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Der Rat der Weisen: So machen Initiativbewerbungen wirklich Sinn

Sinn Initiativbewerbungen sinnvoll?

©kunertus / Getty Images

Sind Sie auf Jobsuche, aber Ihre Wunschunternehmen bieten gerade keine freien Stellen an?  Mit Initiativbewerbungen können Sie trotzdem ans Ziel kommen – vorausgesetzt, sie machen dabei alles richtig.

„Der Rat der Weisen“ von Bewerbung.com ist eine Gruppe hochkarätiger Personal- und Karriereexperten, die regelmäßig Tipps rund um Bewerbung, Gehalt und Karriere geben. In dieser Wochen haben wie unseren Weisen Bernd Slaghuis* gebeten, eine oft diskutierte Frage zu beantworten:

„Herr Slaghuis, machen Initiativbewerbungen wirklich Sinn?“

Bernd Slaghuis: „Die meisten Initiativbewerbungen, die Bewerber heute verschicken, machen keinen Sinn. Denn sie unterscheiden sich nur im Betreff von einer Bewerbung auf eine Stellenanzeige. Oftmals bieten Bewerber dazu ihren bunten Blumenstrauß an Fähigkeiten und Erfahrungen an, nach dem Motto: „Lieber Wunscharbeitgeber, suche dir aus, was du wofür irgendwie gebrauchen kannst!“
Doch jede Initiativbewerbung ist erst einmal unverlangt eingesandt und ich erlebe es so, dass sich Personaler selten die Mühe machen, Initiativbewerbungen nach Potenzialen eines Kandidaten sowie Einsatzmöglichkeiten im Unternehmen außerhalb des Stellenbesetzungsprozesses zu bewerten. Und so lautet die Antwort häufig: „Wir haben Ihre Initiativbewerbung mit den offenen Stellen abgeglichen und können Ihnen keine Position anbieten.“ – Das können Sie sich als Bewerber sparen! Hier sind drei Fälle, in denen eine Initiativbewerbung hingegen sinnvoll ist:

1. Sie besitzen Insider-Informationen

Sie haben wahrscheinlich schon gehört, dass ein Großteil der Stellen im verdeckten Stellenmarkt besetzt wird, also bevor eine Position ausgeschrieben wird. Es bringt jedoch nichts, sich auf gut Glück initiativ zu bewerben und darauf zu hoffen, zufällig die kurze Zeitspanne zwischen der Kündigung eines Mitarbeiters und der Stellenausschreibung zu erwischen. Aber mal angenommen, Sie erfahren über einen Bekannten, dass sein Kollege gerade gekündigt hat und diese bald frei werdende Stelle gut zu Ihrem Profil passen könnte oder Sie erfahren, dass ein Bereich in der nächsten Zeit stark ausgebaut werden soll. Dann können Sie sich auf dieses Wissen beziehen und noch vor der Stellenausschreibung Ihre Bewerbung platzieren – vielleicht sogar über Ihren Kontakt anstatt direkt an die Personalabteilung.

2. Sie schaffen Ihre neue Stelle selbst

Angenommen, Sie haben in den letzten Jahren erfolgreich eine Social-Media-Strategie eingeführt und möchten nun zu einem neuen Unternehmen wechseln. Sie recherchieren, welche für sie interessanten Arbeitgeber in Sachen Social-Media hohen Nachholbedarf haben und liefern mit Ihrer Initiativbewerbung nicht nur gute Gründe, eine Stelle als Social-Media-Manager neu zu schaffen, sondern präsentieren auch sich selbst für diese Position auf dem Silbertablett. Hierbei kommt es darauf an, dass Ihr neuer Arbeitgeber erkennt, dass eine solche Stelle in seiner Organisation wirtschaftlich sinnvoll ist und Sie der Idealkandidat hierfür sind. Hier sind viel Kreativität bei der Recherche sowie eine gute Argumentation erforderlich. Manchmal ist auch eine erste Konzept-Idee sinnvoll, um ins Gespräch zu kommen.

3. Sie bringen einen exklusiven Nutzen ein

Ihr Adressbuch ist prall gefüllt mit wertvollen Kontakten potenzieller Kunden für Ihren neuen Arbeitgeber? Oder Sie besitzen durch ihre Berufserfahrung wertvolles Branchenwissen und hatten tiefe Einblicke in die Wettberber Ihres neuen Arbeitgebers. Rechtfertigt dieser an Ihre Person gebundene Nutzen es, Sie ungeplant mit an Bord zu holen, dann ist auch diese Form der Initiativbewerbung meist erfolgreich.

Fazit: Initiativbewerbungen sind keine Blindbewerbungen!

Sie sehen, eine Initiativbewerbung muss deutlich über die Inhalte einer normalen Bewerbung auf eine Stelle hinausgehen, um zunächst den Bedarf bei Ihrem Wunsch-Arbeitgeber zu wecken. Sie ist umso erfolgreicher, je kreativer Sie bei der Suche, dem Sammeln von Informationen und der Kontaktaufnahme vorgehen und je mehr Klarheit Sie schaffen, welche konkreten Zielpositionen für Sie passend sind.“

*Der Weise: Karriere- und Business-Coach Dr. Bernd Slaghuis (www.bernd-slaghuis.de) ist Experte für berufliche Neuorientierung, Bewerbung und gesunde Führung. Als Vorstandsassistent und ehemalige Führungskraft kommt er aus der Praxis. Der Systemische Coach und promovierte Ökonom steht für ein neues Karriere-Verständnis. Seit 2011 arbeitet er in seinem Kölner Büro mit Angestellten und Führungskräften an ihren nächsten Schritten im Beruf und mit Bewerbern an ihrer individuellen Bewerbungsstrategie. Sein Blog „Perspektivwechsel“ zählt zu einem der meistgelesenen Karriere-Blogs in Deutschland. Er ist XING Branchen-Insider, Kolumnist und Gastautor für diverse Karriere- und Management-Magazine. Slaghuis hält deutschlandweit Vorträge, moderiert Workshops und gibt Seminare.


Service-Info: Vertrauen Sie auf unseren Weisen – und Ihre eigenen Fähigkeiten. Auf dem XING Stellenmarkt finden Sie für Ihre Initiativbewerbungen viele attraktive Arbeitgeber. Sie können Ihre Suche schon hier beginnen.


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