Wenn Selbstüberschätzung den Traumjob platzen lässt

Selbstüberschätzung kann bei Bewerbungen schnell das Aus bedeuten

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Menschen, die ihr eigenes Licht permanent unter den Scheffel stellen, haben es im Beruf schwer. Doch auch Bewerber, die zur Selbstüberschätzung neigen, stehen ihrer Karriere im Weg. Umso wichtiger ist es, die eigenen Kompetenzen richtig einschätzen zu können.

Ein selbstbewusstes Auftreten, Sicherheit und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten: Bewerber, die über genau diese Eigenschaften verfügen, fahren meist besser als jene, die sich schnell verunsichern lassen und sich nur wenig zutrauen. Wer sich allerdings maßlos überschätzt, wird ebenfalls an seine Grenzen stoßen und aufgrund dieser Eigenschaft anecken. Insbesondere dann, wenn Bewerber eine Fähigkeit angeben, über die sie eigentlich gar nicht verfügen oder die längst nicht so gut ausgeprägt ist wie behauptet, wird die Selbstüberschätzung häufig zu einem Karrierekiller. Denn es fällt schnell auf, wenn ein Jobinteressent nicht das kann, was er zuvor versprochen hat. Eine realistische Einschätzung der eigenen Kompetenzen ist daher vonnöten.

Die richtige Balance finden

Wenn Sie in einem Vorstellungsgespräch sitzen, sollten Sie besonders eines beachten: Sie müssen die richtige Balance zwischen einem selbstbewussten Auftreten und einem guten Eigenmarketing finden, ohne dabei arrogant und überheblich zu wirken. Und das fällt vielen Bewerbern nicht leicht. Am besten gelingt Ihnen das, wenn Sie Ihre Kompetenzen und Fähigkeiten zwar kennen und wissen, was Arbeitgeber an Ihnen haben, aber gleichzeitig wertschätzend, freundlich und höflich bleiben. Denn auch im Vorstellungsgespräch gilt: Der Ton macht die Musik.

Gute Freunde helfen gegen Selbstüberschätzung

Um sich realistisch einzuschätzen und in einem Vorstellungsgespräch entsprechend aufzutreten, ist es bedeutsam, dass Sie Ihre Fähigkeiten wirklich kennen:
  • Hinterfragen Sie sich stets selbstkritisch: Finden Sie heraus, was Sie wirklich gut können und gestehen Sie sich Schwächen ein. Denn auch diese sind ganz natürlich und gehören bei jedem Menschen dazu.
  • Lernen Sie aus Erfahrungen: Was ist Ihnen in der Vergangenheit im Job besonders gut gelungen? In welchen Situationen hatten Sie hingegen Probleme? Erfahrungen helfen Ihnen dabei, Ihre Kompetenzen richtig einzuordnen und diese realistisch zu sehen.
  • Meinungen Dritter einbeziehen: Wenn wir uns selbst einschätzen sollen, entwickeln wir häufig eine Art Betriebsblindheit. Die Meinungen von Freunden und Familienmitgliedern sind oft objektiver. Sie helfen uns dabei, einen sachlichen Blick auf uns selbst zu werfen und Selbstüberschätzung zu vermeiden.
Ein Tipp: Erstellen Sie doch einmal eine Liste, in der Sie alle Fähigkeiten, die Sie besitzen, schriftlich festhalten. Bewerten Sie sie anschließend nach dem Schulnotensystem. Eins gleich „sehr gut“, sechs gleich „ungenügend“. Auf diese Weise werden Ihre Einschätzungen einmal verbildlicht. Nehmen Sie die verschiedenen Punkte nun noch einmal kritisch unter die Lupe. Warum glauben Sie, dass Ihre Fähigkeiten im Bereich Fremdsprachen sehr gut sind? Woran machen Sie dies fest? Auf diese Weise wird Ihnen schnell klar, in welchen Bereichen Sie möglicherweise zu hoch oder aber zu tief stapeln.

Ehrlich währt am längsten

Eines sollten Sie nie vergessen: Wenn Sie in einem Bewerbungsgespräch falsche oder völlig überzogene Angaben machen, können Sie tief fallen. Bleiben Sie hinsichtlich dieser Informationen daher immer bei der Wahrheit. Zwar wirkt es auf den ersten Blick positiv, die eigenen Englischkenntnisse als „sehr gut“ einzuschätzen. Verstehen Sie aber im Vorstellungsgespräch kein Wort, wenn ihr Gegenüber in diese Sprache wechselt, um Ihre Fähigkeiten zu überprüfen, macht das keinen guten Eindruck - und man wird sich wahrscheinlich gegen Sie entscheiden.

Realistische Ansprüche formulieren

Sie sind gut gebildet und können einen überdurchschnittlichen Hochschulabschluss vorweisen? In einem Bewerbungsverfahren punkten Sie damit sicherlich. Dennoch ist es wichtig, dass Sie realistische Ansprüche formulieren, die zu Ihnen, dem Unternehmen und Ihrer bisherigen Berufserfahrung passen. Selbstverständlich profitieren Arbeitgeber davon, wenn Sie über einen sehr guten Masterabschluss verfügen. Dennoch sind ein Dienstwagen und ein horrendes Gehalt überzogen, wenn Sie bisher keinerlei Berufserfahrung mitbringen. Formulieren Sie daher realistische Ansprüche. Erkundigen Sie sich, was ein Arbeitnehmer in der von Ihnen angestrebten Position und mit einem vergleichbaren Werdegang verlangen kann, ehe Sie womöglich über das Ziel hinausschießen. Bei aller Vorsicht die geboten ist, damit Bewerber die eigenen Fähigkeiten nicht überschätzen, machen Sie sich klar: Das komplette Gegenteil ist ebenfalls wenig ratsam. Denn auch eine zu große Bescheidenheit verbaut Ihnen möglicherweise Ihren Karriereweg. Text: Daniela Lukaßen
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13.01.2017