Höhere Konzentration, weniger Ablenkung: So behältst Du Deinen Fokus

 © Luis Alvarez / Getty Images

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Zunehmende Ablenkungen erschweren unseren Arbeitsalltag. Sie lauern im Büro und im Homeoffice. Worauf es ankommt, wenn man einen langen Fokus behalten möchte und wie der richtige Umgang mit Störungen aussieht.

Nicht umsonst hat sich das Forschungsgebiet des Human Interruption Management in unserer modernen Welt gebildet. Wissenschaftlicher haben herausgefunden, dass wir uns bei der Arbeit durchschnittlich drei bis vier Minuten auf eine Sache konzentrieren können. Der Hauptgrund: Zu viel Kommunikation. Die Folgen daraus können Fehler, Stress und Frust sein.

Im Gegensatz zu früher, als man lediglich durch Anrufe oder das direkte Gespräch abgelenkt wurde, erhalten wir heute Benachrichtigungen aus Chats, Netzwerken und Verteilern. Rundum stehen wir mit immer mehr Menschen in Kontakt. Weitere Ablenkungen können aber durch den Arbeitsort verursacht werden. Lärm, Temperatur und Platz sind nur als einige Beispiele zu nennen.

Um einen längeren Fokus zu behalten und Ablenkungen zu reduzieren, lassen sich einige einfache Methoden in den Arbeitsalltag integrieren, wie Autor Volker Kitz dem SPIEGEL mitteilt.

Die Relevanz von Nachrichten einordnen

Da immer mehr über Schrift und weniger über Telefon kommuniziert wird, ist es zunehmend schwerer, wichtige von unwichtigen Nachrichten zu unterscheiden. Denn der Messagingdienst filtert nicht. Jede Nachricht erhält sein Blinken, Vibrieren oder Pop-Up. Daher empfiehlt es sich, die Benachrichtigungen für einen gewissen Zeitraum stummzuschalten und nur Anrufe zu empfangen, wenn es wirklich wichtig ist.

Die richtige Geräuschkulisse finden

Dass in der Ruhe die Kraft liegt, findet in der Realität nicht immer Anwendung. Vielmehr kommt es darauf an, dass man die Geräusche hört, die für das eigene Ohr angenehm sind. Wenn man Mozart hört, kann man sich besser konzentrieren. So hieß es jedenfalls, bis die Wissenschaft aufgeklärt hat, dass es nur darauf ankommt, dass zu hören, was wir mögen. Sei es ein Podcast, Musik oder andere Töne. Während des Homeoffices wurde festgestellt, dass auch die komplette Stille ablenken kann und leichte Hintergrundgeräusche sogar förderlich sind. Aus diesem Grund haben Onlineprogramme wie „Calm Office“, die typische Bürogeräusche simulieren, einen Hype erlebt.

Laute und störende Geräusche, unter denen unsere Konzentrationsfähigkeit leidet, kann unser Gehirn ausblenden. Allerdings wurde in einem Experiment festgestellt, dass hierfür viele geistige Ressourcen verwendet werden. Störende Geräusche sind vor allem diejenigen, in denen viel Sprache vorkommt. Die gehörte Sprache lenkt insbesondere beim Lesen, Schreiben und Arbeiten mit Zahlen ab.

Die Kollegen zur Hilfe nehmen

Wenn wir uns in Gesellschaft befinden, erhält unser Gehirn einen leichten Zustand der Erregung, was dabei hilft, den Fokus zu bewahren. Eintönige Routineaufgaben fallen uns daher leichter, wenn wir von unseren Kollegen umgeben sind.Wohingegen komplexe Aufgaben besser erledigt werden können, wenn wir allein sind.

Weiß man also vorab schon, an welchen Tagen welche Art von Aufgabe bewerkstelligt werden muss, kann man so zum Beispiele abwägen, ob man lieber im Büro oder aus dem Homeoffice arbeiten möchte.

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Ablenkungen lauern im Arbeitsalltag überall, vor allem im Homeoffice. Beraterin Vera Strauch verrät im XING Talk Tipps für bessere Konzentration. 
Der Blick von außen

Nicht nur externe Faktoren können die Ursache für eine Störung sein. Oftmals ist man sogar selbst der Grund für die fehlende Konzentration. Die meisten kennen den Drang, sich selbst unterbewusst abzulenken. Sei es, dass man sich schon wieder einen Kaffee holt, in den Kühlschrank guckt oder lieber im Internet surft.

Aus diesem Grund empfiehlt der Psychologe Walter Mischel, dass man sich selbst aus der Perspektive einer Fliege an der Wand betrachten soll. Betrachtet man sich von außen bevor man einen Kaffee holt, kann man schnell feststellen, dass der Kaffee noch besser als Belohnung für eine erledigte Aufgabe wäre.

20.10.2021