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Befristete Verträge: Sprungbrett oder Dauerunsicherheit?

Eine neue Studie lobt befristete Verträge als guten Weg zum Jobeinstieg

© Andrey Popov / Getty Images

Ihr Ruf ist nicht der allerbeste: Befristete Verträge stehen derzeit sehr in der Kritik. Eine aktuelle Studie zeigt nun, dass sich der Einstieg durch einen  zeitlich begrenzten Job durchaus lohnen kann.

Befristete Arbeitsverträge haben bei vielen Menschen einen zweifelhaften Ruf, weil sie den Beschäftigten keine andauernde Sicherheit bieten. Eine neue Studie* des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) weist nun darauf hin, dass Befristungen jungen Menschen durchaus auch den Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern können und gar nicht so selten ein Sprungbrett sind: Der Studie zufolge erhalten 56 Prozent der kurzzeitig Beschäftigten innerhalb von drei Jahren eine unbefristete Anstellung.

Zurzeit wird viel über die sichere oder unsichere Arbeitsverhältnisse diskutiert, denn Bundesarbeitsminister Hubertus Heil will in Kürze das Thema befristete Arbeitsverträge aus dem Koalitionsvertrag bearbeiten. Die Möglichkeit, jemanden ohne Sachgrund befristet einzustellen, soll begrenzt werden, der Anteil sachgrundloser Befristungen bei Firmen mit mehr als 75 Beschäftigten auf 2,5 Prozent der Beschäftigten beschränkt und die Höchstdauer von bisher 24 auf 18 Monate verkürzt werden.

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Leiharbeiter und Überstunden statt befristete Verträge

Doch das Vorhaben ist umstritten. Zum Einen gibt es die anerkannten Gründe für die Befristung eines Arbeitsverhältnisses, wenn zum Beispiel ein Mitarbeiter länger krank ist oder eine Mitarbeiterin Mutter wird. Zudem bezweifeln viele Arbeitsmarktexperten die Annahme, dass anstelle der bislang befristeten Verträge automatisch unbefristete Verträge abgeschlossen werden. Oft würden die Arbeitgeber bei der erzwungenen Reduktion von befristeten Einstellungen dann freie Mitarbeiter beauftragen, auf Leiharbeiter ausweichen oder die vorhandenen Beschäftigten Überstunden machen lassen und sich mit Festanstellungen zurückhalten.

Die Auswertungen des IW zeigen zudem, dass Arbeitslose und Nichterwerbstätige, die befristete Beschäftigungen annehmen, nach Ende des Jobs einen leichteren Einstieg in den Arbeitsmarkt haben: Laut IW verbrachten Arbeitssuchende, die befristete Jobangebote annehmen, nach Ablauf von drei Jahren im Vergleich zu einer Kontrollgruppe weniger Zeit in Arbeitslosigkeit und erzielten insgesamt ein höheres Einkommen.

* Für die Studie hat das IW Daten des Sozio-ökonomischen Panels ausgewertet, einer repräsentative und jährlich vorgenommenen Wiederholungsbefragung von rund 30.000 Personen in Deutschland.


Service-Info: Mehr Informationen und wertvolle Tipps über befristete Verträge erhalten Sie in unserer umfangreichen Artikelsammlung zu diesem Thema. Jobs, die zum Leben passen, finden Sie übrigens im XING Stellenmarkt.


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