Nahtlose wiederholungsbare Check-Mark-Muster auf blauem Hintergrund © Pixelimage / Getty Images

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Darauf solltest Du achten, bevor (!) Du einen Arbeitsvertrag unterschreibst

Einen neuen Arbeitsvertrag zu schließen, ist ein spannender Prozess. Dabei lauern aber auch einige Fettnäpfchen. Hier erfährst Du deshalb, worauf Du achten solltest, bevor Du unterschreibst, um sorgenfrei in das neue Kapitel zu starten.


Aus Arbeitnehmersicht ist ein Arbeitsvertrag oft kompliziert und unverständlich. Nicht jeder hat Lust, diesen im Detail zu lesen und selbst, wenn Du Dir dafür die Zeit nimmst, verstehst Du vielleicht die eine oder andere Klausel nicht. All das ist normal, aber keine Entschuldigung, um einen Arbeitsvertrag „blind“ zu unterschreiben. Immer wieder lauern darin nämlich – absichtlich oder unabsichtlich – Fallstricke bis hin zu unzulässigen Klauseln. Deshalb lautet die Grundregel, dass Du jeden Arbeitsvertrag prüfen musst, bevor Du ihn unterzeichnest. Bestenfalls holst Du Dir dafür sogar Hilfe durch einen Fachanwalt, dann kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. 

Passt die Unternehmenskultur zu Dir? 

Es gibt aber noch weitere Punkte, die Du neben den Formalitäten prüfen solltest, bevor Du einem Arbeitsvertrag zustimmst. Punkte, die nicht schriftlich festgehalten werden, aber mindestens ebenso wichtig sind. Die Unternehmenskultur gehört hierzu. Denn selbst in einem Job mit attraktiven Bedingungen wirst Du nicht langfristig glücklich, wenn die Unternehmenskultur nicht zu Dir passt. Deshalb ist es essentiell, nach der Jobzusage durch den potenziellen neuen Arbeitgeber in die Selbstreflexion zu gehen und Dich zu fragen, welchen Eindruck das Unternehmen im Gesamten, die einzelnen Personen sowie eben die Unternehmenskultur in den Vorstellungsgesprächen bei Dir hinterlassen haben. Spätestens jetzt – besser noch vor dem Bewerbungsprozess – ist außerdem der Zeitpunkt gekommen, an dem Du Dir darüber klar werden solltest, welche Unternehmenskultur zu Dir passt und ob diese Bedingungen bei dem Jobangebot erfüllt sind.

Höre (auch) auf Dein Bauchgefühl 

Auch das Bauchgefühl ist dementsprechend ein wichtiger Ratgeber. Denn Dein „Bauchhirn“ nimmt zahlreiche weitere sowie andere Informationen auf als das Gehirn, beispielsweise bei den Vorstellungsgesprächen. Ein schlechtes Bauchgefühl kann daher ein Hinweis darauf sein, dass Du vielleicht unterschwellige Spannungen oder Unehrlichkeit wahrgenommen hast – wenn auch nicht bewusst. Daher ist das Bauchgefühl nicht nur ein unwichtiges Gefühl, sondern ein zentraler Ratgeber bei allen Lebensentscheidungen. Spüre in Dich hinein und frage Dich, ob Du beim Unterschreiben des Arbeitsvertrags ein gutes oder schlechtes Bauchgefühl hast. Gemeinsam mit Deinen rationalen Überlegungen, sozusagen dem „Kopfhirn“, ergibt sich dann die optimale Entscheidung. Das Bauchgefühl sollte also nicht Dein alleiniger, aber ein wichtiger Ratgeber sein; die sogenannte Intuition. 

Checkliste: Qualifiziertes Arbeitszeugnis
Es empfiehlt sich, sein Arbeitszeugnis direkt nach Erhalt sorgfältig zu prüfen, um dem Arbeitgeber Änderungswünsche so schnell wie möglich mitzuteilen. 

Mündliche Absprachen immer schriftlich festhalten

Im Vorstellungsgespräch oder bei den Vertragsverhandlungen kommt es oft zu mündlichen Absprachen und Zugeständnissen des zukünftigen Arbeitgebers. Diese können beispielsweise eine Homeoffice-Regelung, die Übernahme von Weiterbildungskosten oder zahlreiche weitere Aspekte betreffen. Wichtig ist, dass solche Absprachen schriftlich im Arbeitsvertrag festgehalten werden. Ansonsten ist die Gefahr hoch, dass sich das Unternehmen nicht daran hält und Du die getroffenen Zusagen im Nachhinein nicht beweisen kannst. Achte deshalb vor dem Unterzeichnen des Arbeitsvertrags auf dessen Vollständigkeit und fordere gegebenenfalls noch Ergänzungen, Streichungen oder Umformulierungen ein. 

Potenzielle Fallstricke erkennen

Zuletzt sind Fallstricke ein großes Thema beim Arbeitsvertrag. Immer wieder tauchen darin unfaire, gegebenenfalls sogar unzulässige Klauseln wie ein Wettbewerbsverbot, Vertragsstrafen, unfaire Überstundenregelungen, Kündigungsfristen oder Weisungsklauseln auf, um nur einige von vielen Beispielen zu nennen. Erneut empfiehlt sich daher die Prüfung durch einen Fachanwalt, um solche Fallstricke zu erkennen und Dich vor ihnen zu schützen. Andernfalls solltest Du zumindest Zeit investieren, um unverständliche Klauseln zu recherchieren und auf ihre Fairness zu überprüfen. Denn nachverhandeln ist immer erlaubt – sobald der Arbeitsvertrag jedoch unterschrieben ist, befindest Du Dich in einer schlechten Verhandlungsposition. Vorsichtig handeln statt nachsichtig, lautet daher das Motto, damit der neue Job zum vollen Erfolg wird.

Veröffentlicht
05.09.2023