9 eingestaubte Grundregeln, die Deine Bewerbung veraltet wirken lassen

Schreibmaschine Tipps Schriftzug "Curriculum Vitae" © SEAN GLADWELL / Getty Images

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Deine Bewerbung muss auf ganzer Linie überzeugen. Das bedeutet auch, dass sie Modernität ausstrahlt. Allerdings sind einige Grundregeln nach wie vor weit verbreitet, die genau das verhindern.

Eine veraltete Bewerbung rückt auch Dich in ein schlechtes Licht. Bei den Personalern könnte der Eindruck entstehen, Du wärst nicht auf dem neuesten Stand der Technologien oder Dein Fachwissen sei veraltet. Besonders bei älteren Bewerbern ist es wichtig, durch eine moderne Bewerbung solche Vorurteile zu entkräften. Aber auch in jüngeren Jahren gilt es, mit der Konkurrenz mitzuhalten – besser noch: aus ihr herauszustechen. Das gelingt am besten mit einer modernen sowie kreativen Bewerbung. Von folgenden eingestaubten Grundregeln solltest Du Dich dafür verabschieden.

1. Die Bewerbung muss nach DIN 5008 gestaltet sein.

Deutschland liebt Normen, das ist kein Geheimnis. Daher ist es wenig überraschend, dass auch für Bewerbungen eine solche Norm besteht. Die DIN 5008 legt Schreib- und Gestaltungsregeln für die Textgestaltung fest und diente lange Zeit als Vorlage für allerhand Schriftstücke im beruflichen Kontext. Dementsprechend galt es auch als unausgesprochene Grundregel, eine Bewerbung gemäß DIN 5008 zu gestalten. Genau das ist heutzutage aber veraltet und langweilig. Wirklich punkten kannst Du damit nicht, sofern sie nicht explizit eingefordert wird. Besser ist eine individuelle Gestaltung, die ins Auge sticht und neugierig auf den Inhalt der Bewerbung macht.

2. Deine Bewerbung braucht unbedingt ein Anschreiben.

Eine Bewerbung ohne Anschreiben? Noch vor wenigen Jahren war das undenkbar. Mittlerweile wird die Ausnahme immer mehr zur Regel, ja oftmals sogar positiv empfunden. Denn ein Anschreiben kostet die Personaler unnötige Zeit bei der Sichtung von Bewerbungsunterlagen und liefert nur selten zusätzliche Informationen zum Lebenslauf. Mittlerweile wird daher empfohlen, auf das Anschreiben zu verzichten – erneut unter der Prämisse, dass es nicht explizit gefordert wird. Allerdings hängt es stark von der Branche, vom Unternehmen und auch vom Recruiter ab, ob Bewerbungen ohne Anschreiben berücksichtigt werden. Mit ihm gehst Du daher auf Nummer sicher, jedoch sollte die Bewerbung dann auch überzeugen, falls das Anschreiben nicht (vollständig) gelesen wird.

3. Du musst die Berufe Deiner Eltern nennen.

Bei den Angaben im Lebenslauf sind mittlerweile ebenfalls viele Informationen überflüssig geworden. Ziel einer modernen Bewerbung ist es, sich auf die wirklich wichtigen Angaben zu konzentrieren und ein klares Bild davon zu zeichnen, wer Du bist und welchen Mehrwert Du für den Arbeitgeber bringst. Stichwort: Personal Branding. Angaben wie die Berufe Deiner Eltern, aber auch viele weitere Details wie Deine Religion, Deine Grundschule & Co kannst Du daher getrost weglassen, sofern sie nicht für die Stelle relevant sind, sprich Dir einen Vorteil verschaffen.

4. Die Bewerbung sollte handschriftlich sein. 

Hast Du schon einmal eine handschriftliche Bewerbung geschrieben? Wenn ja, ist das wahrscheinlich lange her, denn handschriftliche Bewerbungen gehören zunehmend der Vergangenheit an. Schließlich laufen die Bewerbungsprozesse in immer mehr Unternehmen digital ab. Auch eine handschriftliche Bewerbung empfiehlt sich daher nur, wenn sie explizit erwünscht ist oder Dir einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz bringt – weil in Deinem Job beispielsweise eine schöne Handschrift notwendig ist. 

