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Bewerbungsgespräch: Für Standardfragen gewappnet sein

So bereiten Sie sich auf Standardfragen im Bewerbungsgespräch vor

© Oliver Rossi / Getty Images

Aufgeregt vor dem Vorstellungsgespräch? Das muss nicht sein. Wer sich als Bewerber auf Standardfragen gut vorbereitet, ist im Vorteil.

Mit der Einladung zum Vorstellungsgespräch ist die erste Hürde auf dem Weg zum neuen Arbeitsplatz genommen. Damit Bewerber ihr Ziel tatsächlich erreichen, heißt es nun, sich gut vorzubereiten. Fünf Standardfragen – was Personaler damit bezwecken und wie Bewerber idealerweise antworten können.

Frage eins: Was sind Ihre Stärken und Schwächen?

«Mit dieser Frage wollen Personaler herausfinden, wie selbstreflektiert ein Bewerber ist», sagt Yasmin Kurzhals. Die Personalchefin von Auxmoney in Düsseldorf ist Mitglied im Präsidium des Bundesverbands der Personalmanager (BPM). Hat sich jemand schon einmal mit sich selbst auseinandergesetzt, sich ein Feedback von Vorgesetzten eingeholt? Wichtig ist, die Frage ehrlich und authentisch zu beantworten.

«Wer Stärken aufzählt, sollte sie mit konkreten Fallbeispielen belegen können», erklärt Ute Gietzen-Wieland. Sie ist Business- und Mental-Coach in Bielefeld. Beschreibt sich ein Bewerber zum Beispiel als durchsetzungsstark, dann sollte er Situationen benennen, in denen er diese Eigenschaft unter Beweis gestellt hat.

Auch in Sachen Schwächen ist Offenheit angesagt. «Schwächen im Sinne von Entwicklungsfeldern hat jeder», betont Sophia von Rundstedt, geschäftsführende Gesellschafterin bei der Karriereberatung Rundstedt & Partner in Düsseldorf. Bekennt sich zum Beispiel ein Bewerber dazu, dass seine IT-Kenntnisse noch nicht perfekt sind, er aber Weiterbildungskurse besucht, dann kreiden Personaler das dem Kandidaten in aller Regel nicht an.

Frage zwei: Wie reagieren Sie, wenn es stressig wird?

Personaler wollen erfahren, wie ein Arbeitnehmer im Joballtag in Momenten mit hoher Belastung tickt. «Kandidaten sollten zeigen, dass sie belastbar sind und welche Strategien sie im Umgang mit Stress anwenden», rät von Rundstedt. Dies gelingt am besten, indem Bewerber stressige Situationen aus dem bisherigen Berufsalltag benennen und ehrlich aufzeigen, wie sie damit umgegangen sind.

«Eine gute Antwort wäre, darzulegen, wie man sich organisiert», so Kurzhals, «dass man etwa eine Prioritätenliste aufstellt und sie nach und nach abarbeitet.» Bei Personalern kommt nach ihren Angaben ebenfalls gut an, wenn ein Bewerber aufzeigen kann, dass er beruflichen Stress privat bestens kompensieren kann – etwa, weil er Entspannungstechniken wie Yoga praktiziert oder Kraft schöpft durch das Zusammensein mit der Familie und mit Freunden.

Frage drei: Warum sollten wir gerade Sie einstellen?

Hiermit wollen Personaler ausloten, inwieweit ein Bewerber auf den Punkt genau argumentieren kann. «Mit Aussagen wie „Weil ich der Größte und Beste bin“ kommen Bewerber nicht weit», warnt Gietzen-Wieland. Vielmehr sollten Kandidaten klar und detailliert aufzeigen, dass sie die Jobanforderungen erfüllen, weil sie das passende Profil mitbringen. «Zugleich ist es wichtig, sich als Teamplayer zu präsentieren, der sich auch gut in neue Arbeitssituationen einfinden kann», sagt Kurzhals.

Frage vier: Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Mit dieser Frage möchten Personaler die Ambitionen eines Bewerbers kennenlernen. «Die Antwort auf diese Frage ist eine Gratwanderung», erklärt von Rundstedt. Einerseits sollten Bewerber nicht zu wenig Ambitionen zeigen und zum Beispiel nicht sagen: «Ich lasse einfach mal alles auf mich zukommen.»

Andererseits ist es auch nicht ratsam, sich überambitioniert zu präsentieren und sich etwa als Angestellter auf mittlerer Ebene in fünf Jahren an der Spitze eines Weltkonzerns zu sehen. «Bewerber können insbesondere punkten, indem sie realistische Karriereziele benennen», so von Rundstedt. Generell ist es aber für Personaler durchaus von Interesse, ob ein Bewerber mittel- oder langfristig eine Führungsposition anstrebt.

Frage fünf: Wofür interessieren Sie sich in Ihrer Freizeit?

Hierbei geht es Personalern darum, die Persönlichkeit eines Bewerbers näher kennenzulernen. Ob Sport, Literatur, Familie oder Reisen – «Personaler wollen wissen, was dem Bewerber wichtig ist und welchen Ausgleich er zum Berufsalltag hat», sagt von Rundstedt. Aus Freizeitaktivitäten ließen sich gewisse Rückschlüsse ziehen, erklärt Kurzhals. So ist jemand, der malt, kreativ – eine Eigenschaft, die auch im Joballtag wichtig sein kann.

Wer sich ehrenamtlich engagiert, ist hilfsbereit – auch darauf kommt es in den meisten Berufen an. «Jemand, der sich in seiner Freizeit weiterbildet und zum Beispiel einen Fremdsprachenkurs besucht, untermauert seine Bereitschaft für lebenslanges Lernen», sagt Gietzen-Wieland. Wer erfolgreich als Jugendtrainer im Sportbereich oder in einer anderen Leitungsfunktion tätig ist und davon im Vorstellungsgespräch erzählt, zeigt, dass er für eine Führungsposition taugt.

Text: Sabine Meuter, dpa


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