Es muss nicht immer Geld sein: Die 5 besten Alternativen zur Gehaltserhöhung

Gehaltsverhandlung Alternativen © Malte Mueller / Getty Images

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Sei es vor der Unterzeichnung eines neuen Arbeitsvertrags oder in einem bestehenden Arbeitsverhältnis: Eine Gehaltsverhandlung musst Du im Berufsleben immer wieder führen. Wenn der Arbeitgeber keiner Gehaltserhöhung zustimmt, gibt es jedoch Alternativen.

Kaum jemand führt sie gerne, doch sie sind ein Muss, um beruflich voranzukommen. Die Sprache ist von Gehaltsverhandlungen, die in bestehenden Arbeitsverhältnissen etwa alle ein bis zwei Jahre empfohlen werden. Denn nur so kannst Du eine regelmäßige Gehaltserhöhung aushandeln, was allein schon aufgrund der Inflation wichtig ist, um Deinen Lebensstandard halten oder – besser noch- steigern zu können.

Doch nicht immer ist der Arbeitgeber gewillt oder finanziell in der Lage, Dir ein höheres Gehalt zu zahlen. Auch ist das aus Deiner Sicht nicht in allen Fällen sinnvoll, wenn dadurch beispielsweise Dein Steuersatz steigt und somit von der Brutto-Gehaltserhöhung netto nur wenig übrig bleibt. In solchen oder ähnlichen Fällen können Alternativen eine bessere Wahl sein und zu einer Einigung führen, wenn die Verhandlung ins Stocken gerät. Hier einige Beispiele:

Fahrtkostenzuschuss

Ein Modell, das vor allem für Pendler interessant ist, ist ein Fahrtkostenzuschuss. Denn vor allem angesichts steigender Preise für Benzin und Diesel summieren sich die Fahrtkosten schnell auf einen dreistelligen Betrag pro Monat. Auch das Pendeln mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist meist nur geringfügig günstiger und steuerlich können die Kosten kaum geltend gemacht werden. Indem sich der Arbeitgeber an den Fahrtkosten beteiligt, kann der Arbeitnehmer also viel Geld sparen und hat dadurch mehr von seinem Einkommen für andere Zwecke zur Verfügung.

Gegebenenfalls ist der Arbeitgeber sogar bereit, einen Firmenwagen zu stellen und dabei die Fahrtkosten vollständig zu übernehmen. Diesen sogenannten geldwerten Vorteil musst Du aber mit der Ein-Prozent-Regelung versteuern. Es gilt daher im Voraus zu berechnen, ob sich solche Benefits für Dich wirklich lohnen. 

Gutscheine

Eine beliebte Alternative zur Gehaltserhöhung sind zudem Gutscheine für verschiedenste Sachbezüge. Dabei kann es sich erneut um Tankgutscheine handeln, aber auch um andere Gutscheine, beispielsweise für den Kauf von Produkten auf einer speziellen Internetplattform. Bis zu 44 Euro kannst Du vom Arbeitgeber erhalten, ohne diese versteuern zu müssen. Das würde einer Gehaltserhöhung von etwa 100 Euro entsprechen und damit sind Sachbezüge durchaus eine attraktive Alternative. Einen hohen Steuervorteil erhalten Arbeitnehmer in Deutschland zudem auf Prepaid-Kreditkarten. Stellt der Arbeitgeber Dir eine solche zur Verfügung, sind bis zu 10.000 Euro pro Jahr als sogenannte pauschalisierte Sachzuwendung möglich, die Du nur einmalig mit 30 Prozent versteuern musst. Auch fallen verringerte Sozialabgaben an. Es ist also erneut wichtig, im Einzelfall zu kalkulieren, welche Art von Gutschein oder Bonus für Dich den größten Vorteil bringt. 

Freizeit

Es muss nicht immer mehr Geld für dieselbe Arbeit sein. Manche Arbeitnehmer sind auch glücklich, wenn sie für dasselbe Geld weniger arbeiten müssen. Als Alternative zur Gehaltserhöhung kannst Du daher zum Beispiel mehr Urlaub bei gleichem Einkommen aushandeln. Auch eine verkürzte Arbeitszeit ist eine beliebte Möglichkeit, um indirekt den Verdienst zu erhöhen. So musst Du vielleicht fortan einen halben Tag weniger pro Woche arbeiten oder kannst einen Tag im Homeoffice bleiben, anstatt ins Büro fahren zu müssen, was Dir wiederum Fahrtzeit erspart. Bei den Arbeitszeiten gibt es also viel Verhandlungsspielraum und schlussendlich musst Du selbst entscheiden, welche Regelung für Dich attraktiv wäre – vielleicht sogar attraktiver als etwas mehr Geld im Monat. 

Kita-Zuschüsse

Wenn Du kleine Kinder hast, die tagsüber in Betreuung sind, während Du arbeitest, können sich Kita-Zuschüsse ebenfalls lohnen. Der Arbeitgeber darf nämlich die Betreuungskosten für Kinder um bis zu 500 Euro im Monat übernehmen, ohne dass dafür Steuern oder Sozialabgaben anfallen. Zu diesen Betreuungskosten gehören beispielsweise jene für eine Krippe, eine Kita oder einen Kindergarten, aber in Notfällen auch für einen Dienstleister wie einen Babysitter bei Kindern unter 14 Jahren. Ebenso dürfen in Notfällen entsprechende Zuschüsse für Pfleger gezahlt werden, die ältere Angehörige betreuen, wenn der Arbeitnehmer beispielsweise kurzfristig zum Arbeitsplatz beordert wird. 

Altersvorsorge

Zuletzt ist die Altersvorsorge ein wichtiges Thema – oder das sollte sie zumindest für jeden Menschen sein. Wichtig ist nämlich, schon früh zusätzlich zur Einzahlung in die gesetzliche Rentenkasse auch privat vorzusorgen. Dabei kann der Arbeitgeber Dir helfen, beispielsweise in Form einer Direktversicherung oder Pensionskasse. In diese darf er steuerfreie Beiträge in Höhe von bis zu acht Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung einzahlen. Da sich diese regelmäßig ändert, können auch die Beiträge des Arbeitgebers immer wieder neu ausgehandelt werden. Eine Alternative zur Gehaltserhöhung also, die sich für Dich vor allem auf lange Sicht lohnt.

05.08.2021