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Die Projektliste – Eine sinnvolle Ergänzung zum Lebenslauf?

© Die Bewerbungsschreiber

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Ein Artikel von Fabian Ebert

Ein Lebenslauf sollte knapp und übersichtlich gestaltet sein. Oft hört oder liest man von maximal zwei Seiten. Wenn dies allerdings in der Stellenausschreibung nicht explizit erwähnt ist, gilt die Regel „so lang wie nötig, so übersichtlich wie möglich“. Gerade Bewerber mit häufig wechselnden Projekteinsätzen stehen hier vor dem Problem, schnell auf fünf, zehn oder gar fünfzehn Seiten im Lebenslauf zu kommen.

Dass Tätigkeitsbeschreibungen zu den einzelnen Stellen im Lebenslauf angegeben werden müssen, ist heute nichts Neues mehr. Wenn Sie aber projektbasiert arbeiten, beispielsweise als Ingenieur, Architekt oder auch IT-Berater, ist es oftmals schwierig, Ihre genauen Aufgaben auf ein paar Stichpunkte herunterzubrechen – jedes Projekt ist anders und erfordert spezielle Fertigkeiten und Kompetenzen.

Menschen, die projektbasiert arbeiten, sind nicht selten Generalisten mit einem umfangreichen Erfahrungsschatz und weitreichendem Fachwissen. Eine kurze stichpunktartige Auflistung der Aufgaben und Verantwortungsbereiche nimmt so pro Stelle schnell eine Seite des Lebenslaufs in Anspruch. Gerade leitende Projektmanager befinden sich oft in einer Mehrfachrolle. Neben der fachlichen Planung und Leitung übernehmen sie die Koordination aller beteiligten internen und externen Mitarbeiter. Dann kommt außerdem die Betreuung der jeweiligen Kunden dazu, eventuell noch Vertragsverhandlungen und schon ist die Seite voll, bevor alles aufgelistet ist. Das Ziel sollte also sein, als Bewerber alle relevanten Daten zu liefern, ohne den Empfänger seiner Bewerbung mit Informationen zu erschlagen.

Welche Angaben gehören in den Lebenslauf?

Die Tätigkeitsbeschreibungen im Lebenslauf sollten natürlich keine überflüssigen Angaben beinhalten. Als projekterfahrener Bewerber sollten Sie sich allerdings noch stärker auf die wesentlichen Punkte konzentrieren. Dies sind zum einen natürlich Ihre alltäglichen internen Aufgaben abseits spezieller Projekte und zum anderen Ihre wiederkehrenden Projekttätigkeiten. Diese können ruhig etwas unspezifischer angegeben werden, als man es normalerweise machen würde. Für Details erstellen Sie ja schließlich Ihre Projektliste. Vergessen Sie aber bitte nicht, den Empfänger an geeigneter Stelle darauf hinzuweisen, wo er diese Details findet. Schreiben Sie bei den Tätigkeiten zum Beispiel: „Diverse Projekteinsätze bei unterschiedlichen Kunden (Details siehe Anhang/Projektliste)“. Wenn Sie auf Ihrem Deckblatt ein Anlagenverzeichnis integriert haben, sollten Sie die Projektliste hier ebenfalls erwähnen.

Der Aufbau einer Projektliste

Beim Layout können und sollten Sie sich an Ihrem Lebenslauf orientieren. So ergeben Ihre Dokumente ein einheitliches Bild und der Empfänger muss nicht lange nach den entsprechenden Informationen suchen. Genau wie der Lebenslauf sollte auch die Projektliste antichronologisch aufgebaut sein, also beginnend mit der aktuellsten Stelle. Zunächst werden dementsprechend die Laufzeiten der einzelnen Projekte eingetragen. Dazu geben Sie dann die jeweilige Projektbezeichnung sowie gegebenenfalls alle beteiligten Unternehmen und natürlich Ihre eigene Rolle im Projekt an. Darunter folgen dann analog zum Lebenslauf stichpunktartige Detailinformationen.

Hier sollte zunächst die Zielsetzung des Projektes kurz erläutert werden. Weitere hilfreiche Informationen sind die Anzahl der beteiligten Mitarbeiter sowie eventuelle Angaben zum Budget. So erhält der zuständige Personalentscheider direkt einen Einblick in die Größenordnung Ihrer durchgeführten Projekte. Darunter folgen dann Angaben zu Ihren genauen Verantwortlichkeiten und durchgeführten Tätigkeiten. Achten Sie aber darauf, nicht einfach die Angaben aus Ihrem Lebenslauf zu wiederholen. So wäre die Projektliste einfach nur ein zusätzliches Dokument ohne großen Mehrwert. Sie soll eine Ergänzung zum Lebenslauf darstellen und wichtige Details enthalten, die über die Angaben im Lebenslauf hinausgehen.

Wann lohnt sich eine Projektliste?

Eine Projektliste ist vor allem dann empfehlenswert, wenn man als Bewerber über langjährige Erfahrung in unterschiedlichen Projekten verfügt. Zwei oder drei Projekteinsätze bei einem einzelnen Unternehmen lassen sich auch im Lebenslauf noch sehr gut unterbringen. Die Art der Projekte sollte ebenfalls berücksichtigt werden. Wenn ein Projektleiter zwar mehrere Projekte pro Jahr abwickelt, dabei aber immer das gleiche Team leitet, die gleichen Tätigkeiten ausübt und jeweils nur der Kunde sich ändert, sind diese Projekteinsätze im Lebenslauf besser aufgehoben.

Ob sich eine Projektliste nun lohnt oder nicht, muss also im Einzelfall entschieden werden. Wenn Sie Ihren Lebenslauf damit um mehrere Seiten kürzen, für bessere Übersichtlichkeit sorgen und dem Personalentscheider seine Arbeit somit deutlich erleichtern können, sollten Sie durchaus einmal über eine Projektliste nachdenken.

Fabian-Ebert
Über den Autor: Fabian Ebert
Fabian Ebert arbeitet im Marketing für Die Bewerbungsschreiber, einem Dienstleister, bei dem Jobsuchende ihre Bewerbung schreiben lassen können. Er hat zuvor als Texter selbst schon viele Bewerbungen für Kunden aller Hierarchiebeben aus den unterschiedlichsten Branchen erstellt und ihre Lebensläufe „aufgeräumt“.



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