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"Den perfekten Kandidaten gibt es zum Glück gar nicht." - Bewerben bei der BAUR-Gruppe

Benjamin Bressem BAUR-Gruppe
1925 gründete Friedrich Baur den ersten Schuhversandhandel Deutschlands. Heute ist BAUR ein moderner Online-Händler und in zahlreichen Geschäftsfeldern aktiv. Benjamin Bressem arbeitet in der Personalabteilung des renommierten Versandhandels. Er weiß ganz genau, worauf es dem Unternehmen bei neuen Mitarbeitern und potenziellen Bewerbern ankommt. Und wie Bewerber in Erinnerung bleiben.

Herr Bressem, wie begeistern Sie Bewerber von der Arbeit bei der BAUR-Gruppe?

Typisch für die BAUR-Gruppe ist die permanente Veränderungsbereitschaft. Wir haben die sich wandelnden Rahmenbedingungen unserer Branche und neue Technologien nie als Bedrohung, sondern immer auch als Chancen gesehen und oft genutzt. Das wirkt sich auch positiv auf unsere Unternehmenskultur aus.

Wir wollen Themen und auch Probleme nicht nur „schön reden“, sondern sie anpacken und „schön machen“

Benjamin Bressem, Referent Hochschulmarketing für die BAUR-Gruppe

Was macht Ihre Unternehmenskultur denn aus?

Wir bauen in hohem Tempo überflüssige Bürokratien ab. Viele Teams arbeiten bereits agil nach Scrum und oft interdisziplinär. Unser Slogan: „We-Commerce. Seit 1925.“ Bedeutet übersetzt so viel wie: „Tradition trifft Start-Up“. Mich persönlich begeistern unsere flexiblen Arbeitszeiten, die mir als jungen Vater die Möglichkeit geben, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Und wenn mal alle Stricke reißen, gibt es bei uns auch ein „Eltern-Kind-Zimmer“, das ich als Büro mit meiner Tochter beziehen kann. Durch unsere neue „Anywhere-Office“-Regelung darf ich meinen Arbeitsplatz frei wählen und kann problemlos von zu Hause oder unterwegs arbeiten.

Das klingt modern und sehr dynamisch. In welchen Bereichen ist BAUR auf dem Markt tätig?

Inzwischen sind wir mehr als der Online-Händler baur.de und bieten rund um den Online-Handel auch diverse B2B-Dienstleistungen an. Unsere Tochter BFS Baur Fulfillment Solutions übernimmt für mehrere große Unternehmen und Marken, wie beispielsweise s.Oliver, die Logistik-Abwicklung, den Customer Service und das Zahlungsmanagement. Bei unserer Tochter empiriecom programmieren und optimieren über 100 Kolleginnen und Kollegen inzwischen über 20 namhafte Online-Shops.

Welche Profile werden bei Ihnen gesucht?

Arbeiten beim BAUR Versand - Azubis
© BAUR-Gruppe

Generell suchen wir quasi immer nach guten Entwicklern bzw. Bewerbern mit einem IT-Background, z.B. auch Wirtschaftsinformatiker. In den nächsten Jahren bauen wir vermehrt Stellen in der Frontend-Entwicklung auf.  Außerdem suchen wir ganz regelmäßig nach Mitarbeitern für unsere Arbeitswelt „E-Commerce & Online-Marketing“. In der Arbeitswelt „Logistik“ bieten wir häufig Einstiegspositionen für Akademiker, aber wir suchen auch durchgehend nach Mitarbeitern, die unsere Ware einlagern, die Pakete packen und letztendlich verschicken. Ebenso suchen wir in der Arbeitswelt „Customer Service“ sowohl Spezialisten, die uns beispielsweise bei der Digitalisierung unterstützen, aber auch Mitarbeiter, die ganz klassisch telefonieren oder Kundenanfragen per Chat oder E-Mail beantworten.

