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Psychologie in Bewerbungssituationen (II): 7 Tipps für ein erfolgreiches Jobinterview

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©Klaus Vedfelt / Getty Images

Körpersprache, Kleiderwahl, Mimik: Im zweiten Teil unserer Serie „Psychologie in Bewerbungssituationen“ geben wir sieben Tipps, wie Sie ein Jobinterview zu Ihren Gunsten beeinflussen können.

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass Psychologie und Jobinterviews untrennbar miteinander verbunden sind. Unbewusste Vorurteile manifestieren sich binnen Sekunden. Doch das Wissen darüber können Sie geschickt für Ihre eigenen Zwecke ausnutzen.

Mit Ihrer Körpersprache, Ihrer Kleidung und Ihrem gesamten Auftreten können Sie dafür sorgen, dass Sie im Jobinterview garantiert einen guten Eindruck hinterlassen. Diese sieben Tipps helfen Ihnen dabei weiter:

1. Lächeln Sie und seien Sie freundlich

  • Der erste Eindruck Ihrer Person ist entscheidend und wird unbewusst bereits in den ersten Minuten des Zusammentreffens gebildet. Als sogenannter Primär-Effekt beeinflusst er den gesamten weiteren Gesprächsverlauf. Seien Sie freundlich und beginnen Sie damit bereits im Empfangsbereich des Unternehmens. Ein Lächeln ist bekanntlich der kürzeste Weg zwischen zwei Menschen und macht Sie sympathisch.

2. Lassen Sie Ihren Körper sprechen.

  • Ein fester Händedruck bei der Begrüßung und beim Abschied wirkt positiv und selbstbewusst.
  • Achten Sie während des Gesprächs auf Ihre Haltung. Sitzen Sie gerade und Ihren Gesprächspartnern zugewandt. Sacken Sie nicht wie ein „nasser Sack“ in sich zusammen. Verschränken Sie keineswegs die Arme und stecken Sie niemals die Hände in die Hosentaschen. Dies wirkt ablehnend und desinteressiert.
  • Weitere Tipps zur Körpersprache gibt es hier.

3. Beachten Sie die Grundregeln der Kommunikation

  • Warten Sie, bis Ihr Gegenüber das Gespräch beginnt und lassen Sie sich durch das Gespräch führen. Im Jobinterview sind Sie zwar schon lange kein Bittsteller mehr, dennoch ist es die Aufgabe der Personaler, Sie durch das Gespräch zu führen und nicht andersherum. Sonst werden Sie schnell als arrogant und überheblich eingestuft.
  • Lassen Sie Ihre Gesprächspartner ausreden, unterbrechen Sie sie nicht. Zeigen Sie jedoch auch, wenn Sie einen Gedankengang noch zu Ende führen wollen.

4. Halten Sie Blickkontakt

  • Schauen Sie Ihren Gesprächspartnern in die Augen. Falls es Ihnen unangenehm ist, Blickkontakt zu anderen Menschen zu halten, hilft folgender Trick: Fokussieren Sie die Stelle zwischen den beiden Augenbrauen Ihres Gegenübers. Es fällt überhaupt nicht auf, dass Sie an den Augen vorbeischauen.
  • Nur, wenn Sie die anwesenden Personen im Blick haben, werden Sie feststellen, ob diese gelangweilt sind bzw. gut oder schlecht finden, was Sie sagen. Blickkontakt zeugt zudem von Interesse am Gegenüber und macht deutlich, dass Sie selbstbewusst hinter dem stehen, was Sie sagen.

5. Halten Sie Ihre Hände ruhig

  • Wohin nur mit den Händen? Dies ist immer wieder kompliziert, da die Hände nur schwer zu kontrollieren sind. Stützen Sie sich während des Gesprächs auf Ihren Händen ab, wirkt dies gelangweilt. Hände im Schoss erwecken den Eindruck, Sie hätten etwas zu verstecken. Legen Sie die Hände am besten ruhig vor sich hin. Gestikulieren Sie nicht zu übertrieben, sondern setzen Sie Handbewegungen gezielt ein, um wichtige Aspekte zu verdeutlichen.
  • Wenn Sie dazu neigen, mit den Händen zu aktiv zu sein, können Sie dies mit einem einfachen Trick überspielen: Halten Sie Ihren Kugelschreiber in Schreibhaltung in der Hand, doch niemals auf Ihr Gegenüber gerichtet, denn dies wirkt bedrohend. Zudem zeugen Sie von echtem Interesse, wenn Sie sich während des Jobinterviews Notizen machen, daher wirkt ein Kugelschreiber in der Hand nicht gekünstelt.

