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Nichts wie raus hier: Jobwechsel in der Probezeit

So erklären Sie einen Jobwechsel in der Probezeit

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Darf man sich bereits in der Probezeit für einen neuen Job bewerben? Klar. Aber wenn die neue Bewerbung klappen soll, brauchen Sie dafür auch die richtigen Argumente.

Das Wichtigste in 15 Sekunden

  • Ein Jobwechsel in der Probezeit ist keine Todsünde.
  • Trotzdem sollten Sie gute Gründe dafür haben.
  • Behalten Sie Wechselabsichten vorerst für sich.
  • Machen Sie aus Ihrer vermeintlichen Schwäche eine Stärke.

Mist, der neue Job entpuppt sich schon nach wenigen Wochen als Reinfall. Dabei hat alles so gut angefangen: Die Stellenanzeige klang verlockend, das Vorstellungsgespräch lief gut und nach wenigen Tagen hatten Sie die Zusage im Postfach. Doch vom ersten Tag im neuen Job an ging es leider nur noch bergab. Ein Grund zu resignieren? Überhaupt nicht. Besser Sie merken es jetzt, als in ein paar Monaten. Ein Jobwechsel während der Probezeit ist nicht der Untergang – der richtige Job für Sie ist noch irgendwo da draußen.

Nach dem Sie die erste Enttäuschung überwunden haben, sollten Sie sich ein paar Minuten Zeit nehmen über etwas nachzudenken: Ist der neue Job wirklich so schlimm, dass Sie gleich wieder wechseln möchten? Oder sind Sie nur einer holprigen Eingewöhnungsphase, nach der es bergauf geht? In der folgenden Liste finden Sie ein paar gute Gründe, sich andernorts zu bewerben:

  • Ihr neuer Job ist nicht das, was Ihnen versprochen wurde. Sie haben andere Aufgaben und viel weniger Verantwortung als man Ihnen zugesagt hat. Jetzt machen Sie nicht nur etwas, zu dem Sie keine Lust haben, Sie leben auch noch mit dem Gefühl, dass Sie Ihr neuer Arbeitgeber belogen hat. Keine gute Grundlage für eine lange, zufriedene Zusammenarbeit. Ziehen Sie die Reißleine!
  • Ihre Kollegen und Vorgesetzten sind der absolute Horror! Sie haben sich wirklich Mühe gegeben, mit allen auszukommen. Die Signale sind deutlich: Man will Sie hier nicht haben. Wenn Ihnen spontan das Wort Mobbing einfällt, wenn Sie an den neuen Job denken, gibt es für Sie keinen Grund zu bleiben.
  • Ihr neuer Job erfüllt Sie nicht, aber das finden Sie gar nicht so schlimm: Er war ohnehin nur als Zwischenlösung gedacht, bis sich etwas anderes ergibt. Jetzt haben Sie eine tolle Stellenanzeige entdeckt, die genau Ihren Vorstellungen entspricht.


Schweigen ist Gold

Wenn Sie jetzt immer noch unsicher sind, ob Sie sich schon in der Probezeit neu bewerben sollen, machen Sie sich eines klar: Die Probezeit ist genau für Situationen wie diese gemacht. Unternehmen und Angestellte gleichermaßen sollen darin herausfinden, ob beide gut zusammenpassen. Und wenn das nicht der Fall ist, können auch beide Seiten das Arbeitsverhältnis kurzfristig beenden. Es ist also absolut legitim, wenn Sie sich in der Probezeit für einen neuen Job bewerben.

Eines sollten Sie jedoch vermeiden: Verbreiten Sie Ihre Wechselgedanken nicht, bevor Sie den neuen Job in der Tasche haben. Es ist schließlich gut möglich, dass Sie nicht sofort eine neue Stelle finden, und so lange wollen Sie die alte Stelle doch behalten, oder? Bekommt Ihr Chef hingegen mit, dass Sie sich anderweitig umsehen, wird er Ihnen sehr wahrscheinlich zuvorkommen und den Vertrag seinerseits auflösen.

Bewerben in der Probezeit: Ehrlich währt am längsten

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Wenn Sie sich während der Probezeit einen neuen Job suchen, sollten Sie in Ihrer Bewerbung auf Folgendes achten:

  • Begründen Sie Ihren schnellen Wechsel. Fragezeichen in einer Bewerbung führen oft dazu, dass sie aussortiert wird. Lassen Sie beim Personaler erst gar keine aufkommen, indem Sie den schnellen Jobwechsel im Anschreiben begründen.
  • Lügen Sie nicht. Erfinden Sie keine Gründe, nur weil sich diese vielleicht besser anhören als die Wahrheit. Wenn Sie Probleme mit Ihrem Chef hatten, sollten Sie nicht schreiben, dass Ihnen die Aufgaben nicht zugesagt haben. Spätestens im Vorstellungsgespräch kommen Sie andernfalls in Erklärungsnot, wenn Ihr Gesprächspartner genauer nachfragt.
  • Vermeiden Sie Beschuldigungen. Selbst wenn das Betriebsklima im jetzigen Job schlecht ist oder Ihr Chef Sie ungerecht behandelt hat. Damit schüren Sie beim Personaler nur Zweifel: Vielleicht sind Sie ja in Wahrheit der Unruhestifter. Niemand will jemanden einstellen, der für Konflikte in der Abteilung sorgen könnte.

Wie in jeder Bewerbung können auch beim Jobwechsel in der Probezeit die richtigen Formulierungen den Unterschied machen. Verwandeln Sie Ihre vermeintliche Schwäche, den schnellen Wechsel, in Ihre Stärke: Sprechen Sie auf keinen Fall von Unsicherheit in Ihrer derzeitigen Stelle, sondern betonen Sie, dass Sie jemand sind, der schnell reagiert und Dinge anpackt. Was Sie Ihrem potenziellen neuen Arbeitgeber zeigen möchten: Sie haben schnell gemerkt, dass der Job und Sie nicht zusammenpassen, also haben Sie eine schnelle Auffassungsgabe. Außerdem sind Sie jemand, der nicht hofft, dass sich Dinge von selbst ändern – Sie nehmen Ihr Schicksal selbst in die Hand, sind also tatkräftig. Das gilt selbstverständlich nicht nur für Ihre schriftliche Bewerbung, sondern auch im Vorstellungsgespräch.


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