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Stellenanzeigen verstehen: Passt der Job zu mir?

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Jede Bewerbungsphase beginnt mit der Stellensuche. Doch Stellenanzeigen zu verstehen, ist gar nicht so einfach. Wie Sie in drei Schritten herausfinden, ob Sie sich bewerben sollten.

Das Wichtigste in 15 Sekunden
  • Prüfen Sie die Stellenanzeige genau, bevor Sie sich bewerben.
  • Wenn wichtige Informationen fehlen, rufen Sie besser im Unternehmen an.
  • Sie müssen nicht unbedingt alles können, was in der Stellenanzeige verlangt wird.
  • Nicht nur Sie müssen auf die Stelle passen, sondern das Unternehmen auch zu Ihnen.

Stellenanzeigen verwirren nicht nur junge Bewerber. Sich im Dschungel aus Anforderungen, Unternehmensbeschreibungen und Jobprofilen zurechtzufinden, gelingt selten auf den ersten Blick. Stattdessen stellt sich der Bewerber viele Fragen: Welche Fähigkeiten muss ich auf jeden Fall mitbringen – und welche sind eher ein Bonus? Passt das Unternehmen überhaupt zu mir? Und was heißt teamfähig?

Kurz gesagt: Sie fragen sich, ob der Job zu Ihnen passt.

Darauf gibt es eine etwas ernüchternde Antwort: Ob der Job tatsächlich zu Ihnen passt, werden Sie erst merken, wenn Sie ihn angetreten haben – vielleicht auch schon im Vorstellungsgespräch. Das lässt sich in einer Stellenanzeige nicht erklären.

Sie können aber lernen, wie man in drei Schritten erkennt, ob die ausgeschriebene Stelle eine Bewerbung wert ist. Als nächstes verraten wir Ihnen, wie Sie mit drei gezielten Blicken entscheiden, ob die Stelle zu Ihren Fähigkeiten passt und ob Ihre Bewerbung eine Chance hat.

1. Blick: Ist die Stellenanzeige vollständig?

Stellenanzeigen finden Sie an verschiedenen Orten: In Zeitungen und Zeitschriften, in Stellenbörsen oder auf Firmenwebsites. Wo die Ausschreibung veröffentlicht ist, kann Ihnen schon eine Menge über die Qualität erzählen.

Die meisten Stellenanzeigen sind seriös und Sie müssen sich keine Sorgen machen. Vor allem nicht, wenn sie in renommierten Portalen wie der XING Stellenbörse veröffentlicht wurden. Wenn Sie bestimmte Anzeichen entdecken, sollten Sie jedoch skeptisch werden. Zum Beispiel, wenn die Anzeige keine Kontaktdaten, aber gleichzeitig ein sehr hohes Gehalt bei gleichzeitig bei niedriger Arbeitszeit verspricht.

Beim ersten Blick sollten Sie außerdem prüfen, ob alle wichtigen Informationen vorhanden sind, die Sie für Ihre Bewerbung brauchen. Dazu zählen:

  • die geforderten Kenntnisse und Qualifikationen
  • eine möglichst genaue Jobbeschreibung
  • ob es sich um eine Voll- oder Teilzeitstelle handelt
  • ob es sich um eine befristete oder unbefristete Stelle handelt
  • wo Ihr Einsatzort sein wird

Wenn eine oder mehrere dieser wichtigen Informationen fehlt, ist es besser, Sie rufen an und fragen nach, bevor Sie viel Mühe in eine Bewerbung investieren, die Sie sich hätten sparen können. Apropos Mühen sparen: Am einfachsten erstellen Sie Lebenslauf und Anschreiben für Ihre Bewerbung mit unseren kostenlosen Editoren online.
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2. Blick: Habe ich die nötigen Kenntnisse?

Jede vollständige Stellenanzeige nennt Anforderungen, die Sie erfüllen müssen. Dazu zählen Qualifikationen wie eine bestimmte Schul- bzw. Ausbildung, ein Studium oder einige Jahre Berufserfahrung. Oft fordert das Unternehmen außerdem spezielle fachliche Fähigkeiten. Für Ingenieure könnte das zum Beispiel Erfahrung in der Automobilbranche sein, für IT-Fachkräfte Kenntnisse im Umgang mit der Unternehmenssoftware SAP und für Bürokaufleute ein bestimmtes Buchhaltungszertifikat.