6. Kleider machen auch im Jobinterview Leute

  • Wie Sie sich kleiden, bestimmt, wie Sie von Ihrer Umwelt wahrgenommen werden. Ihre Gesprächspartner werden darauf achten, ob Ihre Kleidung sauber ist und Sie gepflegt aussehen.
  • Je nach Branche und Funktion, auf die Sie sich bewerben, kann der Dresscode variieren. Sind Sie sich bei der Kleidungswahl unsicher, werfen Sie einen Blick auf die Unternehmenswebsite. Hier erhalten Sie sicherlich einen Eindruck der gängigen Kleiderordnung.
  • Beachten Sie bei der Kleidungswahl die unterschiedliche Wirkung von Farben. Schwarz ist ein Klassiker, mit dem Sie nichts falsch machen. Aber auch Blau (steht für Kompetenz, Vertrauenswürdigkeit und Selbstbewusstsein) und Grau (steht für Erfahrung und Ehrlichkeit) können Ihre Wirkung positiv unterstützen. Von Rot (steht zwar für Seriosität, aber auch für Aggression), Gelb und Orange sollten Sie eher die Finger lassen.
  • Geschickt ist es, wenn Sie ein Accessoire (z. B. Krawatte oder Halstuch) auf die Unternehmensfarben abstimmen.
  • Lesen Sie auch weitere Tipps zur Kleiderauswahl.

7. Ehrlichkeit währt am längsten

  • Die meisten Personaler sind sehr erfahren darin, Schauspielerei und sozial erwünschte Aussagen schnell zu erkennen. Bleiben Sie im Jobinterview authentisch. Es bringt nichts, wenn Sie sich verstellen oder etwas darstellen wollen, was Sie nicht sind. Hierdurch wirken Sie gekünstelt – doch Unternehmen wollen „echte“ Persönlichkeiten.
  • Geben Sie zu, wenn Sie nervös sind. Dies ist nur verständlich und macht Sie sympathisch.

„Ich bin kompetent. Meine Gesprächspartner sind mir sympathisch.“

Es gibt vieles, worauf Sie im Bewerbungsgespräch achten sollten, um einen möglichst guten Eindruck zu hinterlassen. Das Wichtigste ist jedoch Ihre eigene Einstellung. Wenn Sie sich selbst vor dem Gespräch sagen, dass Sie kompetent genug sind, um den Job zu erfüllen, so tragen Sie dieses Gefühl auch nach außen. Wer sich vor dem Gespräch zu viele Sorgen macht, wird diese Unsicherheit auch beim Gegenüber erzeugen.

Der spannendste psychologische Effekt ist die sich selbst erfüllende Prophezeiung: Wer sich selbst sagt, dass die Personaler im Jobinterview sympathisch sind, stärkt die eigene positive Erwartung an das Gespräch und wirkt dadurch ebenfalls sympathischer. Und Sympathie ist ein entscheidender Faktor bei der Jobvergabe.

Ausblick: Psychospielchen im Vorstellungsgespräch – nicht mit mir!

Es gibt immer wieder Bewerbungssituationen, in denen Sie mit Psychotricks aus der Reserve gelockt werden sollen. Wie Sie diese erkennen und wie Sie darauf am besten reagieren, darum geht es im nächsten Teil der Artikelreihe zur Psychologie in Bewerbungssituationen.

Susan Höntzsch, die Autorin unser Serie, ist Diplom-Psychologin und schreibt auch in ihrem eigenen Blog (www.karrierepfa.de) über Themen rund um Karriere und Beruf.


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