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Der Rat der Weisen: So bewältigen Berufseinsteiger das erste Vorstellungsgespräch

Berufseinsteiger freuen sich über Tipps für die ersten Bewerbungsgespräche

©Getty Images

Ein Vorstellungsgespräch ist für jeden Bewerber aufregend – vor allem natürlich für Berufseinsteiger. Wie sich junge Jobsuchende auf die ungewohnte Situation gut vorbereiten können, weiß unser Weise Claus Peter Müller-Thurau.

„Der Rat der Weisen“ ist eine Gruppe hochkarätiger Personal- und Karriereexperten, die auf Bewerbung.com regelmäßig Themen rund um Bewerbung, Gehalt und Karriere behandeln. Unser Weiser Claus Peter Müller-Thurau* geht sich in dieser Woche folgender Frage nach:

„Herr Müller-Thurau, was sollten Berufseinsteiger in ihren ersten Vorstellungsgesprächen beachten?“

Claus Peter Müller-Thurau: „Der legendäre Wimbledon-Sieger Boris Becker hat einmal etwas Richtiges gesagt: Wenn man erfolgreich sein wolle, müsse man mental gut drauf sein. Was für sportliche Höchstleistungen gilt, gilt auch für ein überzeugendes Vorstellungsgespräch.

Besonders die im Bewerbungsgeschäft noch ungeübten Nachwuchskräfte tun sich bisweilen vor Ort schwer. Aber man kann sich auf ein Vorstellungsgespräch vorbereiten. Damit ist hier nicht nur gemeint, sich vorab über das Unternehmen und sein Umfeld gründlich zu informieren, sondern sich mental richtig einzustellen. Die erfolgreiche berufliche Zukunft beginnt im Kopf.

Deshalb dieser Tipp: Verbringen Sie den Abend vor Ihrem Termin nicht allein, sondern mit Freunden oder jemandem, der Ihnen am Herzen liegt. Sprechen Sie über eventuelle Ängste oder Unebenheiten im Lebenslauf, die Ihnen Sorgen bereiten. In der Antike hieß diese Methode der seelischen Stabilisierung „Katharsis“. Frei übersetzt geht es um „seelischen Stuhlgang“. Also: Sprich aus, wovor Du Schiss hast!

„Auch Berufseinsteiger sind keine Bittsteller“

Zur mentalen Vorbereitung gehört auch, sich in die Rolle des Recruiters zu versetzen. Was sind eigentlich dessen Lieblingsbewerber? Genau – Frauen und Männer, die mit der Option in ein Vorstellungsgespräch gehen, im Zweifelsfall nein zu sagen. So verringert sich nämlich das Risiko einer personellen Fehlentscheidung für alle Beteiligten. Diese Haltung muss man nicht arrogant, aber durchaus selbstbewusst vortragen. Vertragsfreiheit heißt schließlich, dass sich beide Parteien überlegen sollten, ob sie einen Arbeitsvertrag abschließen möchten. Bewerber sind keine Bittsteller und schon gar nicht im heutigen „War for Talents“.

Und wer sind die zweitliebsten Bewerber der guten Personaler? Jene, die ihren angestrebten Job noch nicht perfekt beherrschen. Wo sollen denn die Erfolgserlebnisse herkommen, wenn man bereits alles kann, beziehungsweise wenn es die Chance des Scheiterns gar nicht mehr gibt? Am Ende droht recht bald jene Krankheit, unter der viele Berufstätige leiden: Boreout. Sie langweilen sich zu Tode.

Und so lautet denn die beruhigende Botschaft an Berufseinsteiger: Es werden gar nicht die Besten der Guten gesucht, sondern Jobaspiranten, die sich an ihrer neuen Aufgabe hochranken können.“

*Der Weise: Claus Peter Müller-Thurau ist Diplom-Psychologe und als Human-Resources-Manager tätig. Er war unter anderem Leiter der Personalentwicklung und Nachwuchsförderung im Axel Springer Verlag und später Geschäftsführer der Personal- und Unternehmensberatung Selecteam GmbH. Müller-Thurau ist Dozent an der FOM Hochschule für Oekonomie und Management in Hamburg und hält Vorlesungen in den Fächern HR-Organisation und HR-Personalwirtschaft. Zur Vorbereitung auf ein Bewerbungsgespräch bietet er auch ein ausführliches Audio-Coaching an: „Das Vorstellungsgespräch: So kommen Sie gut an!“  Mehr Informationen finden Sie unter https://www.mueller-thurau.de/


Service-Info: Ebenfalls empfehlen möchten wir Ihnen unsere kostenlose Checkliste für Ihr Training zum Vorstellungsgespräch.


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