Die Arbeitsplätze in der BAUR-Gruppe sind in den letzten Jahren sehr vielfältig geworden. Das ist immer spannend, wenn mal alle zusammenkommen, wie zum jährlichen Weihnachtsmarkt oder zum regelmäßigen Sommerfest. Wir bilden auch unseren eigenen Nachwuchs aus. Wir waren einer der Hauptinitiatoren bei der Entwicklung des neuen Ausbildungsberufs „Kaufmann/frau im E-Commerce“. Aktuell haben wir ca. 100 Auszubildende und Duale Studenten in 18 Ausbildungsberufen und Studiengängen. Hinzu kommen ca. 25 Studenten pro Semester, die neben ihrem Studium ein Praktikum bei uns absolvieren oder ihre Abschlussarbeit bei uns schreiben.

Wie finden Sie neue Mitarbeiter – welche Plattformen und Kanäle nutzen Sie zum Rekrutieren?

Zentrale Anlaufstelle ist natürlich unsere eigene Karriere-Website, auf der wir ausführliche Informationen über unsere Job-Profile bereitstellen. Wir arbeiten insbesondere auch mit „People Stories“, um Außenstehenden einen authentischen Eindruck von unseren Teams und auch der Aufgaben zu vermitteln. Die Stories sind meistens auf unserem JobsBlog veröffentlicht und werden sinnvoll in die einzelnen Stellenanzeigen verlinkt. Zu jeder Stellenanzeige finden sich auch die Kontaktdaten des Recruiters (Telefon, E-Mail und z. T. WhatsApp).
Darüber hinaus posten wir unsere Stellenanzeigen natürlich auf verschiedene Plattformen, sind auf Job-Messen aktiv und bieten diverse Events bei uns vor Ort an.

Worauf müssen Bewerber während des Bewerbungsprozesses gefasst sein?

Den einen und immer gültigen Recruitingprozess kann es bei solch unterschiedlichen Arbeitswelten gar nicht geben.

Arbeiten beim BAUR Versand
© BAUR-Gruppe

Aber zwei Dinge sind uns sehr wichtig:

  • Personalauswahl ist nicht nur Sache des Personalbereichs oder der Führungskraft, sondern ein gemeinsames Anliegen des Teams. In der Regel lernt man daher im Recruitingprozess nicht bloß die Führungskraft kennen, sondern in irgendeiner Form auch viele potentielle Team-Mitglieder – bei einem kurzen Rundgang durch die Abteilung, bei einem gemeinsamen Mittagessen oder ähnlichem.
  • Nicht nur wir müssen am Ende der Gespräche eine Entscheidung treffen, sondern auch der potentielle neue Mitarbeiter wird sich für oder gegen unser Angebot entscheiden. Wir möchten den Bewerbungsprozess daher so authentisch wie möglich gestalten und auf Augenhöhe miteinander umgehen. Allen Bewerbern bieten wir daher auch das „Du“ an, da dies bei uns zur Unternehmenskultur dazu gehört.

Meistens gibt es zwei Gespräche bei uns vor Ort. Zum Teil vorab ein Telefon- oder Skype-Interview, um die groben Rahmenbedingungen zu klären. Dies ist allerdings abhängig von der Position. Bei Praktikanten reicht uns meist auch ein Gespräch vor Ort oder bei längerer Anreise ein Skype-Gespräch.

Was muss der perfekte Kandidat mitbringen?

Den perfekten Kandidaten gibt es zum Glück gar nicht. Jeder hat seine Ecken und Kanten und auch wir als Unternehmen sind mit Sicherheit nicht perfekt. Wichtig ist uns, dass die Kandidaten zu uns passen. Die Teams sind stark in den Bewerbungsprozess eingebunden. Es gibt also nicht bloß die Führungskraft, sondern wir sprechen von „Team-Recruiting“. Damit haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht und auch für die Kandidaten ist es in der Regel eine spannende Angelegenheit ihre zukünftigen Kollegen kennenzulernen.

Fachliche Anforderungen variieren natürlich von Abteilung zu Abteilung. Von der Persönlichkeit legen wir aber Wert darauf, dass die Kandidaten Leidenschaft für ihre Arbeit mitbringen und Spaß daran haben unser Geschäftsmodell nach vorne zu bringen. Auf der Stelle treten können wir uns nicht leisten.

