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Jobabsage richtig verarbeiten: Und weiter geht's!

Eine Jobabsage sollte den Kampfgeist wecken

©Kontrec / Getty Images

Wer nach einem Vorstellungsgespräch eine Jobabsage bekommt, hat oft mit Selbstvorwürfen und angeschlagenem Selbstvertrauen zu kämpfen. Aber auch solche Fehlschläge lassen sich positiv verarbeiten.

„Es tut uns leid, aber wir haben uns für einen anderen Bewerber entschieden.“ Eine Jobabsage tut immer weh. Und sie bringt viele Bewerber ins Grübeln: „Liegt es an mir?“ – „Bin ich vielleicht nicht gut genug?“ Häufig wird das Selbstbewusstsein auf eine harte Probe gestellt. Wir zeigen Ihnen, wie Sie aus dieser Situation herauskommen und noch dazulernen können.

Wahren Sie Distanz, betrachten Sie die Jobabsage objektiv

Besonders dann, wenn ein Mensch schon viele Absagen auf seine Bewerbungen erhalten hat, ist es nicht leicht, optimistisch zu bleiben. Ein Problem, das Michael Tomoff häufig beobachtet. Der Psychologe coacht und berät, auch, wenn es mit der Stelle wieder einmal nichts geworden ist. Und er weiß, wie die Betroffenen die Situation am besten verarbeiten. „Wenn Sie eine Absage auf Ihre Bewerbung bekommen, sollten Sie die Sache zunächst objektiv betrachten“, betont er. Viel zu schnell würden Bewerber die Ursache bei sich persönlich suchen. Sie gehen dann davon aus, dass sie einfach nicht gut genug sind. Ein Fehler, wie Tomoff weiß: „Um eine Jobabsage verarbeiten zu können, ist es wichtig, eine gewisse Distanz zu wahren.“

Die Devise lautet darum: Plagen Sie sich nicht mit Selbstvorwürfen. Atmen Sie erst einmal durch und lassen Sie die Nachricht sacken, bevor Sie sich wieder dem Thema widmen. Dann resümieren Sie die Situation noch einmal ganz sachlich:

• Sagen Sie: „Die Stelle passte nicht zu mir“, statt „Ich bin generell nicht gut genug“:

Tomoff: „Nach einer Absage sehen sich viele Bewerber sehr negativ. Damit Sie die Enttäuschung besser verarbeiten können, ist es wichtig, dass Sie objektiv bleiben und realistisch schauen, woran es lag. Denn vielleicht passt die angebotene Stelle nicht zu Ihnen und Ihren Qualifikationen, eine andere hingegen schon. Dass Sie sich möglicherweise verbiegen, kostet nicht nur Ihren vermeintlich neuen Arbeitgeber viel Kraft. Insbesondere Sie leiden unter einer fehlenden Passung.“

• Betrachten Sie die Gesamtsituation:

„Analysieren Sie, ob Ihrem Vorstellungsgespräch vielleicht schwierige Umstände zugrunde lagen“, rät Michael Tomoff. „Vielleicht haben Sie in der Nacht zuvor schlecht geschlafen oder Sie waren aus anderen Gründen nicht wirklich fit. Eine solche Betrachtung hilft Ihnen dabei, es beim nächsten Mal besser zu machen und die äußeren Umstände zu verbessern.“

• Beziehen Sie den Misserfolg nicht auf sich:

„Viele Menschen nehmen eine Absage sehr persönlich und sehen sie als Kritik an ihrer Person. Das ist der falsche Weg.“

Holen Sie Feedback ein, lernen Sie aus der Jobabsage

Ist die erste Enttäuschung überwunden, macht es Sinn, das jeweilige Gespräch noch einmal im Kopf durchzugehen oder in Stichworten zu notieren. „Besonders dann, wenn Sie als Bewerber keine unmittelbare Rückmeldung bekommen, warum Sie die Stelle nicht erhalten haben, ist viel Raum für Spekulationen gegeben“, erklärt der Psychologe.

Um nach einer Absage gar nicht erst ins Grübeln zu geraten, sei darum eines wichtig; „Fordern Sie ein Feedback bei Ihren Gesprächspartnern ein – auch, wenn Sie es für unwahrscheinlich halten, dass Sie eines bekommen“, sagt Tomoff. Wird der Wunsch aber erfüllt, können Bewerber sehr wertvolle Tipps und Hinweise für weitere Bewerbungsverfahren erhalten. Sie wissen dann nicht nur den Grund der Jobabsage, sondern lernen auch, wie Sie sich noch besser verkaufen. Ein guter, offener Personaler auf der Gegenseite kann somit ein echter Helfer für die weitere Karriere sein.

Analysieren Sie die Gesprächssituation

Ein Tipp: Auch, wenn Sie kein Feedback von offizieller Seite bekommen: Setzen Sie sich nach jedem Vorstellungsgespräch hin und rekonstruieren Sie die Situation:

  • Was hat gut funktioniert?
  • Was lief eher schlecht?
  • Wo waren Sie möglicherweise unsicher und warum?
  • Wie haben Sie sich gefühlt?
  • Welche Fragen konnten Sie noch nicht beantworten?
  • Wie waren die Reaktionen Ihrer Gesprächspartner?

Häufig hilft auch die Unterhaltung mit dem Partner oder der Partnerin, ergänzt Tomoff. „Weil es uns oft schwerfällt, eine Situation objektiv zu betrachten, ist es hilfreich, Dritte mit in das eigene Fazit einzubeziehen“, sagt er. Und er betont: „Auch, wenn es nicht leicht ist, sollten Sie nach einer Absage nach vorne blicken und sich nicht entmutigen lassen.“

Und er hat einen weiteren Tipp: „Machen Sie sich klar, dass Sie mit jedem Bewerbungsprozess viel über sich selbst, über die Wirtschaft und Ihre Branche lernen können. Und auch, wenn es Kraft kostet, nach vielen Absagen entspannt zu bleiben: Verstehen Sie den Prozess als eine Art kostenlose Weiterbildung.“ Tomoff hat es selbst häufig erlebt, dass Bewerber mit jedem Gespräch lockerer geworden sind. Ein Punkt, der vielen von ihnen letztlich zu ihrem Job verholfen habe.

Text: Daniela Lukaßen


Service-Info: Also lassen Sie sich von einer Jobabsage nicht entmutigen, Sie haben bestimmt genug zu bieten. Und mit Hilfe unseres kostenlosen Editors formulieren Sie schon mal ein überzeugendes Anschreiben für Ihre nächste Bewerbung. Viel Glück!
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