Bringen Sie in höchstens zwei Zeilen Ihre Hoffnung darauf um Ausdruck, dass Sie soweit zu überzeugen vermochten. Und weisen Sie freundlich darauf hin, dass Sie sich sehr auf die Einladung zu einem Interview freuen – ohne das bekommt niemand den Zuschlag.

Das kommt nicht gut an:

  • Arroganz: „Ich freue mich auf Ihre positive Antwort“ vermittelt zu viel Siegessicherheit. Genauso schlecht: „Ich freue mich darauf, in einem persönlichen Gespräch mehr über die Stelle und das Unternehmen zu erfahren.“ Falls es tatsächlich zum Vorstellungsgespräch kommt, sollten Sie spätestens bis dahin alles Wesentliche selbst herausgefunden haben. Schließlich stellen Sie sich bei Ihrem möglichen neuer Arbeitgeber vor, nicht umgekehrt.
  • Der Konjunktiv: „Ich würde mich sehr darüber freuen, mich persönlich bei Ihnen vorstellen zu dürfen“ – mit solchen oder ähnlichen Formulierungen unterläuft Ihnen ein Doppelfehler. „Könnte“, „würde“ und „wäre“ wirken wankelmütig und unsicher, „dürfte“ signalisiert zudem auch noch Unterwürfigkeit.
  • Druck machen: Mit Bestimmtheit vorgetragene Fragen wie „Wann darf ich Sie anrufen“, oder „Wann darf ich mich persönlich bei Ihnen vorstellen?“, „Bitte laden Sie mich zu einem Gespräch ein“ oder „Ich freue mich darauf, von Ihnen zu hören“ implizieren, dass die Würfel schon in Ihrem Sinne gefallen sind. Das sind sie nicht.

Im Anschreiben gibt es viele Stolpersteine. Punkten Sie lieber gleich mit einem passenden Auftritt:
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So geht’s besser

Nachhaltig guten Eindruck hinterlassen Sie mit Schlussätzen, die hinsichtlich Tonalität und Wortwahl mit den vorhergehenden Absätzen des Anschreibens harmonieren. Vorteilhaft ist es auch, beides am angestrebten Job und den in der betreffenden Branche üblichen Gepflogenheiten auszurichten. Locker bis leger bei einer Bank, sachlich und knapp bei einer Kreativagentur? Anders herum wird wohl eher ein Schuh daraus. Wie für den ersten Abschnitt der Bewerbung gilt auch hier: Schreiben Sie nicht einfach irgendwo ab, lassen Sie sich selbst etwas Passendes einfallen. Formulierungshilfen sollten Ihnen dafür nur Anregungen bieten, so auch diese:

  • „Wenn ich Sie bis hierhin überzeugen konnte, freue ich mich sehr über die Einladung zu einem persönlichen Gespräch.“
  • „Wünschen Sie weitere Referenzen? Mein früherer Vorgesetzter Max Mustermann steht Ihnen gerne für ein Telefonat zur Verfügung. Seine Kontaktdaten lauten: …“
  • „Meine Kündigungsfrist beträgt zwei Monate zum Quartalsende. Ich freue mich sehr auf den nächsten Karriereschritt in Ihrem Unternehmen.“
  • „Für ein weiterführendes Gespräch stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Es freut mich, wenn Sie mir die Gelegenheit dazu geben.“
  • „Habe ich Ihr Interesse geweckt? Ich bin gespannt und freue mich sehr auf Ihre Antwort.“

Wenn Sie sich in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis befinden und vermeiden wollen, dass Ihr Wunsch zu wechseln publik wird, können Sie den Personaler mit einem Sperrvermerk um Diskretion bitten: „Meine derzeitige Stelle ist ungekündigt, daher bitte ich Sie meine Bewerbung vertraulich zu behandeln.“

Gegebenenfalls leitet der Sperrvermerk dann zur Grußformel über: „Mit freundlichen Grüßen“. Bei einer Papier-Bewerbung setzen Sie darunter Ihre Unterschrift. Falls Sie Ihre Unterlagen per E-Mail übermitteln, tippen Sie direkt im Anschluss Ihren Namen, oder Sie scannen Ihre Unterschrift – Letzteres kommt bei vielen Personalern gut an. Und bitte: „Verbleiben“ Sie nicht.


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