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Bewerbungstipps für Berufseinsteiger (8): Die Dritte Seite ist Ihre Chance

Die dritte Seite einer Bewerbung ist gerade bei Berufseinsteigern wichtig

© Westend61 / Getty Images

Die Dritte Seite in Bewerbungen ist ungewöhnlich. Sie erregt Aufmerksamkeit und bietet Bewerbern die Möglichkeit, dem Personaler ihre persönliche Motivation zu vermitteln. Gerade Berufseinsteiger mit wenig Erfahrung können davon profitieren.

In der klassischen Tageszeitung gehört die „Seite 3“ seit Jahrzehnten zum Standard. Auf ihr werden wichtige Themen aufgegriffen und mit viel Platz auf einer einzelnen Seite gewürdigt – häufig in einem kreativen Schreibstil und Layout. Nach diesem Vorbild entstand Anfang der 90er-Jahre die Dritte Seite in Bewerbungen – ein Zusatzblatt, mit dem Bewerber ihrem Schreiben eine persönliche Note verleihen können.

Für wen ist die Dritte Seite sinnvoll?

  • Auszubildende: Sie können die Dritte Seite als Motivationsseite überschreiben und darauf begründen, warum gerade dieser Ausbildungsberuf für Sie der Richtige ist. Dabei darf es gerne persönlich werden: Berichten Sie von Erfahrungen, die Sie gemacht haben, von Gesprächen mit anderen Menschen oder auch Praktika.
  • Hochschulabsolventen: Sofern Ihr Lebenslauf noch kurz ist, können Sie auf dieser Seite beweisen, dass Sie mehr als „nur“ universitäre Erfahrungen mitbringen. Beschreiben Sie hier Studienprojekte oder Praktika-Erfahrungen, die in einem besonderen Zusammenhang mit der anvisierten Stelle stehen. Dabei können Sie in einem Qualifikationsprofil auch gerne Gemeinsamkeiten zum Beispiel zu Ihren studentischen Nebenjobs herausarbeiten, die allein im Lebenslauf nicht auf den ersten Blick erkennbar sind. Wer zum Beispiel im Call-Center oder in der Gastronomie gejobbt hat, kann hier seine Kompetenz im Umgang mit Menschen herausstellen.
  • Studienabbrecher: Erläutern Sie, welche Qualifikationen, für die Sie keinen Schein und kein Abschlusszeugnis bekommen haben, Sie in der Zeit an der Hochschule erlangt haben. Auch besondere Hobbys oder ein längerfristiger Auslandsaufenthalt können – richtig verkauft – Ihr Engagement unterstreichen.
  • Berufsanfänger mit ungeraden Lebensläufen: Sie haben ein Politik-Studium begonnen, dann eine Ausbildung als Kfz-Mechaniker eingeschoben und schließlich Ihren Master-Abschluss in Neurolinguistik gemacht? Dann ist hier der Platz, um zu erläutern, warum Sie sich genau so und nicht anders entschieden haben und welche besonderen Qualifikationen Sie dadurch erlangt haben, die Sie von anderen Bewerbern unterscheidet.
  • Berufseinsteiger mit einer außergewöhnlichen Motivation: Machen Sie mit dem Job Ihr Hobby zum Beruf? Oder qualifiziert Ihr familiärer Hintergrund Sie in besonderer Weise für eine Ausbildung, zum Beispiel im sozialen Bereich? Erzählen Sie es auf der Dritten Seite und stechen Sie positiv heraus!

Der Bewerbung eine persönliche Note geben

Wie auf der Dritten Seite in der Zeitung ist an dieser Stelle auch in der Bewerbung der Platz, um das Augenmerk des Lesers auf einen besonders wichtigen Inhalt zu lenken, der andernfalls in der Menge der Informationen untergehen würde. Zwar ist sie weit weniger formal als das Anschreiben oder der Lebenslauf aufgebaut, jedoch sollte sie Personalern mit wenig Zeit die Möglichkeit bieten, die Aussage der Seite schnell zu erfassen.

Daher gilt es, einige wichtige Regeln zu beachten:

  • Wie auf den übrigen Seiten gibt es auch hier einen Briefkopf mit Absender, Adresse, Telefonnummer und E-Mail
  • Die Hauptüberschrift bringt auf den Punkt, was den Leser erwartet, zum Beispiel: „Meine Hauptmotivation für die Stelle“, „Besondere Erfahrungen und Qualifikationen“ oder „Über Mich“
  • Danach folgen etwa 10 – 15 Zeilen als Fließtext oder zur besseren Übersichtlichkeit als Stichpunkte – schließlich soll der Fokus ja auf das Wichtigste gelenkt werden
  • Abschließend finden sich auch hier Ort, Datum und eine handschriftliche Unterschrift

Die absoluten No-Gos

Wichtig ist, dass die Dritte Seite nicht die Aussagen aus dem Anschreiben oder aus dem Lebenslauf wiederholt, sondern diese unterstreicht. Schreiben Sie Ihre Informationen nicht bloß ziellos dahin, sondern folgen Sie dem roten Faden, der sich durch Ihre ganze Bewerbung ziehen sollte. Und: Widerstehen Sie dabei unbedingt der Verlockung, auf dieser Seite Managerzitate oder Sinnsprüche einzubauen – das ist wirklich 90er!

Wer allerdings nicht mehr zu sagen hat, als auf den übrigen Seiten ohnehin schon steht, sollte im Zweifelsfall lieber auf das Zusatzblatt verzichten – auch wenn er dadurch die Chance vergibt, sich von den Mitbewerbern abzugrenzen und in besonderer Weise auf sich aufmerksam zu machen.

Text: Birte Schmidt


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