Latino-Frau in Gedanken versunken, nachdenklich und aufblickend, Finger am Kinn © Sergio Mendoza Hochmann / Getty Images

© Sergio Mendoza Hochmann / Getty Images

Wer bin ich und was will ich? 9 Tipps für die berufliche „Selbstfindung“

Welchen Beruf Du erlernst, ist eine der wichtigsten Entscheidungen Deines Lebens. Schließlich wirst Du in diesem Job unzählige Stunden verbringen und er wird über viele Lebensbereiche entscheiden, wie Deinen Arbeitsort, Deine Freizeit oder Deine finanziellen Verhältnisse. Wie also findest du heraus, was Du wirklich willst?


Die Selbstfindung ist stets ein schwieriges Unterfangen – egal, ob es sich um private oder berufliche Fragen handelt. Schließlich entwickelst Du Dich ein Leben lang weiter und Situationen, auf deren Basis eine Entscheidung getroffen wurde, können sich verändern. Zudem hast Du vielleicht viele Interessen und es ist schwierig abzuwägen, welcher Du beruflich nachgehen möchtest. Es ist deshalb wichtig, Dir für diesen Prozess der beruflichen Selbstfindung ausreichend Zeit zu nehmen, um die richtige Entscheidung zu treffen. Hier einige Tipps, wie Du dabei am besten vorgehst:

1. Reflektiere Deine Interessen.

Überlege, welchen Hobbys Du nachgehst oder welche Themen Dich besonders interessieren. Am besten verspürst Du sogar eine tiefe Leidenschaft und könntest jeden Tag mit diesen Interessen verbringen, ohne dass Du Dich gelangweilt fühlst. Diese Bereiche sind also perfekt als Ausgangspunkt geeignet, um nach Deinem Traumjob zu suchen. Denn wie sagt man so schön: Suche Dir einen Job, den Du liebst, und Du musst nie wieder arbeiten! 

2. Identifiziere Deine Stärken und Schwächen.

Leidenschaft alleine reicht noch nicht aus, um in einem Beruf erfolgreich zu sein. Du musst auch die notwendigen Fähigkeiten mitbringen und deshalb lohnt es sich, in diesem Prozess nach Deinen Talenten zu suchen. Frage Dich also, welche Stärken und Schwächen Du hast. Je besser Du Deine Stärken in Deinem zukünftigen Job ausspielen kannst, desto erfolgreicher und vor allem auch glücklicher wirst Du sein, weil Dir die Arbeit leichtfällt.

3. Informiere Dich über Deine beruflichen Möglichkeiten.

Jetzt ist die Recherche ein sinnvoller nächster Schritt. Du weißt nun schließlich, in welchem Bereich Du suchen möchtest und welche Tätigkeiten Dir vielleicht liegen – aber noch nicht, welche Berufe dafür infrage kommen. Informiere Dich also, welche Berufe es gibt, wie darin der Alltag aussieht, welche Hard sowie Soft Skills Du mitbringen solltest und so weiter…dann kannst Du darauf basierend eine Liste mit jenen Jobs anlegen, die für Dich auf den ersten Blick interessant klingen.

4. Frage Familie und Freunde um Rat.

Von außen lässt es sich manchmal besser oder einfach anders bewerten, wo Deine Talente liegen. Frage daher Familienmitglieder und Freunde, die Dich wirklich gut kennen, nach ihrer Einschätzung, welcher Beruf zu Dir passen könnte. Vielleicht kommst Du dadurch auf ganz neue Ideen oder Du verwirfst anschließend einige Optionen von Deiner soeben angelegten Liste und grenzt somit die Auswahl ein.

Ein Jobsuchender erhält Hilfe eines Headhunters © Oliver Rossi / Getty Images
Es gibt verschiedene Wege zum Traumjob. Einer davon ist die Kontaktaufnahme zu einem Headhunter. Wann lohnt sich diese für Jobsuchende und wie gelingt sie? 

