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Lügen zwecklos - diese Gesten verraten Sie

Lügen im Vorsttellungsgespräch fallen meist schnell auf

©Wavebreakmedia / Getty Images

Wir lügen, schwindeln, schummeln bis zu 200 Mal am Tag. Und auch im Vorstellungsgespräch sind wir nicht immer ganz ehrlich. Aber das fällt leicht auf.

Ein bisschen an den einzelnen beruflichen Stationen schrauben, den Lebenslauf ein wenig aufhübschen – die Versuchung, den eigenen Werdegang zu verschönen oder bei einigen Antworten im Vorstellungsgespräch zu flunkern, ist manchmal groß. Doch Vorsicht: Denn eine Unwahrheit kann Sie Kopf und Kragen kosten.

Allgemeine Antworten deuten auf Unwahrheiten hin

Denn eine Studie des Blogs Leadership IQ kam zu diesem Ergebnis: Personaler erkennen schnell, ob ein Bewerber ehrlich auf Fragen im Vorstellungsgespräch antwortet oder ob er lügt. Erkennbar werde dies zum Beispiel an der Art der gegebenen Antworten. Wer allgemein antworte, sage demnach seltener die Wahrheit als ein Bewerber, der sehr präzise auf die Fragestellung eingeht.

Außerdem kam die Studie zu dem Ergebnis, dass Menschen, die flunkern, häufig in der zweiten oder dritten Person sprechen, wenn sie Situationen schildern. Statt zu sagen: „Ich oder wir konnten die Verkaufszahlen steigern“, sagen Bewerber, die es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen, etwa: „Man konnte die Verkaufszahlen steigern“ oder „Mit dieser Methode können Sie die Verkaufszahlen steigern“.

Doch auch an anderen Verhaltensweisen lassen sich Lügen erkennen:

  • Sie vermeiden Blickkontakt: Wer einen anderen Menschen belügt, möchte sich
    normalerweise abschirmen. Aus diesem Grund schauen wir anderen häufig nicht in die
    Augen, während wir die Unwahrheit sagen.
  • Gestik und Mimik passen nicht zu dem, was Sie sagen: Sie verneinen etwas, nicken aber unmerklich mit dem Kopf. Sie sagen, Sie sind stolz auf eine Leistung, sehen aber nicht so aus.  Wenn ein Mensch nicht ehrlich ist, kommt es häufig zu einer Diskrepanz zwischen seiner Körpersprache und der verbalen Sprache.
  • Sie sind nervös: Während Sie etwas sagen, kauen Sie auf den Lippen, spielen mit den Fingern, wippen unruhig auf dem Stuhl.
  • Sie beschäftigen sich mit anderen Dingen: Sie streichen über Ihre Bewerbungsunterlagen, ordnen die Kugelschreiber während des Gespräches anders an, legen Ihren Lebenslauf noch einmal ganz gerade hin: Während wir lügen, beschäftigen wir uns oft mit anderen Dingen, die mit dem eigentlichen Gespräch gar nichts zu tun haben.
  • Sie zögern eine Antwort hinaus: „Wie meinen Sie das genau?“, „Können Sie die Frage noch einmal stellen?“ – wer die Wahrheit nicht sagen möchte, versucht, Zeit zu schinden.

Die Art, wie Sie eine Frage beantworten und Ihre Körpersprache lassen also Rückschlüsse darauf zu, ob Sie gerade ehrlich sind. Erfahrene Personaler werden Ihnen bei diesen Anzeichen genauer auf den Zahn fühlen.

Lügen im Vorstellungsgespräch haben Folgen

Selbst, wenn Lügen zunächst unerkannt bleiben, können sie auch im Nachhinein viele Nachteile mit sich bringen:

  • Lügen können Sie später den Job kosten: Haben Sie Ihren Vorgesetzten im Vorstellungsgespräch oder durch falsche Angaben in Ihrer Bewerbung getäuscht, kann Sie dies sogar nach Jahren noch den Job kosten. Auch dann, wenn Ihre Probezeit längst vorüber ist. Kommt eine Lüge ans Licht, darf man Ihnen kündigen und Sie müssen unter Umständen Schadenersatz an Ihren Arbeitgeber zahlen.
  • Wenn Sie nicht ehrlich sind, verlieren Sie Vertrauen: Selbst, wenn man Ihnen nicht gleich kündigt, hinterlässt eine Lüge verbrannte Erde. Findet man heraus, dass Sie nicht ehrlich waren, ist dies mit einem Vertrauensverlust verbunden. Man wird Sie automatisch kritischer betrachten und Zweifel daran haben, ob Sie gerade die Wahrheit sagen oder nicht.

2,2 Mal wird in einer Viertelstunde Vorstellungstermin gelogen

Dass Lügen im Vorstellungstermin keine Seltenheit sind, zeigt eine Studie der Universität von Massachusetts: 2,2 Mal wird demnach in einem 15-minütigen Gespräch gelogen. Und eine GfK- Umfrage zeigt: 31,9 Prozent der Berufstätigen geben zu, dass sie ihren Kollegen und Vorgesetzten gegenüber nicht immer ehrlich sind. Kleine und größere Flunkereien sind also auch im Berufsleben an der Tagesordnung.

Und auch, wenn das Meiden von Blickkontakt nicht automatisch bedeutet, dass ein Mensch lügt und auch andere Gesten und Formulierungen kein eindeutiger Beweis dafür sind, dass nicht die Wahrheit gesagt wird, helfen sie dabei, herauszufinden, ob gelogen wird oder eben nicht. Bleiben Sie also bei der Wahrheit und geben Sie Acht, wie sich Ihr Gegenüber verhält. Denn so finden auch Sie heraus, ob man Ihnen gegenüber ehrlich ist oder ob Sie noch einmal kritisch nachhaken sollten. Denn auch Personaler sind nicht immer ehrlich. Seien Sie also sensibel.

Übrigens: Einige Lügen im Vorstellungsgespräch sind erlaubt. Zum Beispiel dann, wenn man Ihnen Tabu-Fragen stellt, etwa, was Ihre Familienplanung betrifft.

Text: Daniela Lukaßen-Held


Service-Info: Mehr Informationen und Tipps über das richtige Verhalten im Bewerbungsgespräch finden Sie in unserer großen Artikelsammlung zu dem Thema.

Und mit unserer Checkliste „Fragen im Vorstellungsgespräch“ sind Sie auf alle Situationen gut vorbereitet:


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