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Bereit zum Karrieresprung: So bewerben Sie sich als Führungskraft

Die erste Bewerbung als Führungskraft muss besonders gut vorbereitet werden

©Klaus Vedfelt / Getty Images

Die Bewerbung auf die erste Station als Führungskraft muss gut vorbereitet werden. Dazu sollten Kandidaten ihre Kompetenzen trainieren, ausbauen – und gut verkaufen.

Endlich Chef sein, Personal führen und Entscheidungen treffen: Vielleicht wünschen auch Sie sich eine Stelle als Führungskraft. Damit Ihre Bewerbung auf einen solchen Posten erfolgreich ist, spielen einige Faktoren eine bedeutende Rolle. „Wenn man Führungskraft werden möchte, muss man sich zunächst entsprechend vorbereiten“, erklärt Bianca Fuhrmann. Sie ist Diplom-Ingenieurin und Systemischer Business Coach. Sie berät und coacht Führungskräfte in den Bereichen der effizienten Mitarbeiterführung, dem Aufbau von Hochleistungsteams sowie im Projektmanagement und ist Autorin des Buches „Stark führen“.

Übung macht den (zukünftigen) Meister

Und diese Vorbereitung auf eine Führungsposition beginnt nicht erst mit der Bewerbung. „Wenn jemand Interesse hat zu führen, muss er es üben“ , sagt Fuhrmann und ergänzt: „Dazu lohnt es sich, jede Gelegenheit zu nutzen.“ Ob es die Tätigkeit als Schülersprecher ist, des Vereinsvorsitzenden oder des Leiters in einem Projekt – Übung macht den Meister, betont die Diplom-Ingenieurin. „Nur, wenn ich Führung trainiere, lerne ich auch, mit Konflikten und anderen Dingen umzugehen“, sagt sie.

Wie jedoch lassen sich die so erworbenen Kompetenzen in einer Bewerbung und später im Vorstellungsgespräch richtig „verkaufen“? „Wichtig ist es, dass ein Bewerber konkrete Beispiele nennt. Gibt er nur an, dass er führen kann, ist das nicht aussagekräftig und man kann sich wenig darunter vorstellen.“ Viel wichtiger sei es, konkret zu benennen, in welchen Situationen der Bewerber die Führung übernommen hat: Welche Aufgaben habe ich wann wahrgenommen? Wie viele Menschen waren in das Projekt involviert? Welche Herausforderungen mussten gemeistert werden? Welche Probleme galt es zu bewältigen?

Fragen wie diese sollten in der Bewerbung bereits beantwortet werden. „Dies kann im Anschreiben geschehen oder auf einem Zusatzblatt. In einer Projektübersicht werden dann die persönlichen Erfolge und Leistungen dargestellt“, erklärt Fuhrmann. „Dabei sollten Bewerber jedoch selbstverständlich darauf achten, dass sie sensible Aspekte anonymisieren und nicht etwa Auskunft über konkrete Budgets oder Innovationen geben.“

Punkten Sie mit konkreten Nachweisen und Erfolgsbeispielen

Neben der Vorstellung konkreter Projekte dürfen auch Nachweise über Weiterbildungen nicht fehlen. Insbesondere solche, die belegen, dass ein Bewerber sich mit Führungskompetenzen auseinandergesetzt hat. Denn auch, wenn sich Qualifikationen für eine gute Führung nicht im Gesamtpaket erwerben lassen, können Bewerber andere Fähigkeiten sehr wohl per Weiterbildung erlernen. Rhetorische Fähigkeiten beispielsweise.

Ebenso wie in der schriftlichen Bewerbung, spielen Beispiele auch im Vorstellungsgespräch eine entscheidende Rolle. „Darüber hinaus geht es darum, die richtigen Fragen zu stellen. So sollte ein Bewerber nicht geschlossen fragen, sondern sich im Vorfeld interessante Punkte überlegen“, weiß Bianca Fuhrmann. „Wer offen fragt und Interesse zeigt, kommt in einen Dialog mit seinen Gesprächspartnern.“ Statt „Bekomme ich Budgetverantwortung?“, eignet sich so eher die Frage: „Wo liegen die Herausforderung im Budgetmanagement in Ihrem Unternehmen?“

Nicht jeder ist zur Führungskraft geeignet

Aber kann tatsächlich jeder Mensch führen oder diese Fähigkeit erlernen? „Nein“, sagt Fuhrmann. „Wer sich auf eine Führungsposition bewerben möchte, muss zunächst in sich hinein hören, ob er oder sie tatsächlich führen kann und möchte.“ Denn nicht jeder Mensch könne mit der damit verbundenen Verantwortung umgehen. „Ganz empfindsame Menschen tun sich häufig schwer, zu führen. Sie bringen zwar die notwendige Empathie mit, aber es fehlt ihnen der Mut. Andere scheuen sich vor möglicherweise anfallenden Konflikten. Oder ein Mensch interessiert sich nur für die Auszeichnung, die es mit sich bringt, wenn er zur Führungskraft wird. Dabei basiert sein Menschenverständnis darauf, dass Menschen nur Mittel zum Zweck sind.“ Vielleicht möchte ein Bewerber auch nur in einer Führungsposition arbeiten, weil es in der eigenen Familie Tradition ist und dort alle Führungskräfte sind.

Bevor sich ein Beschäftigter für eine Rolle mit Führungskompetenzen entscheidet und sich auf eine entsprechende Stelle bewirbt, sollte er darum genau abwägen, ob er sich mit einer Rolle voll und ganz identifizieren kann und wie seine Begeisterung auf das Team überschlagen kann.

Text: Daniela Lukaßen-Held


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