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So formulieren Sie Ihren Gehaltswunsch in der Bewerbung

Den Gehaltswunsch zu formulieren, fällt vielen Bewerbern schwer

© aluxum / Getty Images

„Bitte nennen Sie uns Ihren Gehaltswunsch.“ So oder ähnlich lautet der Satz, der vor allem Berufseinsteigern Kopfzerbrechen bei der schriftlichen Bewerbung bereitet. Dabei ist es gar nicht so schwierig, den eigenen Marktwert zu bestimmen und ihn dem potenziellen Arbeitgeber zu verkaufen.

Die Aufforderung einfach zu ignorieren ist keine Option

Auch wenn es noch so verführerisch ist: Wer glaubt, er könne das Problem umgehen, indem er einfach so tut, als habe er die Bitte überlesen, läuft große Gefahr, direkt aus dem Bewerbungsprozess rauszufliegen. Denn ohne die geforderte Angabe ist die Bewerbung schlichtweg unvollständig. Und spätestens im Vorstellungsgespräch müssen Sie ohnehin verhandeln.

Gute Recherche ist das A und O: Durchforsten Sie Jobportale für Gehaltsvergleiche

Das Internet bietet eine Fülle an Informationen, die Sie dabei unterstützen, eine Vorstellung von Ihrem zukünftigen Gehalt zu bekommen. Eine Möglichkeit davon sind Jobportale. Auf der Basis von Informationen, die registrierte Nutzer hier hinterlassen, berechnen Algorithmen Durchschnittswerte zu Gehältern. Diese sind zwar unabhängig von Ihrem persönlichen Profil und Lebenslauf, geben Ihnen aber bereits eine Ahnung davon, mit welchem Durchschnittsgehalt Sie je nach Beruf, Branche und Region rechnen können. Die aktuelle Gehaltsstudie des Karrierenetzwerkes XING, für die 12.000 Mitglieder in Deutschland befragt wurden, können Sie hier herunterladen.

Hilfreiche Daten der Bundesagentur für Arbeit…

Auch die Bundesagentur für Arbeit hat mit ihrem Entgeldatlas eine Gehaltsdatenbank online gestellt. Abhängig von Bundesland, Altersgruppe und Geschlecht finden Sie hier vor allem die Einkommensdaten der klassischen Berufe.

… und von Verbänden

Verbände führen regelmäßig Befragungen sowohl unter ihren Mitgliedern als auch unter ihren Mitgliedsunternehmen zum Thema Gehalt durch. Damit sind sie ein willkommener Ansprechpartner, wenn Sie auf der Suche nach Durchschnittsgehältern eines bestimmten Berufszweiges sind.

Kollegen und Freunde fragen

Über Geld spricht man nicht? Von wegen! Unterhalten Sie sich mit Freunden und Bekannten und fragen Sie ganz direkt nach, welchen Verdienst diese veranschlagen würden. So erfahren Sie auch, was in bestimmten Branchen und Positionen üblich ist.

Und welches Gehalt halten Sie für angemessen?

Ein Gehalt bedeutet weit mehr als das Geld auf dem Konto – es steht auch für Gerechtigkeit und Anerkennung. Wie hoch fällt Ihrer Meinung nach eine gerechte Vergütung für die Position aus? Welches Gehalt wird Ihrem Fachwissen gerecht?

Je nachdem, wie gefragt Ihr Studienabschluss ist, können Sie natürlich auch mehr Geld fordern. Besonders Absolventen von MINT-Studiengängen sind momentan sehr begehrt, während Geistes- und Wirtschaftswissenschaftler vor allem mit Erfahrungen aus Nebenjobs punkten können.

Achtung: Gehalt ist nicht gleich Gehalt

Wenn Sie in Ihrer Bewerbung schließlich eine Summe angeben, dann bedenken Sie, dass es sich dabei um die Jahres-Brutto-Summe handelt. Und hinter dieser können sich auch weitere Posten verbergen, wie beispielsweise Weihnachts- und Urlaubsgeld, Prämien und vermögenswirksame Leistungen. Diese nennen Sie zwar nicht explizit, beziehen sie aber in Ihre Überlegungen mit ein.

Wo ist der richtige Platz für den Gehaltswunsch?

Das Wichtigste kommt zuerst. Und das ist in Ihrer Bewerbung auf gar keinen Fall das Gehalt, sondern Ihre Motivation und Ihre Qualifikationen. Erst im vorletzten Satz, also direkt vor dem Schlusssatz, sollten Sie Ihr Wunschgehalt nennen.

Kurz und knapp halten

Große Worte sind beim Thema Geld unangebracht, daher fassen Sie sich besser kurz. Lediglich, wenn Sie ganz besonderes Spezialwissen mitbringen, sollten Sie Ihren Wunsch nach einem überdurchschnittlich hohen Gehalt kurz begründen. Und auch Teilzeitkräfte dürfen eine kleine Ergänzung einfügen, in der Sie Ihren Gehaltswunsch an die Wochenarbeitszeit knüpfen.

Die Gehaltsverhandlung findet erst im Vorstellungsgespräch statt

Auch wenn Ihre Gehaltsvorstellung natürlich realistisch sein sollte: Machen Sie sich auch bewusst, dass erst im Vorstellungsgespräch endgültig verhandelt wird. Hier ist dann noch genügend Spielraum, um beispielsweise über einen Firmenwagen oder flexiblere Arbeitszeiten zu sprechen. Kleiner Tipp: Überlegen Sie sich bereits im Vorhinein, welche Zusatzleistungen für Sie interessant sind! Dann können Sie schlagfertig reagieren, wenn Ihr zukünftiger Chef Sie im Gehalt drücken möchte. Berufseinsteiger können sich an diesen Tipps orientieren, um Extrawünsche durchzusetzen.


Service-Info: Mehr Informationen und wichtige Tipps zur Gehaltsverhandlung finden Sie in unserer umfangreichen Artikelsammlung zu diesem Thema.


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