Mediator: Job mit Karriereaussichten

Ein Mediator schlichtet einen Streit zwischen einem Mann und einer Frau.  © Keith Person / Getty Images

© Keith Person / Getty Images

Ein Mediator schlichtet Streits – vom persönlichen Bereich bis zu großen Angelegenheiten in der Wirtschaft.

Der Mediator: ein professioneller Schlichter

Heiner Geißler machte den Beruf und die Aufgaben des Schlichters erstmals im großen Stil sichtbar. Als Vermittler zwischen den Streitparteien um den Stuttgarter Tiefbahnhof sollte er eine Eskalation verhindern. Zwar gelang ihm dies nur mittelmäßig, allerdings zeigte er eindrücklich, was ein Mediator eigentlich macht:

Er steht als unparteiischer Dritter zwischen verschiedenen Anspruchsgruppen und sucht mit den Beteiligten Lösungen, die für alle akzeptabel sind. Diese Aufgabe vollbringt er im privaten Bereich oder in der Wirtschaft. Vor allem, wenn es um viel Geld geht.

Der Mediator als Fels in der Brandung

Einen einheitlichen Ausbildungsweg für Mediatoren gibt es nicht. Wer sich als solcher etablieren will, muss zumindest irgendeine Qualifikation im psychologischen Bereich vorweisen können. Es gibt viele Lehrgänge, die im Mediationsbereich von Nutzen sein können, sei es zur Mitarbeiterführung, zur Beratung oder zur sozialen Verhaltenstherapie.

Lediglich für die Wirtschaftsmediation, etwa bei Übernahmen oder wenn sich Gesellschafter streiten, und bei der es um viel Geld geht, gibt es ein anerkanntes Zertifikat von den Industrie- und Handelskammern.

Als Mediator sind verschiedenste Fähigkeiten gefragt

Ansonsten braucht ein Mediator vor allem Einfühlungsvermögen, soziale Kompetenz und auch ein sicheres und durchsetzungsstarkes Auftreten. Anwaltskanzleien nutzen Mediatoren im Scheidungsfall, um eine gerichtliche Auseinandersetzung zu verhindern. Dies gilt im Grunde für alle Mediationsformen. Ein guter Mediator kann den Parteien also viel Geld und jahrelange Streits ersparen, weshalb sein Einsatz durchaus gut vergütet wird.

Mediatoren arbeiten meist frei

In Consultingfirmen wird Mediation meist als Teilbereich betrieben. Weil es schwierig ist, für diesen Job Qualitätsstandards zu etablieren, solltest du einen starken (virtuellen) Auftritt haben und möglichst viele Zusatzqualifikation für deinen gewünschten Bereich mitbringen. Natürlich zählt die Praxiserfahrung in diesem Beruf besonders.

Im sozialen Bereich werden Mediatoren gern eingesetzt, allerdings sind in diesem Zweig die Gehälter nicht sehr hoch. Da bietet die Wirtschaft mehr Chancen, jedoch wird hier nur engagiert, wer einen großen Erfahrungsschatz und exzellente Referenzen mitbringt. Ein Praktikum oder eine Tätigkeit in Consultingfirmen gehören hier zu der Voraussetzung mit dem besten Klang.

05.12.2022