Hand aufs Herz – worauf kommt es für Sie bei einer Bewerbung wirklich an?

Arbeiten beim BAUR Versand - Mitarbeiter am Kicker
© BAUR-Gruppe

Ein simpler Trick ist beispielsweise die Buzzwords des Unternehmens aus den Aufgaben bzw. gesuchten Qualifikationen aufzugreifen und in der Bewerbung zu verwenden. Worauf es uns wirklich ankommt, ist sehr schwer in einer schriftlichen Unterlage erkennbar. Wir suchen Kandidaten, die den richtigen „Spirit“ haben und zu uns passen. Gar nicht mal unbedingt zu der BAUR-Gruppe von gestern oder heute, sondern zu der BAUR-Gruppe, die wir in 2 bis 4 Jahren sein wollen. Bei uns ist so viel in Bewegung, deshalb suchen wir nach neuen Mitarbeitern, die den Weg mit uns gehen wollen und die sich auch trauen mal voranzugehen und uns den Weg zu zeigen. Und wenn jemand das in seiner Unterlagen oder im Gespräch rüberbringen kann, dann braucht es auch keine Tricks.

Je mehr ich mein Profil auf die Stellenbeschreibung des Unternehmens zuschreiben kann, desto einfacher erkennt der Leser meiner Bewerbung, dass ich der richtige Kandidat bin

Benjamin Bressem, Referent Hochschulmarketing für die BAUR-Gruppe

Womit kann ein Bewerber  Sie überraschen?

Mit Eigeninitiative und Mut – Das fängt bei der Erstellung der Bewerbungsunterlagen an und spiegelt sich auch bei der Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch wieder. Hier darf bewusst mal etwas ausprobiert werden und wir haben auch keine Angst vor kritischen Fragen der Bewerber.

Arbeiten beim BAUR Versand - Azubis
© BAUR-Gruppe

Was war die skurrilste Situation, die Sie bei einer Bewerbung erlebt haben?

Mein Kollege hat vor ein paar Monaten eine Bewerbung bekommen, in der der Kandidat schrieb, dass ihm die „Qualität des BAUR-Katalogs als Jugendlicher in Fleisch und Blut übergegangen ist“. Er bezog sich darauf, dass sein älterer Bruder ihn immer mit unserem Katalog verprügelt hat. Auf seiner neuen Position wollte er nun unseren Online-Shops vorantreiben, um den Katalog abzuschaffen. Das war definitiv mal eine „etwas andere“ Bewerbung und wir benutzen das Beispiel gerne in Bewerber-Trainings, die wir an Hochschulen durchführen. Es gefällt bestimmt nicht jedem Recruiter und passt auch nicht zur Persönlichkeit von jedem Bewerber, aber so fällt man definitiv auf und bleibt im Gedächtnis. Leider ist es – trotz des lustigen Anschreibens – nicht zu einer Einstellung gekommen.

Was würden Sie einem Bewerber raten, der eine Absage erhalten hat?

Auf keinen Fall darf man eine Absage persönlich nehmen. Manchmal hat man einfach ein schlechtes Timing oder es gibt andere Kandidaten, die noch besser passen. Teilweise kann es an der Gehaltsvorstellung scheitern oder bei Praktikanten am Zeitraum. Aber natürlich fühlt sich eine Absage nicht gut an … Das kenne ich ja von meinen eigenen Bewerbungen.
Man muss einfach weitermachen. Und – falls möglich – aus der Absage lernen. Wenn mich ein Bewerber anruft und kurz nach dem Grund der Absage fragt, dann stehe ich auch Rede und Antwort.

Zur Person: Benjamin Bressem
Seit 2013 begeistert und rekrutiert Benjamin Bressem die richtigen Talente für die BAUR-Gruppe. Er kümmert sich um das Recruiting und die Betreuung von studentischen Praktika, Werkstudenten und Abschlussarbeiten. Seine Leidenschaft für die Themen Personalmarketing und Recruiting hat er während seines Studiums der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Bielefeld entdeckt und durch verschiedene Praktika vertieft.


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