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Durch Zeitmanagement zu Höchstleistungen: Arbeiten nach der inneren Uhr

Gegen die natürliche, innere Uhr kann man sich nicht wehren.

© Ivan-balvan / Getty Images

Die einen sind um 10 Uhr in der Kaffeeküche noch müde, während die anderen um diese Zeit schon ihr halbes Tagespensum geschafft hat. Der Grund dafür ist ein biologischer Rhythmus, der uns im Takt hält. Man kann nicht dagegen ankämpfen, man muss sich der Natur ergeben.

Es nützt ja nichts, sich gegen Prozesse zu stemmen, die unabwendbar sind. Wenn die „Natur ruft“, wie es so schön heißt, muss man eben mal im Bad verschwinden. Niemand wird dafür im Büro schief angesehen. Doch wenn einen plötzlich gegen Mittag die Müdigkeit übermannt, gilt man in vielen Augen noch immer als Weichei oder Faulenzer.

Wechsel von Konzentration und Ruhebedürfnis

Dabei sind es feststehende Prozesse, die uns da unsichtbar leiten. Nicht nur monatliche Zyklen durchlebt der Körper oder die täglichen 24-Stunden-Perioden von Tag und Nacht. Es gibt auch Körperrhythmen, die schwellen über den Tag verteilt an und ab, und zwar im Schnitt alle 90-120 Minuten. Weil ihre Frequenzen in Abständen von weniger als 24 Stunden auftreten, werden sie ultradiane Rhythmen (lat. ultra = über, dies = Tag) genannt. Dabei wechseln sich Phasen der Produktivität mit jenen eines mehr oder weniger starken Ruhebedürfnisses ab.

Der Organismus lässt sich nicht überlisten

Dieser ultradianische Rhythmus nimmt bei jedem Menschen einen anderen Verlauf. Die Reaktionen darauf sind äußerst unterschiedlich. Viele stemmen sich dagegen, wenn sie merken, dass ihre Konzentration nachlässt. Mit starkem Willen und Entschlossenheit machen sie sich daran, sich selbst zu überlisten. Ein starker Espresso, frisches Obst, einmal am offenen Fenster tief einatmen – jeder hat da so seine eigenen Hausmittel, um wieder in die Spur zu kommen. Nur leider lässt sich der Organismus darauf nicht ein. Wenn er lediglich im zweiten Gang fährt, dann bleibt die Effizienz eben auch auf niedrigem Niveau. Wer sich dagegen eine halbe Stunde Ruhe gönnt und anschließend mit frischer Kraft weiterarbeitet, braucht nachweislich weniger Zeit für eine Aufgabe, als wenn er sich energielos und unaufmerksam zur Pflichterfüllung zwingt.

Optimales Zeitmanagement ist ganz individuell

Nur wer seine Hochphasen und Tiefpunkte kennt, kann optimal dagegen steuern. Da in deutschen Büros eine Siesta noch immer verpönt ist, bleibt nichts weiter übrig, als mit flexiblen Arbeitszeiten oder einer klugen Einteilung der Tagesaufgaben die eigenen Produktivitätsphasen effektiv zu nutzen. Komplexe Probleme, kreative Denkprozesse oder öffentliche Auftritte gehören definitiv in die Phasen der höchsten Aufmerksamkeit und dulden weder Ablenkung noch unnötige Unterbrechungen. Vorbereitende Tätigkeiten, technische oder monotone Handgriffe, die nicht viel Energie erfordern, lassen sich in den Phasen dazwischen platzieren.

Mit Selbstbeobachtung zu Höchstleistungen

Wer bisher nur vage vermutete, wann die persönlichen Höhen und Tiefen über den Tag verteilt liegen, sollte sich über eine Woche lang selbst beobachten. Eine Tabelle mit der Einteilung Uhrzeit, Energie, Fokus, Stimmung und deren stündliche Bewertung auf einer Skala von 1-3, hilft dabei, die eigene Verfassung während der Arbeitszeit zu notieren und idealerweise am Ende ein Diagramm daraus zu gestalten. So lassen sich Muster erkennen, wann Ihre Konzentration, Energie und Motivation am höchsten und niedrigsten sind und wie Sie Ihren individuellen ultradianen Zyklus zu Spitzenleistungen nutzen können.

Text: Amelie Breitenhuber, dpa


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