Außerdem fordern Stellenanzeigen in der Regel weiche Fähigkeiten, die sogenannten Soft Skills. Zum Beispiel Teamfähigkeit, Kritikfähigkeit oder Einfühlungsvermögen. Wie Sie diese Fähigkeiten in Ihrer Bewerbung unterbringen, sollte Ihnen nicht allzu viel Kopfzerbrechen bereiten. Personaler wissen, dass diese Social Skills nur im persönlichen Gespräch überprüfen lassen. Wenn Ihr Anschreiben und Ihr Lebenslauf  fachlich überzeugen, wird es hieran also nicht scheitern.

Die wichtigste Frage, bei der Analyse einer Stellenanzeige ist: Welche Fähigkeiten muss ich unbedingt mitbringen – und welche dürfen fehlen? In der Regel erkennen Sie das an bestimmten Signalwörtern:

  • Pflicht-Kenntnisse sind durch klare Aussagen gekennzeichnet: „Sie verfügen über“, „Sie haben … abgeschlossen“, usw. Meistens stehen die wichtigsten Anforderungen ganz oben in der Aufzählung. Je weiter es nach unten geht, umso weniger schlimm ist es, wenn eine Kenntnis fehlt.
  • Optionale Kenntnisse zeichnen sich durch abgeschwächte Formulierungen aus: „Idealerweise verfügen Sie über“, „Fähigkeiten in … sind ein Plus“, etc.

Sie fragen sich jetzt bestimmt: Muss ich denn wirklich alles können, was in einer Stellenanzeige gefordert wird? Die beruhigende Antwort: Meistens nicht. Experten raten immer wieder, sich auch dann zu bewerben, wenn sie nur 70 % der Fähigkeiten mitbringen. Das bezieht sich aber auf die optionalen Kenntnisse und auf Angaben wie die Berufserfahrung. Auf viele Jobs, für die ein Unternehmen fünf Jahre Berufserfahrung fordert, haben sie auch mit drei eine Chance. Am Ende hängt es immer davon ab, wie viele Kandidaten sich bewerben. Die meisten Pflicht-Kenntnisse sind hingegen nicht verhandelbar, weil Sie sie jeden Tag im neuen Job brauchen.

3. Blick: Passt das Unternehmen zu mir?

Sie haben mit zwei Blicken festgestellt, dass der Job etwas für Sie ist. Im letzten Schritt müssen Sie überprüfen, ob auch der Arbeitgeber zu Ihnen passt. Das lässt sich nicht immer aus der Stellenanzeige herauslesen. Bestimmten Merkmalen geben allerdings einen Hinweis:

  • In „traditionsreichen Familienunternehmen“ herrschen oft klare Strukturen. Entscheidungen werden an der Unternehmensspitze getroffen, Führungspositionen innerhalb der Familie vergeben. Das ist nicht für jeden etwas.
  • „Flache Hierarchien“ bedeuten, dass Sie viel selbst entscheiden dürfen, aber dafür auch mehr Verantwortung übernehmen müssen. Sind Sie dem gewachsen?
  • „Leistungsorientierte Bezahlung“ heißt mitunter, dass das Festgehalt nur einen kleinen Teil Ihrer Vergütung ausmacht. Wer viel Leistung bringt, kann dafür entsprechend viel verdienen. Diesen Punkt sollten Sie spätestens im Vorstellungsgespräch ansprechen.
  • Unternehmen die schnell wachsen haben nicht immer eine klare Struktur, zum Beispiel Startups, die innerhalb kurzer Zeit sehr erfolgreich werden. Das kann ein Vorteil sein, weil Sie das Unternehmen mitprägen können. Wer allerdings viel Wert auf eine feste Ordnung legt, ist hier wahrscheinlich falsch.
  • Fehlen viele wichtige Informationen in der Stellenanzeige, ist das ein Zeichen, dass das Unternehmen die Suche nicht sehr ernst nimmt. Das kann ein Rückschluss darauf sein, wie wichtig die Position an sich ist.
  • Große Printanzeigen in Tageszeitungen sind sehr teuer. Entsprechend gut bezahlt ist vermutlich auch die ausgeschriebene Stelle. Dafür erwartet man von Bewerbern auch viel. Umgekehrt gilt das auch: Wer nur die nötigsten Informationen in eine winzige Anzeige packt, wird wohl auch anderweitig sparen.

Um die Informationen richtig einzuordnen, müssen Sie natürlich vorher wissen, ob Sie am liebsten in einem großen Konzern oder einem kleinen Betrieb arbeiten möchten. Ob Ihnen flexible Arbeitszeiten wichtig sind oder dass Ihnen der neue Arbeitgeber Weiterbildungen finanziert. Die Suche beginnt immer bei Ihnen selbst – aber mit unseren Ratschlägen haben Sie einen guten Leitfaden an der Hand.

 


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