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So sollte der erste Satz im Anschreiben aussehen

© Wavebreakmedia LTD/Wavebreak Media Ltd./Corbis

Wenn es Ihnen gelingt, mit Ihrem Anschreibens Interesse zu wecken und den Leser neugierig zu machen, steigen die Chancen für ein Vorstellungsgespräch deutlich. Denn auch wenn Personaler verschieden sind: nichtssagendes Gerede mag keiner.

Das Wichtigste in 15 Sekunden
  • Ein guter Auftakt für das Anschreiben erhöht die Chancen auf ein Vorstellungsgespräch.
  • Lassen Sie sich einen prägnant formulierten, persönlich gehaltenen Einstieg einfallen.
  • Stellen Sie sofort einen Bezug zwischen sich und Ihrem Wunscharbeitgeber her und fassen Sie sich kurz.
  • Finger weg von Floskeln und Phrasen.

Ein gutes Buch erkennt man schon am Einstieg. Das ist bei einer Bewerbung ähnlich. Man muss allerdings kein begnadeter Schriftsteller sein, um für sein Anschreiben einen prägnant formulierten, persönlich gehaltenen Einstieg zu finden.
Manche Ratgeber empfehlen, originell oder witzig zu sein. Unsere Tipp: Beherzigen Sie diesen Rat nur dort, wo man so etwas ganz bestimmt zu schätzen weiß – bei Werbeagenturen vielleicht, oder als Moderator im Frühstücksradio. Für jeden anderen Job beginnen Sie besser mit einem sinnvollen Aufhänger. Beispielsweise indem Sie sich auf ein bereits geführtes Telefonat berufen, oder auf ein Gespräch bei einer Karrieremesse. Wahlweise auch mit einer besonderen Erfahrung oder Fähigkeit, die genau zu dem geforderten Profil passt. Personaler suchen keine gute Unterhaltung, sondern stichhaltige Argumente als Entscheidungshilfen.

Keine Floskeln, keine Phrasen, nichts Selbstverständliches

Ihr Lebenslauf steht und ist stimmig? Vielleicht haben Sie dann auch die Kernpunkte Ihres Anschreibens schon zu Papier gebracht – Ihre Qualifikationen ausgeführt, berufliche Erfolge aufgezählt, Motivation und Ziele erläutert. Jetzt ringen Sie um einen Geistesblitz für die Einleitung. Kleiner Tipp: Das, was sie bei einer Suche im Internet finden, kennen Personaler in der Regel schon. Wer beim Abschreiben ertappt wird, wirkt wenig überzeugend. Betrachten Sie die Anregungen aus Google und Co deshalb nur als Anregung und finden Sie selbst die richtigen Worte. Beherzigen sollten Sie Warnungen vor den meistbegangenen Fehlern:

  • Floskeln sind nichtssagend: „Als innovativer, dynamischer und stets motivierter Teamplayer verfüge ich über umfangreiche Erfahrung …“ – in diesem Satz steckt die Hälfte der Top Ten leerer Worthülsen. „Proaktiv“, „Erfolgsbilanz“, „Mehrwert“, „ergebnisorientiert“ und „Problemlöser“ gehören auch dazu. Sparen Sie sich diese Worte.
  • Phrasen wirken aufgesetzt: „Mit großer Freude las ich, dass …“, „Ihre Stellenanzeige hat meine Neugier geweckt“, „Die ausgeschriebene Stelle entspricht genau meinen Interessen“ – vermeiden Sie alles, was gestelzt klingt.
  • Selbstverständliches ist Platzverschwendung: „Hiermit bewerbe ich mich um …“, „Durch Ihre Stellenzeige bin ich darauf aufmerksam geworden, dass …“, „Die von Ihnen zu besetzende Position interessiert mich sehr“ – mit solchen Einstiegen rufen Sie beim Personaler nur Langeweile hervor – und die ist für Ihre Bewerbung tödlich.

Ihr erster Satz für das Anschreiben steht bereits? Dann werfen Sie doch noch mal einen Blick auf Ihren Lebenslauf. Wie Sie alle wichtigen Informationen unterbringen, erfahren Sie hier:
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Ab auf die Siegerstraße

Wenn Sie mit Ihrem Ansprechpartner schon Kontakt hatten, rufen Sie sich mit dem ersten Satz bei ihm in Erinnerung. Wenn nicht, wecken Sie seine Aufmerksamkeit mit einem Einstieg, der Lust aufs Weiterlesen macht und gleich den ersten guten Grund für die Einladung zum Gespräch liefert. Stellen Sie dabei am besten einen Bezug zwischen sich und Ihrem Wunscharbeitgeber her und bringen Sie Ihre Botschaft in höchstens drei kurzen, knackig formulierten Sätzen auf den Punkt. Dass zuvor eine persönliche Anrede steht, müssen wir ja wohl nicht extra erwähnen. Zum Beispiel so:

  • Sie haben bereits miteinander telefoniert: „Bei unserem Telefonat am … konnten Sie mir einige wichtige Informationen geben, welche Kenntnisse für die Position als Referent für interne Kommunikation erforderlich sind. Ich bin sicher, dass ich mit meiner Erfahrung bei/als … diese Voraussetzungen mitbringe.“
  • Als Absolvent, nach dem Erstkontakt bei einer Messe: „Nochmals vielen Dank für unser interessantes Gespräch auf der Cebit in Hannover. Ich freue mich, dass mein Profil Ihren Informationen nach sehr genau den Anforderungen entspricht, die Sie für den Vertrieb von Cloud-Computing-Lösungen stellen. Darüber hinaus bringe ich einige weitere Eigenschaften und Fähigkeiten mit, die für Ihr Unternehmen sicher von Nutzen sind.
  • Als Bewerber auf eine auf dem XING Stellenmarkt veröffentlichte Annonce: „Ihrer Stellenanzeige auf dem XING-Stellenmarkt habe ich entnommen, dass Sie einen erfahrenen Fachmann für das Restaurieren klassischer Automobile der Marke Mercedes Benz suchen. Beruflich und privat gehört diesen Fahrzeugen seit Jahrzehnten meine Leidenschaft. Für Ihr Werkstatt-Team bin ich deshalb der richtige Mann.
  • Als Bewerberin um einen Ausbildungsplatz: „Mit Praktika und Ferienjobs habe ich mich darauf vorbereitet, eine Ausbildung als Hotelkauffrau zu absolvieren. Sehr gerne bei Ihnen im Hotel Atlantic, denn ich möchte von den Besten lernen.
  • Als Bewerberin für ein Praktikum: Sie suchen eine engagierte, selbstständige und verantwortungsbewusste Praktikantin? Ich studiere an der Fachhochschule Münster im fünften Semester Tourismusmanagement und habe viel Gutes über Ihr Unternehmen gehört. Deshalb bewerbe ich mich darum, mein bevorstehendes Praxissemester bei Ihnen absolvieren zu dürfen.

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