Jobsuche Ü50: Häufige Fehler und wie Ihre Bewerbung zum Erfolg wird

Jobsuche Ü50: mit diesen Tipps gelingt die Bewerbung.

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Du bist über 50 und musst oder möchtest Dir einen neuen Job suchen? Kein Grund zur Sorge: wenn Du es mit der Bewerbung richtig anstellst, steht der beruflichen Veränderung nichts im Wege.

Sieht eine Bewerbung in diesem Lebensalter anders aus als noch zu Beginn Deiner Karriere? Die simple Antwort lautet: Ja! Auf den zweiten Blick ist diese Antwort aber doch nicht so einfach. Wie Deine „perfekte“ Bewerbung Ü50 aussieht, hängt nämlich von vielen verschiedenen Faktoren ab. Da wären natürlich Dein konkretes Alter, aber auch Deine Branche, Deine Jobvorstellungen, Deine Erfahrungen, Dein Netzwerk und so weiter… Wie genau eine erfolgversprechende Bewerbung mit über 50 gestaltet wird, lässt sich also nicht pauschal beantworten. Folgende Tipps sind aber durchaus allgemeingültig und können die Qualität Deiner Bewerbung auf jeden Fall erhöhen – und damit auch Deine Chancen auf einen neuen Job.

Diese klassischen Fehler solltest Du vermeiden

Bevor es an die „Best Cases“ geht, solltest Du erst einmal die „Worst Cases“ vermeiden. Viele Bewerber über 50 machen dieselben Fehler und damit ihre Jobchancen noch vor dem Vorstellungsgespräch zunichte. Dabei handelt es sich vor allem um

  • zu hohe Gehaltsvorstellungen,
  • zu starre Vorstellungen im Allgemeinen (zum Beispiel bezüglich der Arbeitszeiten, Arbeitsinhalte & Co),
  • fehlende Kompetenzen im Umgang mit digitalen Technologien
  • und vor allem: mangelndes Selbstbewusstsein.

Dir muss bewusst sein, dass Du für den Arbeitgeber eine wertvolle Fachkraft mit Erfahrung und attraktiven Hard sowie Soft Skills darstellst und keinesfalls um einen Job betteln musst. Gleichzeitig bedeutet die Jobsuche aber auch, flexibel zu sein und sich gegebenenfalls auf Kompromisse einzulassen. Vor allem aber darfst Du keinesfalls „alt“ wirken. Das betrifft eben auch die Gestaltung Deiner Bewerbungsunterlagen. Es ist also keine gute Idee, einfach deine Bewerbung von vor 20 oder 30 Jahren herauszuholen und auf Deine aktuelle Situation umzuschreiben. Stattdessen muss Deine Bewerbung Modernität ausstrahlen und gleichzeitig Deine Alleinstellungsmerkmale hervorheben.

Wie sieht eine „gute“ Bewerbung Ü50 aus?

Wenn Du Dich nun also das erste Mal seit vielen Jahren auf Jobsuche befindest, musst Du das Thema Bewerbung ganz neu denken. Denn in den vergangenen Jahren hat sich diesbezüglich viel verändert. Eine klassische Bewerbung besteht zwar immer noch aus Anschreiben, Lebenslauf und Anhängen. Trotzdem sieht sie mittlerweile anders aus als eben noch vor einigen Jahren:

  • Die meisten Bewerbungen werden heutzutage digital versendet, sprich Du druckst diese nicht mehr in Papierform aus, sondern lässt sie dem Unternehmen entweder per E-Mail oder direkt über ein Online-Formular zukommen. Was Du also brauchst, ist ein technisch einwandfreies, optisch ansprechendes und übersichtliches PDF-Dokument, das alle wichtigen Informationen einer klassischen Bewerbung sowie bestenfalls ein sympathisches Bewerberbild enthält. Solltest Du Dich mit dieser Aufgabe überfordert fühlen, hole Dir Hilfe, aber versuche zugleich, schnellstmöglich Deinen Rückstand im Bereich der digitalen Technologien aufzuholen. Denn mit einer ansprechenden digitalen Bewerbung kannst Du direkt beweisen, dass Du diesbezüglich jüngeren Bewerbern in nichts nachstehst.
  • Eine gute Bewerbung Ü50 zeichnet sich zudem dadurch aus , dass Du Dein Alter nicht vertuschen möchtest oder zu rechtfertigen versuchst. Stattdessen gilt es, dieses als Alleinstellungsmerkmal und wichtigstes Argument für Deine Einstellung zu begreifen und dementsprechend zu präsentieren. Mache Dir also bewusst, dass Du als erfahrene Fachkraft eine Bereicherung für das Unternehmen darstellst und hebe genau diese Vorzüge anhand von konkreten Beispielen für die Recruiter hervor. Nenne beispielsweise konkrete Zahlen, wenn Du in der Vergangenheit bei Deinem früheren Arbeitgeber Erfolge erzielen konnten (z. B. Umsatzsteigerungen), oder andere wichtige Daten und Fakten, welche für Dich sprechen. Hast Du beispielsweise Führungserfahrung? Dann liste diese konkret sowohl im Anschreiben als auch im Lebenslauf auf und hänge direkt ein Arbeitszeugnis an, in welchem Deine Führungskompetenzen ausdrücklich gelobt werden.
  • Letzteres Beispiel macht zugleich deutlich, dass Deine Bewerbung einen sogenannten „roten Faden“ braucht. Mache Dir also bewusst, dass sich Recruiter heutzutage nur wenige Minuten oder sogar Sekunden Zeit nehmen, um sich einen ersten Eindruck vom Bewerber zu machen. Auch, wenn Du also viele Argumente, Erfahrungen und Stationen in Deinem Berufsleben vorzuweisen hast, beschränke Dich auf die wirklich wichtigen Dinge und mache diese auf den ersten Blick ersichtlich. Stelle also einheitlich im Anschreiben, Lebenslauf und den Anhängern heraus, weshalb genau Du der oder die Richtige für den Job sind – und fokussiere Dich dabei auf Deine Alleinstellungsmerkmale, welche Deine Konkurrenten mit großer Wahrscheinlichkeit nicht vorweisen können.

Muss es überhaupt die „klassische“ Bewerbung sein?

Zum Schluss noch der Tipp, dass viele Jobs heutzutage sogar ganz ohne klassische Bewerbung vergeben werden. Nutze also auch die modernen Möglichkeiten wie berufliche Netzwerke für sich, indem Du Dir aussagekräftige Profile zulegst oder gezielt Kontakt zu Recruitern, Headhuntern & Co herstellst. Gerade mit über 50 hast Du gewiss auch zahlreiche berufliche Kontakte, welche Dir vielleicht unter der Hand zu einem neuen Job verhelfen können. Nein, es muss also nicht unbedingt die klassische Bewerbung sein, doch die größten Erfolgschancen genießt Du sicherlich mit einer Kombination verschiedener Maßnahmen!


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03.03.2020