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Neuer Trend: Bewerbercheck per Computer-Sprachanalyse

Computer-Sprachanalyse wird immer häufiger im Auswahlverfahren eingesetzt

©Horex Laboratories

Erste Firmen setzen Software ein, die Jobkandidaten anhand der Stimme beurteilt. Wie können sich Bewerber auf diese Computer-Sprachanalyse vorbereiten?

„Erzählen Sie doch ein bisschen von sich – unser Computer sagt uns dann schon, wie motiviert oder belastbar Sie sind.“ Was ein bisschen nach Zukunftsszenario à la „Brave New World“ klingt, ist in einigen Unternehmen schon heute Realität: Bevor Bewerber zu einem herkömmlichen Vorstellungsgespräch ins Unternehmen eingeladen werden, siebt eine Computer-Sprachanalyse bereits aus, ob die Firma sie kennenlernen sollte oder ob sich das gar nicht lohnt.

Telefonat mit dem Computer

Bewerber, die erstmals mit der Computer-Sprachanalyse im Bewerbungsverfahren konfrontiert werden, sind verständlicherweise zunächst häufig irritiert. Das Prinzip ist dabei jedoch leicht zu erklären: Anstelle eines Vorstellungsgespräches, bei dem Sie als Jobinteressent ganz klassisch mit Ihrem potenziellen neuen Vorgesetzten von Angesicht zu Angesicht reden, steht für Sie zunächst ein Telefongespräch mit dem Computer an.

Unternehmen, die diese Technik nutzen, arbeiten dabei mit einer Software, mit welcher der Computer vorgegebene Fragen stellt. Die Antworten des Bewerbers werden dann analysiert. Dabei spielen ganz unterschiedliche Charakteristika eine Rolle:

• Wie ist Ihre Wortwahl? Benutzen Sie viele Verben oder Adjektive?
• Wie ist Ihre Stimmlage? Haben Sie eine hohe oder eine dunkle Stimme?
• Bauen Sie Sätze eher einfach auf oder verwenden Sie kompliziertere Schachtelsätze?
• Sprechen Sie sehr leise oder reden Sie laut und deutlich?
• Reden Sie selbstsicher oder sind Sie vorsichtig, wenn Sie Fragen beantworten?
Verhaspeln Sie sich schon einmal beim Sprechen oder stocken Sie hin und wieder?

Um herauszufinden, ob Sie motiviert sind und ob Sie auch in stressigen Situationen einen kühlen Kopf bewahren, analysiert der Computer die unterschiedlichen Punkte mithilfe festgelegter Algorithmen und zieht daraus Schlüsse zum Beispiel hinsichtlich Ihrer Belastbarkeit, Selbstsicherheit, Motivation, Neugier oder Risikofreude.
Erstellt wird ein sprachbasiertes Persönlichkeitsprofil. Wenn das passt, sind Sie im Bewerbungsverfahren eine Runde weiter. Auf die Inhalte, also das, was Sie sagen, kommt es dabei übrigens nicht an. Vielmehr auf das Wie.

Wie genau ist die Computer-Sprachanalyse?

Eines ist sicher: Wissenschaftler sind sich uneins darüber, ob sich mithilfe dieser Methode tatsächlich die richtigen Kandidaten für eine Stelle finden lassen und ob es wirklich Sinn macht, aufgrund einer Sprachanalyse eine Vorauswahl zu treffen.

Aber wie verhalten Sie sich, wenn Ihnen im Bewerbungsverfahren eine solche Sprachprobe abverlangt wird? Klar werden müssen Sie sich zunächst darüber, ob Sie sich vorstellen können, für Unternehmen tätig zu sein, die mit Methoden wie diesen arbeiten. Denn trotz aller Innovation kratzen entsprechende Firmen im Bewerbungsverfahren zunächst nur an der Oberfläche. Das bedeutet: Auch gute Kandidaten, die für einen Posten eigentlich sehr geeignet wären, bekommen möglicherweise aufgrund einer schlecht ausgefallenen Sprachanalyse gar nicht die Chance, sich im Bewerbungsgespräch zu behaupten.
Aber es gibt auch einige deutliche Vorteile:

Zeitersparnis: Bewerber müssen für ein erstes Kennenlernen nicht ins Unternehmen kommen. Die Vorauswahl erfolgt telefonisch von jedem beliebigen Ort aus.
Kostenersparnis: Bewerber müssen keine langen und vielleicht teuren Anfahrten in Kauf nehmen.
Geringerer personeller Aufwand: Für die erste Vorauswahl müssen im Unternehmen keine Kapazitäten geschaffen werden, um Gespräche durchzuführen.

Gut überlegen, Unklarheiten ansprechen

Ganz wichtig: Wenn Sie sich auf eine Stelle beworben haben und die Einladung zur Computer-Sprachanalyse erfolgt, machen Sie sich die möglichen Konsequenzen zunächst bewusst, ehe Sie zusagen, und bestehen Sie darauf, dass man Sie genau über das Verfahren aufklärt. Darüber hinaus gilt: Erfragen Sie, was analysiert wird und stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten nicht ohne Weiteres zu.

Text: Daniela Lukaßen


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