5. Du musst eine Bewerbungsmappe einschicken. 

Die altbekannte Bewerbungsmappe wird in zahlreichen Personalabteilungen heutzutage sofort digitalisiert oder aussortiert. Niemand hat mehr Zeit oder Lust, um sich durch Papierstapel zu wälzen und sich beim Blättern alle wichtigen Informationen zusammenzusuchen. Nutze daher die Möglichkeit, die Bewerbung online einzureichen beziehungsweise digital einzuschicken, beispielsweise über die Karriereseite oder per E-Mail. Nur, wenn diese Möglichkeit nicht gegeben ist oder die Stellenanzeige eine Bewerbung in Papierform fordert, greifst Du bitte noch zur klassischen Bewerbungsmappe.

Hände tippen auf Laptop © Kilito Chan / Getty Images
Bei Bewerbungsprozessen möchten viele Jobsuchende mit ihrem Fachwissen oder ähnlichen „Hard Skills“ punkten. Dabei sind diese heutzutage für die Entscheidung der Personaler gar nicht mehr so wichtig. Hier erfährst Du, worauf sie stattdessen achten.  

6. Nutze einen sanften Einstieg.

Früher war es üblich, eine Bewerbung mit Floskeln zu beginnen, die einen sanften Einstieg bieten. Sie sind allerdings langweilig und wenig aussagekräftig. Schlimmstenfalls sorgen sie dafür, dass Deine Bewerbung sofort aussortiert wird. Besser ist ein kreativer Einstieg, der neugierig macht und direkt auf den Punkt bringt, was Du sagen möchtest. Nutze Zitate, Deinen größten Erfolg oder andere Aufhänger, um bewusst anders zu beginnen als vermutlich Deine Konkurrenz. „Kurz und knackig“, lautet die Devise.

7. Das Bewerbungsfoto ist unverzichtbar.

Eine Bewerbung ohne Foto einzuschicken, fühlt sich komisch an? Mit dieser Einstellung bist Du nicht alleine, schließlich gehörte das Bild lange Zeit unverzichtbar zu jeder Bewerbung. Auch heutzutage ist es noch gerne gesehen, sofern es Dich sympathisch und professionell erscheinen lässt. Ein gutes Bewerberbild ist daher nach wie vor eine tolle Ergänzung, aber längst kein Muss mehr. Auch Bewerbungen ohne Foto sind mittlerweile nicht ungewöhnlich und können einer Diskriminierung entgegenwirken. Bevor Du also ein Bewerbungsfoto mit negativem Effekt wählst, verzichte lieber ganz darauf. 

Footo-Shooting Bewerbungsfoto XING Premium © PicturePeople GmbH & Co. KG / New Work SE
Das perfekte Bewerbungsfoto zu schießen, ist keine leichte Aufgabe. Als XING Premium-Mitglied kannst Du aber ganz leicht ein professionelles Foto machen lassen.  

8. Du musst Dich bescheiden präsentieren.

Arroganz ist in einer Bewerbung fehl am Platz. Diese Grundregel gilt bis heute. Übertriebene Bescheidenheit, wie sie lange Zeit gepredigt wurde, hat im Anschreiben, Vorstellungsgespräch & Co aber auch nichts zu suchen. Es ist nämlich wichtig, dass Du Selbstbewusstsein ausstrahlst und klare Formulierungen wählst: Wer bist Du? Was kannst Du? Was forderst Du? Je klarer Du diese Fragen im Bewerbungsprozess – vielleicht schon in den Bewerbungsunterlagen – beantwortest, desto besser. Es gilt, wie so oft im Leben, das richtige Mittelmaß zu finden.

9. Du kannst eine Vorlage für alle Bewerbungen nutzen.

Bewerbungen zu schreiben, ist eine zeitaufwändige Angelegenheit. Die Idee einer Massenbewerbung ist daher naheliegend, jedoch fällt sie jedem erfahrenen Personaler sofort auf. Während es früher noch üblich war, eine grobe Vorlage zu nutzen und diese nur geringfügig für die jeweilige Vakanz zu verändern, werden Bewerbungen heutzutage immer individueller. Investiere daher lieber mehr Zeit in eine wirklich einzigartige Bewerbung auf Deinen Traumjob, eben Qualität statt Quantität. Anstatt unnötige Zeit für halbherzige Bewerbungen zu verschwenden, die ohnehin erfolglos bleiben, stehen Deine Chancen auf eine Zusage dann gut.

02.09.2022 

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