5. Lass Dich professionell beraten – wenn gewünscht.

Auch eine professionelle Beratung kann sinnvoll sein, um passgenauere Optionen für Deine berufliche Zukunft zu finden. Die Berater arbeiten dabei oft mit bewährten Tools wie Fragebögen und sie wissen, welche Jobs es in der jeweiligen Branche gibt und wie dort die Arbeitsbedingungen sowie Zukunftsperspektiven aussehen. Auch solche Kriterien sind für Deine Entscheidung schließlich wichtig.

6. Entwirf realistische Vorstellungen.

Nun hast Du einige Optionen, jedoch fehlt es Dir wahrscheinlich noch an einer realistischen Vorstellung, wie der Arbeitsalltag in dem Beruf tatsächlich aussieht. Wie soeben erwähnt, sind schließlich auch Faktoren wie Deine Aufstiegschancen oder potenziellen Arbeitsorte wichtig. Informiere Dich also, wo und wie Du in dem Job arbeiten könntest, welche Vor- und Nachteile er hätte, wie sicher und zukunftsfähig der Beruf ist – und damit ist die Liste noch lange nicht zu Ende. Je mehr Informationen Du sammelst und je realistischer diese sind, desto besser. Daraufhin kannst Du die Optionen mittels Pro- und Contra-Liste vergleichen. 

Hübsche hispanische Frau, die einen Laptop hält und in die Kamera schaut © Egoitz Bengoetxea Iguaran / Getty Images
Du spielst mit dem Gedanken, ein Praktikum zu absolvieren? Entdecke die glänzenden Vorteile und die versteckten Fallstricke, die auf dich warten könnten. 

7. Suche nach Möglichkeiten zum „Schnuppern“.

Mit jenen Optionen, die nun noch übrig sind, solltest Du einen Realitätsabgleich machen. Am besten gelingt das vor Ort, beispielsweise bei einem Praktikum oder an einem Probearbeitstag. Manchmal kannst Du auch als Nebenjob in dem potenziellen Beruf beginnen, beispielsweise während des Studiums, um zu prüfen, ob Du diesen anschließend in Vollzeit machen möchtest. Sei also kreativ und suche nach Möglichkeiten zum „Schnuppern“, sozusagen als Realitätsabgleich, dann wirst Du diese gewiss finden und Dir dadurch Deine Entscheidung erleichtern.

8. Höre auf Dein Bauchgefühl.

So langsam näherst Du Dich dem Punkt, an dem Du eine Entscheidung fällen musst. Je nach Lebenssituation, kannst Du Dir dafür mehr oder weniger Zeit lassen. Restzweifel bleiben aber in den allermeisten Fällen, was vollkommen normal ist. Lass Dich dadurch nicht verunsichern, sondern höre auf Dein Bauchgefühl. Nach all Deinen Recherchen sowie frisch gesammelten Erfahrungen wird es Dir mit großer Wahrscheinlichkeit eine Richtung weisen. Ansonsten gilt es, mit dem Kopf zu entscheiden, beispielsweise mit Hilfe der klassischen, vorab erwähnten Pro-Contra-Liste.

9. Erwirb die notwendigen Fähigkeiten, Abschlüsse & Co.

Der letzte Schritt besteht darin, Dich zu fragen, ob Du in Deinem Traumjob direkt durchstarten kannst oder Dir dafür noch Qualifikationen fehlen. In letzterem Fall solltest Du überlegen, wie Du diese schnellstmöglich erwerben kannst, beispielsweise durch eine Weiterbildung, ein Studium oder sogar einen nachgeholten Schulabschluss. Wo ein Wille ist, ist bekanntlich auch ein Weg.

Fazit 

Eine Entscheidung mit einer solch großen Tragweite zu treffen, wie die Berufswahl, ist niemals einfach. Übereile sie daher nicht und nutze die genannten Tipps, um das Risiko einer Fehlentscheidung zu minimieren. Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Heutzutage ist es nicht unüblich, mehrmals den Job oder sogar in einen ganz anderen Beruf zu wechseln. Deine Entscheidung ist also nicht in Stein gemeißelt und auch eine Fehlentscheidung lässt sich im Nachhinein noch ausbessern. Gehe daher angstfrei und positiv an den Entscheidungsprozess heran, dann wird er Dich früher oder später auf den richtigen Karriereweg führen.

Veröffentlicht
07.11.2023